Restart verpennt: Wird die Eintracht zum Abstiegskandidaten?

Frankfurt am Main - Die Vorfreude währte lang, die Erwartungen waren groß. Doch bereits nach 35 Sekunden war klar, dass Eintracht Frankfurt den Bundesliga-Restart verpennt hatte. Das 1:3 (0:2) gegen Borussia Mönchengladbach (TAG24 berichtete) war phasenweise ein Armutszeugnis von Seiten der Hausherren. Die Frage nun: Wo landet die Eintracht am Ende dieser kuriosen Saison?

Frankfurts Almamy Touré (r.) hatte so seine Probleme mit Galdbachs Marcus Thuram (l.).
Frankfurts Almamy Touré (r.) hatte so seine Probleme mit Galdbachs Marcus Thuram (l.).  © Michael Probst/AP-Pool/dpa

Nach nur sieben Minuten war gefühlt der sprichwörtliche Deckel drauf. Alassane Pléa (1.) und Marcus Thuram (7.) besorgten den Galdbacher Doppelschlag, darauf folgten viele Bemühungen der Hausherren, gebracht hatte dies aber nichts. Erst die Einwechslung von Stürmer André Silva brachte die ersten Lichtblicke an einem Samstagabend zum Vergessen für die SGE.

Trainer Adi Hütter übte sich zunächst als fairer Verlierer, gratulierte dem Gegner zum verdienten Sieg und hielt sich mit überharter Kritik an seinen Schützlingen vorerst zurück: "Nach zehn Tagen Mannschaftstraining und dem ersten Spiel muss man die Schlüsse draus ziehen. Es bringt nichts, jetzt draufzuhauen, das mache ich nicht. Das klären wir intern. Das Herz hat gestimmt, aber ein paar Situationen haben wir sehr unglücklich gelöst", so der 50-jährige Fußballlehrer nach dem Spiel.

Sorgen mache er sich (noch) keine, die ersten Gedanken bedenklicher Natur hätten sich aber bereits eingeschlichen, gab Hütter zu.

Dass er und seine Teamkollegen den Start "verschlafen" hätten, das gab Abwehrkante Martin Hinteregger ohne wenn und aber zu. Besonders kritisch könnten den geneigten Fan folgende Worte des österreichischen Publikumslieblings stimmen.

"Der Druck vom Publikum ist einfach nicht da. Es fühlt sich für jeden ein bisschen an wie ein Trainingsspiel." Sind sich die Adlerträger etwa nicht dem Ernst der Lage bewusst? Schaffen sie es ohne Fans auf den Rängen etwa nicht auf Betriebstemperatur zu kommen? Wäre dem so, muss man sich ernsthaft die Frage stellen, ob aus dem Europa-Anwärter letztlich doch noch ein Abstiegskandidat werden könnte?

Nationalkeeper Kevin Trapp machte zumindest im Ansatz darauf aufmerksam: "Wir müssen weitermachen und die nötigen Punkte holen. Dass es noch eng werden kann, sieht man in der Tabelle", so der 29-jährige Schlussmann der Hessen.

Worauf es ankomme, weiß Trapp angesichts seiner gewählten Worte nach der Niederlage aber auch: "Wir müssen uns auf unsere Aufgaben konzentrieren. Die Dinge, die wir falsch gemacht haben, das hat nichts mit dem Publikum zu tun. Das hat mit der Konzentration zu tun". Dies muss sich nun jedoch noch auf die komplette Mannschaft übertragen - keine leichte Aufgabe.

Angesichts der kommenden Aufgaben stellte der Frankfurter Coach klar, dass eine deutliche Leistungssteigerung unabdingbar ist, wenn man nicht in den Abstiegsstrudel geraten möchte. "Wir haben noch ein Spiel weniger, aber noch sehr starke Gegner. Wir fahren jetzt nach München (Samstag, 25. Mai, 18.30 Uhr), dort hängen die Trauben um einiges höher".

Titelfoto: Michael Probst/AP-Pool/dpa

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