Entscheidung gefallen! Fredi Bobic verlässt Eintracht Frankfurt

Frankfurt am Main - Schon längere Zeit pfiffen es die Spatzen von den Dächern, nun hat der Protagonist, der im Zentrum der Gerüchte steht, endlich sein Schweigen gebrochen. Fredi Bobic (49), derzeit noch als Sportvorstand von Eintracht Frankfurt tätig, wird den hessischen Bundesligisten definitiv nach Ende der laufenden Spielzeit verlassen.

Fredi Bobic (49) wird Eintracht Frankfurt eigenen Angaben zufolge definitiv im Sommer verlassen. Wird er der neue Sportchef bei Hertha BSC?
Fredi Bobic (49) wird Eintracht Frankfurt eigenen Angaben zufolge definitiv im Sommer verlassen. Wird er der neue Sportchef bei Hertha BSC?  © dpa/Uwe Anspach

Dies bestätigte der 49 Jahre alte Sportfunktionär in Diensten der SGE am Dienstag in der Sendung "Sportschau Thema". Nun scheint der Weg für einen Wechsel zu Hertha BSC frei zu sein.

Beim Hauptstadtklub wurde der Europameister von 1996 schon länger als potenzieller Nachfolger des geschassten Michael Preetz (53) gehandelt.

Während sich Bobic bislang eher wage in Bezug auf seine Zukunft geäußert hatte, war man seitens der Frankfurter Führungsetage schon etwas genauer.

So hatte der Aufsichtsratsvorsitzende Philip Holzer (54) bestätigt, dass man sich "in Gesprächen über die zukünftige Ausrichtung der bislang sehr erfolgreichen Zusammenarbeit" befinde.

Doch diese Zusammenarbeit hat nun wohl ihr jähes Ende gefunden.

Eintracht-Präsident Peter Fischer (64) dürfte dies so gar nicht schmecken. Er hatte insgeheim wohl noch zumindest auf eine Erfüllung des Vertrages, der bis zum Juni 2023 Bestand gehabt hätte, gehofft.

"Fredi hat einen Vertrag. Ich bin jemand, der auf Vertragstreue großen Wert legt. Ich denke, dass wir auch so ein Verhältnis haben. Wir haben fünf Jahre lang ein offenes, sehr kollegiales, sehr sauberes und erfolgreiches Verhältnis gehabt", so Fischer.

Fredi Bobics Vertrag bei Eintracht Frankfurt wäre eigentlich bis Juni 2023 gültig gewesen

Fredi Bobic (49, l.) und der ehemalige Eintracht-Frankfurt-Trainer Niko Kovac (49) waren maßgeblich am DFB-Pokal-Gewinn der Hessen im Jahr 2018 beteiligt.
Fredi Bobic (49, l.) und der ehemalige Eintracht-Frankfurt-Trainer Niko Kovac (49) waren maßgeblich am DFB-Pokal-Gewinn der Hessen im Jahr 2018 beteiligt.  © DPA/Arne Dedert

Anstatt Vertragstreue bevorzugte Bobic nun scheinbar die neue Herausforderung, die ihm die kriselnde Hertha sicherlich bieten kann. Und auch die Millionen von Investor Lars Windhorst (44) dürften für durchaus größere Möglichkeiten in Sachen Spielertransfers und dem Aufbau eines wettbewerbsfähigen Kaders sorgen.

Dass sich der ehemalige Hertha-Angreifer hierauf besonders gut versteht, zeigte er bei den "Adlerträgern" eindrucksvolle, lotste beispielsweise die sogenannte Büffelherde, bestehend aus Sébastien Haller (26), Ante Rebic (27) und Luka Jovic (23), an den Main. Nur wenig später nahm man durch ihren Verkauf eine dreistellige Millionensumme ein.

Sportlich hatte Bobic einen nicht unerheblichen Anteil an den jüngsten Erfolgen der Eintracht, zu denen unter anderem der Gewinn des DFB-Pokals im Jahr 2018 sowie der Einzug ins Europa-League-Halbfinale in der Saison 2018/19 zählten.

Update, 17.11 Uhr: Eintracht Frankfurt mit Statement zur Causa Fredi Bobic

Nach dem Bekanntwerden der Aussagen Bobics zu seiner Zukunft, hat nun sein Noch-Arbeitgeber Eintracht Frankfurt mit einem öffentlichen Statement reagiert. Wie Holzer über einen Sprecher verkünden ließen, seien die Gespräche mit Bobic schon seit mehreren Wochen im Gange.

"Fredi Bobic ist vor drei Wochen auf mich zugekommen und hat mich über seine Überlegungen bezüglich einer Auflösung seines bis zum 30. Juni 2023 laufenden Vertrages nach dem Ende der laufenden Saison informiert", so der Aufsichtsratsvorsitzende.

Darüber hinaus ergänzte er: "Wir haben verabredet, entsprechende Gespräche über einen Verbleib oder einen vorzeitigen Wechsel zu führen und darüber im Sinne des sportlichen Erfolgs der Eintracht absolutes Stillschweigen zu wahren. Die Gespräche sind gegenwärtig noch nicht abgeschlossen und werden erst nach der nächsten Aufsichtsratssitzung Mitte März fortgesetzt".

Update, 19.39 Uhr: Fredi Bobic habe die Vereinsführung von Eintracht Frankfurt vorzeitig informiert

In der "Sportschau Thema"-Sendung sprach sich der scheidende Eintracht-Frankfurt-Sportvorstand Fredi Bobic weiter über seine Absichten, den hessischen Bundesligisten zu verlassen, aus. So bekräftigte er, dass die Vereinsführung schon länger von seinem Vorhaben gewusst habe.

"Ich brauche nicht groß rumeiern. Man war vorbereitet darauf, dass die Situation kommt, dass ich im Sommer 2021 den Verein verlassen werde", so der 49-Jährige. Zudem betonte er, dass es sogar schon "Mitte 2020" zu einer Trennung kommen sollte. Aus "moralischen Gründen" habe er der Bitte der Frankfurter Verantwortlichen jedoch nachgegeben, "noch die Corona-Saison durchzuziehen".

Zwar sei mit allen Mitteln versucht worden, Bobic von einem Verbleib bis mindestens zum Ende seines bis Juni 2023 gültigen Vertrages zu überzeugen, jedoch sei sein Abschiedsgesuch eine "persönliche Sache, und das haben sie auch verstanden", so der Europameister von 1996 weiter.

Zu den Gerüchten über einen möglichen Wechsel zu Hertha BSC wollte sich Bobic hingegen nicht äußern.

Titelfoto: dpa/Uwe Anspach

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