Mit Anlaufschwierigkeiten: Eintracht ringt bissige Löwen in erster DFB-Pokal-Runde nieder

München - Was für eine Zitterpartie! Mit 2:1 (0:0) siegte Favorit Eintracht Frankfurt in der ersten Runde des DFB-Pokals beim TSV 1860 München und bekleckerte sich dabei alles andere als mit Ruhm. Starke 15 Minuten der hessischen Gäste reichten aus, um für die denkbar knappe Entscheidung zu sorgen.

Steven Zuber (l.) von Eintracht Frankfurt mit Marius Willsch vom TSV 1860 München im Zweikampf.
Steven Zuber (l.) von Eintracht Frankfurt mit Marius Willsch vom TSV 1860 München im Zweikampf.  © dpa/Lino Mirgeler

Nur einige wenige Zuschauer in den obersten Etagen der Gebäude rund um das Stadion an der Grünwalder Straße konnten den über weite Strecken auf Augenhöhe geführten Kick live mitverfolgen. In der Arena selbst waren noch keine Zuschauer erlaubt. 

Die Tore für die Hessen erzielten André Silva (51.) und Bas Dost (56.). Phillipp Steinhart verkürzte für die Hausherren per Foulelfmeter zum 2:1-Endstand (78.). 

Bei den Gästen gab es aufgrund eines stockenden Transfermarktes nur wenige Überraschungen in der Aufstellung: Lediglich Neuzugang Steven Zuber brachte als Ersatz für den noch immer gesperrten Filip Kostic frischen Wind in die Anfangsformation von Coach Adi Hütter.

1860-Trainer Michael Köllner setzte direkt auf die beiden Neuzugänge Stephan Salger (ehemals Arminia Bielefeld) und Erik Tallig (Chemnitzer FC). Und die Hausherren sorgten in der Anfangsphase dafür, dass es dem Bundesligisten alles andere als einfach fiel der zugesprochenen Favoritenrolle gerecht zu werden.

Die Münchener verteidigten hoch und brachten die Defensive der Eintracht gleich mehrmals ins Straucheln - wirklich gute Torgelegenheiten ergaben sich daraus aber bis noch nicht. 

Die Startaufstellung des TSV 1860 München gegen Eintracht Frankfurt

Die Startaufstellung von Eintracht Frankfurt gegen 1860 München

Ebenbürtiges Duell trotz Klassenunterschied: Dominik Kohr und Sascha Mölders treffen Aluminium

Sascha Mölders (2.v.l.) vom TSV 1860 München mit Evan Ndicka (M.) von Eintracht Frankfurt im Zweikampf.
Sascha Mölders (2.v.l.) vom TSV 1860 München mit Evan Ndicka (M.) von Eintracht Frankfurt im Zweikampf.  © dpa/Lino Mirgeler

Wie aus dem Nichts gab es dann die bislang beste Gelegenheit des Spiels für die Eintracht: Aus der Distanz fasste sich Dominik Kohr einfach mal ein Herz, traf das Leder (fast) perfekt und setzte es an den Außenpfosten - Glück für die Sechziger (18.)! 

"Pfosten? Das können wir auch", dachten sich die "Löwen" in Person von Mölders wohl. Einen langen Ball von Lex in den Strafraum lenkte der bullige Münchener Angreifer mit der Stirnplatte an den linken Pfosten (23.). Trapp wäre hier sicherlich chancenlos gewesen!

Fakt blieb auch nach der ersten halben Stunde, dass sich der Drittligist als absolut ebenbürtiger Gegner für den Pokalsieger von 2018 präsentieren konnte. Der Eintracht gelang es partout nicht, die individuelle Klasse auf den Rasen zu bringen, geschweige denn für permanente Torgefahr oder Spielkontrolle zu sorgen. 

Einzig Daichi Kamada versuchte sich an der ein oder anderen Einzelaktion - diese stellten sich bis dahin aber eher als brotlose- denn als fruchtbare Kunst dar. 

Da sich auch seine Teamkameraden in dieser Hinsicht keinesfalls mit Ruhm bekleckerten, waren der pünktliche Abpfiff von Schiedsrichter Martin Petersen und der 0:0-Pausenstand nur wenig überraschend. Den Gästen mangelte es vor allem an der nötigen - und im Vorfeld durchaus erwarteten - Souveränität.

Eintracht Frankfurt legt nach: André Silva und Bas Dost bringen die Eintracht auf die Siegerstraße

André Silva (m.) bejubelt sein Tor zum 1:0 in den Armen von Sturmkollege Bas Dost, der das 2:0 erzielte.
André Silva (m.) bejubelt sein Tor zum 1:0 in den Armen von Sturmkollege Bas Dost, der das 2:0 erzielte.  © dpa/Lino Mirgeler

Brenzlig wurde es dennoch, als Martin Hinteregger einen Pass von Stefan Lex zu lässig annehmen wollte und Kult-Stürmer Sascha Mölders plötzlich allein auf Keeper Kevin Trapp zulaufen konnte. Letztlich bügelte der Österreicher in der SGE-Defensive seinen Fehler jedoch selbst aus und zog das Offensiv-Foul (14.). 

Personell unverändert, aber mit deutlich mehr Ernst bei der Sache, starteten die Hessen in Durchgang zwei - und das machte sich bezahlt. Nach wenigen Minuten zappelte das Spielgerät im Netz hinter 1860-Keeper Marco Hiller. 

Nach einer Hereingabe von Kohr legte Bas Dost für Silva auf, der letztlich nur noch per Kopf einschieben musste (51.) - es war der erste konsequent zu Ende gespielte Angriff der Eintracht! Das Tor schien für die Frankfurter den sprichwörtlichen "Dosenöffner" für die im ersten Durchgang noch äußerst zäh verlaufene Partie dargestellt zu haben. 

Denn nur wenige Momente später revanchierte sich Silva für den Assist von Sturm-Kollege Dost und legte mit einer perfekten Flanke auf den Kopf des Niederländers mustergültig zum 2:0 auf (56.). 

Doch trotz der 2:0-Hypothek musste den Giesingern zugutegehalten werden, dass sie weiterhin ihr Heil in der Offensive suchten und gefährlich blieben.

Eintracht Frankfurt siegt mit minimalem Aufwand gegen bissige "Löwen"

Große Enttäuschung beim TSV 1860 München, der trotz großem Aufwand gegen Eintracht Frankfurt in der ersten DFB-Pokal-Runde ausschied.
Große Enttäuschung beim TSV 1860 München, der trotz großem Aufwand gegen Eintracht Frankfurt in der ersten DFB-Pokal-Runde ausschied.  © dpa/Lino Mirgeler

Hinzu kam, dass die Hessen die Zügel zu früh wieder schleifen ließen. Daraus resultierte ein Strafstoß für die Gastgeber, nachdem Trapp Gegenspieler Lex im Strafraum gefoult hatte. Steinhart verwandelte den fälligen Elfmeter äußerst souverän (78.). 

Und fast hätte tatsächlich Kapitän David Abraham mit einer viel zu heftig angesetzten Kopfball-Rückgabe für den Ausgleich gesorgt - ein Hoch auf die Reflexe seines Torhüters Trapp, der in höchster Not parierte (86.)! 

Schließlich sollte es der letzte Aufreger in einer über weite Strecken ausgeglichenen Partie gewesen sein. Das Spiel zeigte, dass diese Eintracht durchaus mehr leisten kann, wenn sie es muss. Gegen den Münchener Drittligisten beließen sie es jedoch bei dem Grundsatz eines guten Pferdes, welches eben nicht höher springt, als es muss.

Für die Hessen geht es am Samstag (19. September/15.30 Uhr) mit dem Bundesliga-Auftakt im heimischen Deutsche Bank Park gegen Aufsteiger Arminia Bielefeld weiter. 

Die "Löwen" sind am selben Tag (14 Uhr) in der 3. Liga beim SV Meppen gefordert.

Titelfoto: dpa/Lino Mirgeler

Mehr zum Thema Eintracht Frankfurt:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0