Schockierendes Königsklassen-Debüt: Eintracht von eiskaltem Sporting abgezockt!

Frankfurt am Main - Königliche Premiere mit unwürdigem Ende! Eintracht Frankfurt hat zum Auftakt in die erste Champions-League-Saison der Vereinsgeschichte eine deutliche 0:3 (0:0)-Niederlage gegen Sporting Lissabon kassiert.

Abwehrchef und Edeltechniker: Frankfurts Evan Ndicka (l.) lässt Sportings Francesco Trincao links liegen.
Abwehrchef und Edeltechniker: Frankfurts Evan Ndicka (l.) lässt Sportings Francesco Trincao links liegen.  © Daniel ROLAND / AFP

Im mit 50.500 Fans besetzten und somit bis auf den letzten Platz ausverkauften Deutsche Bank Park erzielten Marcus Edwards (1:0, 65. Minute), Francisco Trincao (2:0, 67.) und Nuno Santos (3:0, 82.) die Treffer.

Nach der überzeugenden 4:0-Galavorstellung gegen RB Leipzig hatte Eintracht-Coach Oliver Glasner nur wenige Gründe für personelle Umstellungen. So räumte lediglich Kapitän Sebastian Rode (Oberschenkelprobleme) verletzungsbedingt das Feld und wurde durch Eric Junior Dina Ebimbe ersetzt.

Der Gäste-Trainer Ruben Amorim sah es infolge des ungefährdeten 2:0-Erfolges bei GD Estoril Praia ähnlich und ließ lediglich Goncalo Inácio für Nuno Santos von Beginn an ran.

Fans nach Niederlage im Stadion-Innenraum: Eintracht droht heftige Strafe!
Eintracht Frankfurt Fans nach Niederlage im Stadion-Innenraum: Eintracht droht heftige Strafe!

Das königliche Märchen der Diva vom Main hätte ihren Anfang direkt mit einem Paukenschlag nehmen können. Einen Totalaussetzer von Manuel Ugarte nutzte Randal Kolo Muani um mutterseelenallein auf Sporting-Keeper Antonio Adán zuzumarschieren. Doch der Schlussmann behielt im Eins-gegen-eins die Oberhand (2.).

Die Hessen blieben dran und ließen den Portugiesen in der Anfangsphase nur wenig Luft zum Atmen. Einen kleinen Dämpfer gab es dann aber doch. Nach einem Zweikampf zwischen Christopher Lenz und Edwards im Sechzehner kam letzterer zu Fall (12.). Schiedsrichter Orel Grinfeld zeigte zunächst umgehend auf den Punkt, um sich nach einem Blick auf den Videomonitor schnellstens umzuentscheiden - definitiv keine falsche Wahl (13.).

Die Startaufstellung von Eintracht Frankfurt für das Champions-League-Debüt gegen Sporting Lissabon

Die erste Elf von Sporting Lissabon bei Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt fast mit Blitztor - VAR verhindert Elfmeter für Sporting Lissabon

Mario Götze war nicht mit jeder Schiedsrichterentscheidung einverstanden.
Mario Götze war nicht mit jeder Schiedsrichterentscheidung einverstanden.  © DPA/Arne Dedert

In der Folge zeigte sich durchweg das gleiche Bild: Die Mannen aus Lissabon hatten zwar mehr Spielanteile, die SGE ging jedoch früh drauf und hielt Sporting somit immer wieder erfolgreich vom eigenen Kasten weg - Torchancen gab es deshalb hüben wie drüben vorerst nicht.

Dies lag aber auch an Szenen wie dieser: Mit einem feinen Steckpass schickte Jesper Lindström Offensivkollege Daichi Kamada in den Strafraum. Doch der Japaner traf letztlich die falsche Entscheidung und wählte eine halbherzige Mischung aus direktem Abschluss und Hereingabe auf den lauernden Kolo Muani. Am Ende packte Adán sicher zu (30.).

Deutlich entschiedener agierte währenddessen Kevin Trapp - zum Glück für die Hessen. Nach schönem Solo versuchte sich Edwards an einem Abschluss aus rund sieben Metern Torentfernung ins rechte untere Eck. Der deutsche Nationalkeeper war jedoch schnell unten und hatte die Pille sicher (35.).

Europa-Traum geplatzt! "Schandfleck"-Banner und Abseits-Pech bei Eintracht-Pleite
Eintracht Frankfurt Europa-Traum geplatzt! "Schandfleck"-Banner und Abseits-Pech bei Eintracht-Pleite

Auch vier Minuten Nachschlag im ersten Abschnitt brachten keine entscheidenden Aktionen mit sich - der torlose Pausenstand war somit die logische Konsequenz. Nach dem Seitenwechsel blieben sich die Frankfurter treu. Durch frühes Gegenpressing eroberte sich Kamada das Leder im gegnerischen Strafraum - seinen Schuss konnte Luis Neto aber mit einem langen Bein abblocken (53.).

Die "Löwen" blieben aber ebenfalls nicht tatenlos: An der Strafraumkante legte Edwards nach außen auf Pedro Porro ab, der aus spitzem Winkel einfach mal abzog, dabei aber lediglich das Außennetz traf (57.).

Chancenflaute zwischen Eintracht und Sporting - Lissabon nutzt Frankfurter Abwehrpatzer

Sporting Lissabons Marcus Edwards (2.v.l.) wurde binnen weniger Minuten zum "Man of the Match".
Sporting Lissabons Marcus Edwards (2.v.l.) wurde binnen weniger Minuten zum "Man of the Match".  © DPA/Arne Dedert

Wenige Minuten später machte es Sportings gefährlichster Angreifer lieber selbst und wurde - zum Unmut der Frankfurter - belohnt. Nach einer Hereingabe von Hidemasa Morita setzte sich Edwards vor dem Kasten gut durch und netzte dank fleißiger Unterstützung von Dina Ebimbe zur Führung ein (65.).

Doch es sollte noch schlimmer kommen: Wenige Zeigerumdrehungen später legte Lissabon - erneut über den starken Edwards - einen Bilderbuchkonter aufs Grün. Diesmal tanzte dieser zunächst zwei SGE-Verteidiger aus, ehe er überlegt auf Trincao quer legte, für den das 2:0 schließlich eine leichte Übung war (67.).

Spätestens dieser Treffer zog den Hausherren nun ein Stück weit den sprichwörtlichen Stecker. Vom Dauerpressing war in der Schlussphase nicht mehr viel übrig und auch von den zuvor gezeigten guten Ansätzen war bei den Hessen wenig zu sehen.

Zudem bröckelte die Defensive immer heftiger. Die Konsequenz: Ohne wirkliche Gegenwehr konnte Porro einen langen Ball von rechts auf den links marschierenden Santos bringen. Der kurz zuvor eingewechselte Außenbahnspieler schob letztlich völlig ungehindert zum vorentscheidenden 3:0 ein (82.).

Am Ende zahlte der Champions-League-Debütant aus der Mainmetropole mächtig Lehrgeld, kann aber bereits in der kommenden Woche (Dienstag, 13. September, 21 Uhr) bei Olympique Marseille beweisen, dass er aus seinen Fehlern gelernt hat.

Die Choreo der Frankfurter Fans war eines Champions-League-Debüts ohne jeden Zweifel würdig.
Die Choreo der Frankfurter Fans war eines Champions-League-Debüts ohne jeden Zweifel würdig.  © Daniel ROLAND / AFP

Bereits am Samstag (10. September, 15.30 Uhr) sind die Adlerträger schon wieder in der Bundesliga gefragt. Dann empfängt die Glasner-Truppe den VfL Wolfsburg.

Titelfoto: Montage: DPA/Arne Dedert

Mehr zum Thema Eintracht Frankfurt: