Nach Klatsche in Gladbach: Die Angst der Eintracht vor dem Hütter-Effekt

Frankfurt am Main - Ausgerechnet in Gladbach! Fünf Tage nach seiner Ankündigung, im Sommer zur Borussia zu wechseln (TAG24 berichtete), wird Trainer Hütter mit Eintracht Frankfurt in Gladbach demontiert. Die Champions League soll das aber nicht in Gefahr bringen.

Enttäuschte Gesichter bei den Spielern von Eintracht Frankfurt nach der herben Niederlage gegen Gladbach: Daichi Kamada, Stefan Ilsanker und Sebastian Rode (l-r).
Enttäuschte Gesichter bei den Spielern von Eintracht Frankfurt nach der herben Niederlage gegen Gladbach: Daichi Kamada, Stefan Ilsanker und Sebastian Rode (l-r).  © dpa/Marius Becker

Adi Hütter hatte es ganz eilig, seinen künftigen Arbeitsplatz zu verlassen. Nach dem bitteren 0:4 (0:1) seines aktuellen Arbeitgebers Eintracht Frankfurt bei seinem künftigen Club Borussia Mönchengladbach klatschte der österreichische Coach hastig mit den niedergeschlagenen Eintracht-Profis ab und zog dann bedient ab.

"Herzlich willkommen bei uns", begrüßte wenig später Gladbachs Ersatzkeeper Tobias Sippel, der den rot-gesperrten Yann Sommer vertrat, flapsig via Sky seinen künftigen Chefcoach.

Der hatte sich das erste Spiel nach seiner Verkündung am Dienstag, im Sommer nach Gladbach wechseln zu wollen (TAG24 berichtete), ganz anders vorgestellt.

"Das schaut heute natürlich nicht gut aus", räumte Hütter nach der heftigen Pleite ein, wollte von einem Zusammenhang mit seiner Entscheidung aber nichts wissen: "Das wäre mir viel zu billig."

"Das war ein Spiel, in dem nicht viel ging", kommentierte der ausnahmsweise schwache Eintracht-Keeper Kevin Trapp betrübt die heftige Pleite nach Toren von Matthias Ginter (10. Minute), Jonas Hofmann (60.), Ramy Bensebaini (67.) und Hannes Wolf (90.+5).

Gegen den FC Augsburg fordert Adi Hütter eine Reaktion

Mönchengladbachs Trainer Marco Rose (l.) und sein designierter Nachfolger Adi Hütter.
Mönchengladbachs Trainer Marco Rose (l.) und sein designierter Nachfolger Adi Hütter.  © dpa/Marius Becker

Bitter für die Gladbacher, die nach vier Spielen ohne Niederlage wieder ernsthaft im Kampf um die Europapokal-Plätze mitmischen: Rückkehrer Hofmann musste benommen vom Feld, nachdem er einen Ball aus kurzer Distanz an den Kopf bekommen hatte.

Trainer Marco Rose gab später aber Entwarnung: "In der Kabine grad sah es schon wieder besser aus. Da hat er schon wieder ein Späßchen vertragen."

Nach zuletzt sechs Spielen in Serie ohne Niederlage haben vor allem die Hessen und Noch-Trainer Hütter nun erst einmal andere Sorgen. Am Sonntag kann der Tabellenfünfte Borussia Dortmund bis auf vier Zähler heranrücken.

"Auch wenn man mal sieben Punkte vorne ist, muss man das erst mal über die Ziellinie bringen", schimpfte Hütter im Hinblick auf die mögliche erste Champions-League-Qualifikation überhaupt für die Eintracht.

"Ich will, dass wir jetzt am Dienstag eine Reaktion zeigen." Dann kommt der FC Augsburg nach Frankfurt.

Sebastian Rode: Jetzt zeigen, dass es nicht an Adi Hütters Wechsel liegt

Sebastian Rode (r.) im Zweikampf mit Gladbachs Stefan Lainer.
Sebastian Rode (r.) im Zweikampf mit Gladbachs Stefan Lainer.  © dpa/Marius Becker

Spieler und Trainer hoffen nun, nicht in einen ähnlichen Abwärtsstrudel zu geraten, wie die Gladbacher, nachdem Trainer Marco Rose im Februar seinen Abgang zu Borussia Dortmund verkündet hatte. Anschließend verloren die Borussen sieben Pflichtspiele in Serie.

"Es gilt jetzt zu zeigen, dass es nicht daran liegt", sagte Kapitän Sebastian Rode im Hinblick auf den Wechsel Hütters.

Die Gladbacher haben die katastrophale Schwächephase nun endgültig hinter sich und kletterten auf Rang sieben. "Die letzten Wochen können wir noch eine Schippe drauf legen. Mal schauen, wozu es dann noch reicht", sagte Torhüter Sippel.

Trotz der Ausfälle von Sommer, Christoph Kramer (Gelb-Sperre) und Kapitän Lars Stindl (Muskelfaserriss) spielten die Borussen stark und nutzten endlich einmal auch viele Chancen, wenngleich längst nicht alle. "Wir müssen jetzt dranbleiben. Jeder weiß, dass wir noch oben reinwollen", sagte Rose zu den Europapokal-Ambitionen seines Teams.

Besonders stark war die Borussia wieder nach Standardsituationen. Die ersten drei Tore fielen alle entweder direkt oder kurz nach einer Ecke. Kein anderes Bundesligateam ist nach Standards so erfolgreich wie die Gladbacher.

Titelfoto: dpa/Marius Becker

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