Eintrachts Königsklassen-Platz futsch! Aber spektakuläres Sitz-Tor rettet Frankfurt einen Punkt

Frankfurt am Main - Champions League in Gefahr! Eintracht Frankfurt hat dem Druck der Konkurrenz im Kampf um die Königsklasse nicht standgehalten und kam im Rhein-Main-Derby gegen den 1. FSV Mainz 05 am 31. Bundesliga-Spieltag nicht über ein 1:1 (0:1)-Remis hinaus. Damit verbleiben die Hessen bis zum nächsten Wochenende auf einem Nicht-Königsklassen-Rang.

Wiedersehen alter Bekannter: Eintracht-Frankfurt-Leihgabe Danny da Costa (2.v.l.) im Zweikampf mit Filip Kostic (l.).
Wiedersehen alter Bekannter: Eintracht-Frankfurt-Leihgabe Danny da Costa (2.v.l.) im Zweikampf mit Filip Kostic (l.).  © dpa/Thomas Frey

Vor leeren Rängen im Deutsche Bank Park brachte Karim Onisiwo die Rheinstädter mit 1:0 in Führung (11.), Ajdin Hrustic besorgte wenige Minuten vor dem Abpfiff den 1:1-Ausgleich (85.).

Im Vergleich zur bitteren 1:3-Schlappe bei Bayer 04 Leverkusen stellte Adi Hütter seine Eintracht auf insgesamt drei Positionen um: Evan N'dicka (Gelbsperre), Stefan Ilsanker und Aymen Barkok (beide Bank) wurden von Makoto Hasebe, Tuta und Luka Jovic ersetzt.

Bo Svensson nahm nach dem 1:1-Remis im Nachholspiel des 29. Spieltages gegen Hertha BSC ebenso viele Wechsel vor: Alexander Hack, Robin Quaison und Jonathan Burkardt starteten anstelle von Bell (Gelbsperre), Jean-Paul Boetius und Adam Szalai (beide Bank).

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Eintracht Frankfurt Hat Eintracht Frankfurt in Frankreich den Kostic-Ersatz gefunden?

Keine 30 Sekunden benötigten die immer noch um den Klassenerhalt spielenden Nullfünfer, um ein Ausrufezeichen zu setzen. Doch mit ein wenig Mühe parierte Kevin Trapp den Abschluss von Burkardt (1.). Auch in der Folge ließen die Gäste dem Königsklassen-Anwärter nur wenig Raum zur Entfaltung.

Und so verwunderte es nur wenig, dass der zweite Abschluss der Mainzer bereits im Netz zappelte: Ein misslungener Befreiungsschlag landete postwendend bei Onisiwo, der sich aus rund 20 Metern ein Herz fasste und unhaltbar für Trapp verwandelte (11.).

Eintracht Frankfurt startet auch gegen den 1. FSV Mainz 05 mit Doppelspitze

Die Startaufstellung des 1. FSV Mainz 05 im Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt

Karim Onisiwo bringt den 1. FSV Mainz 05 bei Eintracht Frankfurt früh in Front

Die Mainzer Danny da Costa (l.) und Jonathan Burkardt (r.) bejubeln den Treffer von Karim Onisiwo zum 1:0 gegen Eintracht Frankfurt.
Die Mainzer Danny da Costa (l.) und Jonathan Burkardt (r.) bejubeln den Treffer von Karim Onisiwo zum 1:0 gegen Eintracht Frankfurt.  © dpa/Thomas Frey

Der Gegentreffer schien die Frankfurter Offensivbemühungen jedoch schlagartig zu beleben. Nach genialem Pass von Daichi Kamada auf Djibril Sow spielte dieser im Sechzehner einen hohen Ball auf Filip Kostic. Der Serbe fackelte schließlich nicht lange und zog direkt ab, doch FSV-Schlussmann Robin Zentner parierte glänzend (21.).

Trotz des gesteigerten Engagements und einer zwischenzeitlichen Eckball-Flut gelang es den Hausherren nicht, die absolute Kontrolle über das Geschehen zu übernehmen. Währenddessen setzten die Mainzer immer wieder gefährliche - vorerst aber ungesühnte - Nadelstiche.

Dann war SGE-Topscorer Andre Silva nach einem langen Steckpass plötzlich allein auf weiter Flur, doch im letzten Moment machte Jeremiah St. Juste die sich anbahnende Gelegenheit mit einer gekonnten Grätsche zunichte (37.).

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Eintracht Frankfurt Ist Eintracht Frankfurt an Werder Bremens Josh Sargent dran?

Es sollte das letzte Highlight einer überschaubaren ersten Hälfte bleiben und so schickte Schiedsrichter Felix Brych beide Teams nach Ablauf der zweiminütigen Nachspielzeit in Richtung Pausentee.

Die erste Torannäherung im zweiten Spielabschnitt gehörte den Adlerträgern, verdiente aber definitiv nicht das Prädikat "gefährlich": Aus rund 18 Metern zog Kamada ab, die Pille kullerte aber regelrecht rechts am Kasten vorbei (52.).

Eintracht Frankfurt agiert zu ideenlos gegen den 1. FSV Mainz 05, Ajdin Hrustic rettet der SGE einen Punkt

Der Mainzer Karim Onisiwo (l.) und Eintracht Frankfurts Filip Kostic kämpfen um den Ball.
Der Mainzer Karim Onisiwo (l.) und Eintracht Frankfurts Filip Kostic kämpfen um den Ball.  © dpa/Thomas Frey

Währenddessen standen die Rheinländer weiterhin überaus kompakt in der Defensive, die Eintracht fand mangels notwendiger Ideen dagegen kein Mittel.

Daran änderten vorerst auch ein Dreifachwechsel (Amin Younes, Timothy Chandler und Ilsanker für Sow, Tuta und Erik Durm) sowie weitere 15 vor sich hin geplätscherte Minuten nichts. Eine - zugegebenermaßen viel zu schwache - Direktabnahme des eingewechselten Younes nach Chandler-Flanke brachte zumindest einen weiteren Torschuss auf die Habenseite der Frankfurter (70.).

Stattdessen hätte die Svensson-Elf beinahe den sprichwörtlichen Deckel drauf machen können. Völlig allein marschierte Onisiwo auf Trapp zu, der Schlussmann der SGE behielt im Eins-gegen-Eins jedoch die Oberhand (76.).

Dann wurde es kurios: Die anhaltende Schlussoffensive brachte zunächst einen geblockten Schuss von Hrustic mit sich, jedoch lebte die Chance weiter und im Sitzen lupfte der Australier die Kugel im hohen Bogen in die Maschen - spektakulärer 1:1-Ausgleich (85.)!

Die Partie komplett zu drehen gelang der Eintracht aber letztlich - verdientermaßen - nicht mehr. Damit verloren die Hessen den Champions-League-Rang vier an den BVB.

Am vorletzten Spieltag ist die SGE im Kampf um die Champions League am Samstag (15. Mai, 15.30 Uhr) beim bereits abgestiegenen FC Schalke 04 gefordert, während die Mainzer am Sonntag (16. Mai, 18 Uhr) Borussia Dortmund empfangen.

Titelfoto: dpa/Thomas Frey

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