Last-Minute-Wahnsinn in Frankfurt: "Hinti" ballert Eintracht ins Viertelfinale!

Frankfurt am Main - Was ein Wahnsinn! Im Rückspiel des Achtelfinales in der Europa League gelang Eintracht Frankfurt gegen Real Betis Sevilla nach dem 2:1-Sieg im Hinspiel durch ein 1:1 in der letzten Minute der Verlängerung der Einzug ins Viertelfinale.

Frankfurts Ansgar Knauff (l.) hatte in der 14. Minute die große Chance zum 1:0 auf dem Fuß, scheiterte aber an Betis-Keeper Rui Silva.
Frankfurts Ansgar Knauff (l.) hatte in der 14. Minute die große Chance zum 1:0 auf dem Fuß, scheiterte aber an Betis-Keeper Rui Silva.  © DPA/Arne Dedert

Borja Iglesias hatte die Spanier kurz vor dem Abpfiff der regulären Spielzeit mit 1:0 in Führung und damit in die Verlängerung geschossen (90.). Martin Hinteregger sorgte in der 120. Minute für den späten sowie entscheidenden Ausgleich zum 1:1.

Vor diesem Thriller vertraute SGE-Coach Oliver Glasner derselben Startelf, die die Siege in Berlin, Sevilla und gegen den VfL Bochum einfahren konnte.

Die Gäste hatten zunächst mehr Ballbesitz, wussten mit dem Spielgerät aber nur wenig anzufangen. Auch ein schlampiges Abspiel von Tuta am eigenen Strafraum in die Füße der Spanier sorgte für wenig Gefahr (7.).

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Frankfurt ließ den Gegner erst einmal kommen und setzte auf Umschaltmomente. Ein solcher hätte dann beinahe die Führung gebracht. Ein schneller Angriff über links landete bei Djibril Sow.

Nach dessen Traumzuspiel zog Ansgar Knauff halbrechts aus zehn Metern ab, aber Keeper Rui Silva lenkte den Ball gerade noch an die Latte (14.).

Die Hausherren standen gut und ließen wenig zu, auch weil Betis die zündenden Ideen fehlten. So verlagerte sich die statisch wirkende Partie hauptsächlich in den Raum zwischen den beiden Sechzehnern, Chancen blieben Mangelware. Erst zum Ende der ersten Halbzeit legten die Hessen in der Offensive ordentlich zu und übernahmen die Kontrolle über die Partie, es blieb aber bis zur Pause beim 0:0.

Eintracht Frankfurt zum vierten Mal in Folge mit derselben Startelf

Mit dieser Aufstellung wollte Real Betis Sevilla ins Viertelfinale einziehen

Schock in der 90. Minute: Borja Iglesias bringt Real Betis Sevilla mit 1:0 in Führung

Last-Minute-Treffer für Real Betis: Borja Iglesias (2.v.l.) trifft zum 1:0 für die Gäste und erzwingt damit die Verlängerung.
Last-Minute-Treffer für Real Betis: Borja Iglesias (2.v.l.) trifft zum 1:0 für die Gäste und erzwingt damit die Verlängerung.  © DPA/Arne Dedert

Auch zu Beginn des zweiten Durchgangs zeigte die Eintracht mehr Offensivdrang als zu weiten Teilen der ersten Halbzeit. Wie so häufig wurden gute Ansätze aber unsauber ausgespielt.

Im Anschluss wurde es auf dem Platz wieder sehr statisch und die 25.000 im Stadion fragten sich bestimmt irritiert, wann der Tabellenfünfte von LaLiga endlich aufdrehen wird.

Stattdessen hatte die Eintracht die Riesenchancen: Zunächst flog Rui Silva an einer Flanke von links vorbei, aber Filip Kostic traf volley das leere Tor nicht (63.). Kurz darauf zirkelte der serbische Wirbelwind einen Freistoß von rechts in den Strafraum. Die Kugel setzte kurz vor dem Tor auf und klatschte an den linken Pfosten (64.).

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Auf der anderen Seite fand eine Flanke von Joaquin den Kopf des eingewechselten Juanmi, doch Kevin Trapp fischte den Ball mit einer Glanztat aus der linken Ecke (65.). Jetzt war Musik in der Partie. Der Gast aus Andalusien schaltete in der Folge einen Gang hoch, verstärkte den Druck, schob sich immer weiter an den Strafraum der Hessen heran - und belohnte sich kurz vor Schluss.

Nabil Fakir hatte sich links gegen Jesper Lindström durchgesetzt und von der Grundlinie nach innen gepasst. Dort kam der eingewechselte Iglesias vor Evan N'Dicka an den Ball und spitzelte ihn an Trapp vorbei in die Maschen zum 0:1 aus SGE-Sicht (90.). Deshalb ging das Spiel in die Verlängerung.

Eintracht Frankfurts Abwehrkante Martin Hinteregger sorgt in letzter Sekunde für die Erlösung

Irgendwo unter den jubelnden Mitspielern begraben liegt Torschütze Martin Hinteregger.
Irgendwo unter den jubelnden Mitspielern begraben liegt Torschütze Martin Hinteregger.  © DPA/Arne Dedert

Wie würden die Adlerträger den Last-Minute-Rückstand verkraften? Eigentlich ganz ordentlich, denn die Spieler bemühten sich gegen die nun zurückhaltender agierenden Gäste, das Heft in die Hand zu nehmen.

Real Betis hielt ordentlich dagegen und lauerte auf Ballgewinne. Möglichkeiten ergaben sich zunächst aber auf beiden Seiten nicht.

Dann die hundertprozentige Chance für die Gäste: Ein Schuss von Diego Lainez von der rechten Seite wurde abgefälscht und landete so als perfekt getimte Vorlage bei Iglesias, dessen Kopfball aus kurzer Distanz aber nur die Latte traf (109.).

Auf der anderen Seite brachte der eingewechselte Goncalo Paciencia einen Kopfball aus wenigen Metern nicht mit dem nötigen Druck auf den Kasten - kein Problem für Rui Silva (116.).

Dann der Wahnsinns-Schlussakkord: Eine weite Freistoßflanke von Kostic aus halblinker Position kam in die Mitte des Strafraums zu Hinteregger, der die Kugel irgendwie mit dem Oberkörper am herausgeeilten Rui Costa vorbei zum 1:1 ins Tor beförderte (120.)! Dieser Treffer hielt auch der VAR-Überprüfung stand und das Stadion verwandelte sich in ein Tollhaus! Denn damit kann sich Eintracht Frankfurt jetzt auf das Viertelfinale freuen!

Schon am kommenden Sonntag (15.30 Uhr) wartet der nächste schwere Gegner auf die Adlerträger. Dann muss die Eintracht in der 1. Bundesliga beim Tabellen-Vierten RB Leipzig antreten.

Titelfoto: DPA/Arne Dedert

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