Kommentar: Eintracht-Trainer Hütter schuld am Frankfurter Niedergang? Das ist mir zu billig!

Frankfurt am Main - "Hütter raus!", "Mit Hütter darf es nicht weitergehen" oder "Hütter geht die SGE am Arsch vorbei": Derartige Aussagen durchfluteten das Netz nach dem erneut blutleeren Auftritt von Eintracht Frankfurt beim 1:1 gegen den 1. FSV Mainz 05. Doch dass der Champions-League-Platz mittlerweile futsch ist, kann nicht nur am scheidenden Übungsleiter, dessen Name im Folgenden nicht mehr genannt wird, festgemacht werden. So sieht es zumindest TAG24-Redakteur Angelo Cali in seinem Kommentar.

Der Noch-Coach von Eintracht Frankfurt (l.) scheint seine Spieler nicht mehr zu erreichen. Dennoch müssten gerade die laut TAG24-Redakteur Angelo Cali jetzt eine Trotzreaktion zeigen.
Der Noch-Coach von Eintracht Frankfurt (l.) scheint seine Spieler nicht mehr zu erreichen. Dennoch müssten gerade die laut TAG24-Redakteur Angelo Cali jetzt eine Trotzreaktion zeigen.  © Montage: Privat, DPA/Thomas Frey

Nachdem der Noch-Trainer der "Adlerträger" seinen Abgang zur kommenden Saison zu Borussia Mönchengladbach - auf zugegebenermaßen dilettantische und schäbige Art und Weise - bekannt machte, lief es bei der SGE nicht mehr rund.

Aus satten sieben Zählern Vorsprung auf Rang fünf und Borussia Dortmund wurden im Laufe von vier Partien ein Zähler Rückstand und der Sturz auf einen Nicht-Königsklassen-Platz. Natürlich wäre es ein Leichtes zu behaupten, dass der baldige Fohlen-Trainer nicht mehr die notwendige Motivation und Bindung zum Team innehabe, doch eine Frage müssen sich all diejenigen stellen, die sich dieser einfachen Lösung bedienen.

Wer ist es denn, der da Woche für Woche auf dem Platz steht und im Vergleich zum Saison-Verlauf vor dem Trainer-Abschied derartig groteske und unterambitionierte Leistungen auf den Rasen bringt? Richtig, die Spieler!

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Und so dürfte es doch durchaus erlaubt sein, etwas differenzierter zu argumentieren und den Herren Trapp, Hinteregger, Silva, Jovic und Co. ein wenig mehr Biss und Einsatzwillen abzuverlangen, um dieses einmalige Ziel in den letzten Zügen doch noch zu retten.

Diese Trotzreaktion blieb allerdings bislang aus - und kostete Rang vier. Ob man das Ruder angesichts des blendend aufgelegten direkten Konkurrenten aus Dortmund noch umbiegen kann? Auch oder gerade aufgrund der zuletzt gezeigten eigenen Leistungen mittlerweile unwahrscheinlich!

Im Netz sind sich die Eintracht-Frankfurt-Fans weitgehend einig: Der neue Gladbach-Trainer muss sofort weg

Eintracht Frankfurt: Adi Hütter, eine Lame Duck?

"Ich hätte da noch was loszuwerden": Die Äußerungen des scheidenden Eintracht-Trainers Adi Hütter gingen bislang fast immer nach hinten los.
"Ich hätte da noch was loszuwerden": Die Äußerungen des scheidenden Eintracht-Trainers Adi Hütter gingen bislang fast immer nach hinten los.  © DPA/Arne Dedert

Ob es daran liegt, dass sich einige Leistungsträger bereits jetzt ein Beispiel an der "Lahmen Ente" auf der Frankfurter Trainerbank genommen haben und innerlich mit einem Abschied zum Saisonende Vorlieb genommen haben? Möglich wäre es - vor allem wenn der Traum Champions League ein solcher bleiben sollte.

Was dem neuen Gladbach-Trainer aber definitiv anzukreiden ist, sind seine Woche für Woche immer skurriler anmutenden schädigenden Interviews nach dem Bekanntwerden seines Abgangs.

Von lediglich wechselnden Fan-Farben nach seinem bevorstehenden Wechsel über mutmaßliche Privat-Fehden mit Amin Younes (27) bis hin zu möglichem "Spielen über den eigenen Verhältnissen" - der österreichische Fußballlehrer macht sich von Woche zu Woche unbeliebter.

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Dabei zog er sich immer wieder aus der Verantwortung und ließ dabei Sätze wie "An mir liegt's nicht und an der Mannschaft liegt's auch nicht", fallen. Doch wer könnte denn sonst an der Situation schuld sein? Eine Antwort blieb der 51-Jährige schuldig - fragt sich warum. Dass man ihm nach seinem Abgang, egal wo die Eintracht am Ende in der Tabelle landen wird, jedoch kein Denkmal bauen und keine Träne nachweinen wird, ist auch für mich mehr als nachvollziehbar.

Ihn aber vorzeitig freizustellen oder als Alleinverantwortlichen in die Schames-Ecke zu stellen, halte ich für unverhältnismäßig. Dennoch teile ich die Meinung jener, die glückselig aufatmen werden, wenn der Trainer, dessen Name hier nicht mehr genannt werden darf, endlich und endgültig den Stadtwald verlassen haben wird.

Titelfoto: Montage: Privat, DPA/Thomas Frey

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