Eintracht Frankfurt und Union Berlin teilen nach torreichem Hin und Her die Punkte

Berlin - Nach einem Alptraum-Start für Eintracht Frankfurt kämpften sich die Mannen vom Stadtwald beim Überraschungs-Team der Bundesliga Union Berlin zurück in die Partie und sicherten sich nach zwischenzeitlichem 0:2-Rückstand ein 3:3 (2:2)-Remis und somit einen Punkt.

Die Spieler von Union Berlin feiern den von Max Kruse verwandelten Elfmeter zum zwischenzeitlichen 2:0.
Die Spieler von Union Berlin feiern den von Max Kruse verwandelten Elfmeter zum zwischenzeitlichen 2:0.  © Annegret Hilse/Reuters Images Europe/Pool/dpa

Robert Andrich brachte die Hauptstädter im Stadion an der Alten Försterei früh in Front (2.). Max Kruse erhöhte direkt im Anschluss auf 2:0 (5./FE). Frankfurts André Silva konnte mit einem Doppelpack ausgleichen (27./2:1 und 37./2:2). Bas Dost sorgte kurzzeitig für die Frankfurter Führung (79./2:3), ehe Kruse sehenswert zum 3:3 traf (82.).

Beide Übungsleiter nahmen im Vergleich zum jeweils vorangegangenen Bundesliga-Match nur eine Änderung in der Startelf vor. Bei der Eintracht stellte Adi Hütter im Gegensatz zum 1:1-Remis gegen RB Leipzig Dost für den in Corona-Quarantäne befindlichen Aymen Barkok auf.

Somit agierten die "Adlerträger" mit zwei gelernten Stürmern und folgerichtig etwas offensiver. Urs Fischer setzte nach dem 2:1 beim 1. FC Köln auf Grischa Prömel anstelle von Sebastian Griesbeck.

Hütters Plan, gegen Union angriffslustiger zu agieren, wurde jäh zerschlagen. Nach einer Hereingabe von links griff Kevin Trapp daneben. Das nutzte Andrich aus und besorgte die Führung (2.). Doch der Alptraum-Start der Hessen ging direkt weiter.

Martin Hinteregger fällte Taiwo Awoniyi im Sechzehner klar, Schiedsrichter Tobias Reichel zeigte in seinem Bundesliga-Debüt umgehend auf den Punkt. Den fälligen Strafstoß setzte Kruse eiskalt zum 2:0 in die Maschen (5.). Dieser doppelte Nackenschlag saß bei der Eintracht auch in der Folge tief.

So ging Union Berlin in das Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt

Die Startaufstellung von Eintracht Frankfurt bei Union Berlin

Union Berlin geht früh doppelt in Front, André Silva gleicht für die Eintracht aus

André Silva (l.) brachte die Eintracht mit seinem Doppelpack zurück ins Spiel.
André Silva (l.) brachte die Eintracht mit seinem Doppelpack zurück ins Spiel.  © Annegret Hilse/Reuters Images Europe/Pool/dpa

Silva und Co. gelang nach vorne weiterhin gar nichts, während die Köpenicker in Person von Awoniyi fast das 3:0 hätten nachlegen können, Trapp verhinderte jedoch Schlimmeres (11.).

Nach einer ausgedehnten Findungsphase dann doch die erste größere Gelegenheit für die Gäste: Filip Kostic zog im Strafraum von halblinks direkt ab, schoss dabei jedoch Dost ab - Abstoß (24.)! Kurz darauf zappelte das Leder im Netz der Hausherren.

Nach starker Balleroberung und noch stärkerem Zuspiel von Daichi Kamada war Silva zur Stelle und traf zum Anschluss - 1:2 (27.). In der Folge schien es so, als sei auch die Eintracht endlich auf dem Platz angekommen, die Hütter-Truppe hatte mittlerweile die Kontrolle über das Spielgeschehen übernommen.

Und so kam es, dass noch vor der Pause wieder Gleichstand herrschte: Nach einem butterweich getretenen Kostic-Freistoß nickte Silva mit einem Uwe-Seeler-Gedächtnis-Hinterkopfball zum 2:2 ein (37.) - alles wieder offen. Zum Ende einer turbulenten ersten Hälfte ließen es beide Teams schließlich ruhiger angehen. So ging es mit zwei Treffern auf jeder Seite in Richtung Pausentee.

Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich am Spielgeschehen nicht viel. Die Eintracht machte weiterhin das Spiel, während sich die Eisernen aufs Kontern verlegten. Auf erste Hochkaräter musste man, anders als im ersten Durchgang, jedoch ein wenig länger warten.

Partie verflacht im zweiten Durchgang, Eintracht Frankfurt dreht die Partie

Unions Grischa Prömel (l.) und Frankfurts Daichi Kamada im Zweikampf.
Unions Grischa Prömel (l.) und Frankfurts Daichi Kamada im Zweikampf.  © Annegret Hilse/Reuters Images Europe/Pool/dpa

Kostic legte auf seiner linken Seite den Turbo ein und erwischte mit seiner Flanke den Kopf von Dost. Dessen Kopfball lenkte Union-Schlussmann Andreas Luthe mit den Fingerspitzen über den Querbalken (52.).

Darüber hinaus hatte die so rasant begonnene Partie vorerst nicht mehr allzu viel zu bieten. Stattdessen hagelte es vier Gelbe Karten - zwei auf jeder Seite - binnen fünf Minuten. Gleich zwei Mal hätte Silva das Frankfurter Comeback perfekt machen können, doch Abschluss-Ungenauigkeiten nach einer Ecke (68.) und ein reaktionsschneller Luthe (75.) verhinderten den dritten Treffer des Portugiesen.

Sein Sturm-Partner machte es da besser: Nach einem langen Ball marschierte Kamada in Richtung Berliner Tor, verzögerte geschickt und legte schließlich auf den einschussbereiten Dost quer - 3:2 (79.), die Eintracht hatte ein verrücktes Spiel komplett gedreht.

Lange Bestand hatte dieser Glücksmoment jedoch nicht. Denn Kruse zimmerte die Kugel nach Christopher Trimmels Querpass aus rund 20 Metern Entfernung spektakulär ins rechte Kreuzeck - 3:3 (82.). Das sollte das letzte Highlight einer wilden, umkämpften und letztlich verdienten Punkteteilung gewesen sein.

Am nächsten Bundesliga-Spieltag bekommt es die SGE am Samstag (5. Dezember/15.30 Uhr) zu Hause mit Titel-Aspirant Borussia Dortmund zu tun. Union muss dagegen am Freitag (4. Dezember/20.30 Uhr) zum brisanten Stadt-Duell bei Hertha BSC antreten.

Titelfoto: Annegret Hilse/Reuters Images Europe/Pool/dpa

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