Griff in die Trickkiste? So soll Eintracht Frankfurt den Kostic-Wechsel blockiert haben

Frankfurt am Main - Filip Kostic (28) bleibt nun doch bei Eintracht Frankfurt (TAG24 berichtete). Ein Medienbericht legt nun allerdings die Vermutung nahe, dass der hessische Bundesligist hier mit gezinkten Karten gespielt haben soll.

Der Medienbericht rückt das verweigerte Training von Filip Kostic (28) in ein anderes Licht.
Der Medienbericht rückt das verweigerte Training von Filip Kostic (28) in ein anderes Licht.  © dpa/Marius Becker

So verweist unter anderem "Transfermarkt.de" auf den italienischen Sportjournalisten Gianluca Di Marzio. Dieser berichtet, dass man bei Eintracht Frankfurt dem Spieler bewusst ein Angebot des an ihm interessierten italienischen Klubs Lazio Rom verschwiegen habe.

Demnach soll man vom Main eine falsche E-Mail-Adresse an die Verantwortlichen von Lazio übermittelt haben, sodass ein erstes Angebot der Biancocelesti nicht bei Eintracht Frankfurt ankam. Gegenüber Kostic sei dann argumentiert worden, dass kein Angebot vorliege.

Allerdings habe Kostics Berater Fali Ramadani ebenfalls die Mail mit dem Angebot erhalten. Er soll diese abfotografiert und an Kostic weitergeleitet haben.

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Das sei dann der Grund dafür gewesen, warum der serbische Nationalspieler vor dem Spiel am vergangenen Wochenende gegen Arminia Bielefeld das Training verweigerte (TAG24 berichtete).

Laut Di Marzio soll das Angebot zehn Millionen Ablöse mit Boni von bis zu zwei Millionen weiteren Euro enthalten haben.

Eintracht Frankfurt verlangt 15 Millionen für Filip Kostic, die wollte Lazio Rom nicht zahlen

Die Eintracht-Verantwortlichen um Sport-Vorstand Markus Krösche (40) wollten Kostic nicht unter einer Ablöse von 15 Millionen Euro ziehen lassen.
Die Eintracht-Verantwortlichen um Sport-Vorstand Markus Krösche (40) wollten Kostic nicht unter einer Ablöse von 15 Millionen Euro ziehen lassen.  © DPA/Arne Dedert

Zehn Millionen Euro standen auch im Raum, als Eintracht Frankfurt schließlich offiziell von einem Angebot aus Rom sprach. Die Hessen wollen Kostic allerdings nicht für weniger als 15 Millionen Euro ziehen lassen.

Ein weiteres, höheres Angebot soll Lazio allerdings nicht mehr abgegeben haben, weshalb der Transfer letztlich geplatzt sei.

Nun bleibt der 28-Jährige also erstmal bei am Main. Stellt sich die Frage, wie sich das ganze Hickhack auf das Verhältnis zwischen Spieler und Verein auswirken wird.

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Markenbotschafter und Eintracht-Idol Alex Schur (50) kündigte jedenfalls an, dass der Ärger um das verweigerte Training noch nicht vergessen sei.

"Mit einer Geldstrafe ist das nicht getan. Als Trainer musst du einer Mannschaft auch klare Regeln vorgeben. Vielleicht sitzt Kostic zwei Spiele auf der Tribüne", sagte Schur der "Bild".

Da der Flügelspieler aber mit Serbien zur WM im kommenden Jahr wolle, müsse er dann wieder Leistung bringen - und das geht zurzeit eben nur bei Eintracht Frankfurt.

Eintracht Frankfurt dementiert, Lazio-Manager Igli Tare will sich nicht äußern

Die Gerüchte über die falsche E-Mail-Adresse wollte Lazio Roms Manager Igli Tare (48) nicht kommentieren.

"Dazu möchte ich nichts sagen. Es macht keinen Sinn mehr, darüber zu sprechen", sagte der frühere Bundesligaprofi bei Spox und Goal am Mittwoch. "Wir hätten Filip Kostic gerne verpflichtet. Aber das ist jetzt Geschichte."

Die Eintracht dementierte bei Spox und Goal zudem die Darstellung von Gianluca di Marzio, Lazio bewusst eine falsche E-Mail-Adresse übermittelt zu haben.

Tare hatte Anfang der Woche bei "bild.de" gesagt, dass die Römer von der Eintracht gebeten wurden, ein schriftliches Angebot zu machen.

"Das haben wir per Mail, wie gewünscht, bestätigt. Danach wurde öffentlich gesagt, dass kein Angebot vorliege", sagte der frühere albanische Nationalspieler demnach.

Titelfoto: dpa/Marius Becker

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