Hertha geht's kaum! Eintrachts Mega-Heimserie reißt - Berliner Krise abgewendet

Frankfurt am Main - Der Bayern-Sieg wurde ein weiteres Mal zum Fluch! Eintracht Frankfurt ist es erneut nicht gelungen, ein Erfolgserlebnis gegen die Münchener zu vergolden. Am 8. Bundesliga-Spieltag verloren die Hessen mit 1:2 (0:1) gegen Hertha BSC und stecken weiterhin im unteren Tabellendrittel fest.

Suat Serdar (l.) und Maximilian Mittelstädt (M.) von Hertha BSC bejubeln den Treffer zum 1:0 gegen Eintracht Frankfurt durch Marco Richter.
Suat Serdar (l.) und Maximilian Mittelstädt (M.) von Hertha BSC bejubeln den Treffer zum 1:0 gegen Eintracht Frankfurt durch Marco Richter.  © DPA/Arne Dedert

Rund 32.000 Zuschauer hatten im Deutsche Bank Park Platz genommen und sahen Tore von Marco Richter (7./1:0), Jurgen Ekkelenkamp (63./2:0) und Gonçalo Paciência (78./2:1).

Vier Neue sollten nach dem 2:1-Sensationssieg der SGE beim FC Bayern München auch gegen Berlin für die maximale Punkteausbeute sorgen: Trainer Oliver Glasner ließ Makoto Hasebe, Evan N'dicka, Jens Petter Hauge und Sam Lammers für Stefan Ilsanker, Tuta, Almamy Touré und Rafael Borré in die Startelf rotieren.

Sein Gegenüber Pál Dárdai setzte nach der 1:2-Pleite gegen den SC Freiburg sogar gleich auf fünf frische Kräfte: Peter Pekarík, Vladimír Darida, Maximilian Mittelstädt, Santiago Ascacibar und Krzysztof Piatek durften anstelle von Marton Dardai (Muskelfaserriss), Lucas Tousart, Kevin-Prince Boateng, Stevan Jovetic und Davie Selke (alle Bank) von Beginn an ran.

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Und die Frankfurter Defensive, die in München noch so sattelfest wirkte, musste früh den ersten Rückschlag hinnehmen. Bei einer Darida-Flanke von links sahen N'dicka und Filip Kostic im Strafraum alles andere als gut aus, während Richter entspannt zur Gästeführung einnicken konnte (7.).

Der frühe Gegentreffer hinterließ durchaus Wirkung bei den Hausherren. Immer wieder erstickten die Frankfurter Offensivbemühungen aufgrund von Unstimmigkeiten und ungenauen Zuspielen. Zudem musste Kevin Trapp im Kasten der SGE aus kürzester Distanz den zweiten Gegentreffer gegen Piatek verhindern (18.).

Die Startaufstellung von Eintracht Frankfurt gegen Hertha BSC

Mit dieser Anfangsformation ging Hertha BSC in die Partie bei Eintracht Frankfurt

Hertha BSC sichert sich frühe Führung - Eintracht Frankfurt kommt nicht in die Partie

Dedryck Boyata (l.) von Hertha BSC packt das lange Bein gegen Eintracht Frankfurts Evan N'dicka aus.
Dedryck Boyata (l.) von Hertha BSC packt das lange Bein gegen Eintracht Frankfurts Evan N'dicka aus.  © DPA/Arne Dedert

Rund 25 Minuten sollte es dauern, ehe die Adlerträger erstmals halbwegs gefährlich vor das gegnerische Tor kommen sollten: Nach einem Eckball lenkte Lammers die Pille haarscharf am Kasten vorbei (25.).

Wenig später hieß es: wieder Ecke Frankfurt, wieder Gefahr! Eine einstudierte Variante landete flach beim außerhalb des Sechzehners postierten Kristijan Jakić, der direkt abzog, aber am Berliner Schlussmann Alexander Schwolow scheiterte (28.).

Währenddessen war sich die Eintracht oftmals selbst der ärgste Gegner. Beim Versuch das Spielgerät per Kurzpassspiel aus dem Gefahrenbereich zu bugsieren, leistete sich Hasebe ein leichtsinniges Zuspiel, das Piatek um ein Haar ausgenutzt hätte. Am Ende ließ es der Pole jedoch an Präzision mangeln (42.).

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Somit blieb es zum Pausenpfiff von Deniz Aytekin bei der knappen, aber durchaus verdienten Pausenführung der Gäste.

Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich die Eintracht nicht nur personell, sondern vor allem auch mental verändert. Die Hereinnahmen von Touré und Daichi Kamada brachten umgehend frischen Wind in die Partie, eine erste gute Gelegenheit vergab Djibril Sow nach Kostic-Vorlage denkbar knapp (53.).

Von der zuvor erfrischend nach vorne spielenden Hertha war in der ersten Viertelstunde des zweiten Durchganges mittlerweile nicht mehr viel zu sehen.

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Eintracht Frankfurts Keeper Kevin Trapp (l.) ärgert sich über den Treffer zum zwischenzeitlich 2:0 für Hertha BSC durch Jurgen Ekkelenkamp.
Eintracht Frankfurts Keeper Kevin Trapp (l.) ärgert sich über den Treffer zum zwischenzeitlich 2:0 für Hertha BSC durch Jurgen Ekkelenkamp.  © DPA/Arne Dedert

Goncalo Paciencia lässt Eintracht Frankfurts Hoffnung vom Elfmeterpunkt leicht aufkeimen

Eintracht Frankfurts Filip Kostic am Boden. Für ihn und sein Team lief es gegen Hertha BSC alles andere als gut.
Eintracht Frankfurts Filip Kostic am Boden. Für ihn und sein Team lief es gegen Hertha BSC alles andere als gut.  © DPA/Arne Dedert

Stattdessen praktizierte die Glasner-Truppe ein Power-Play par excellence, dem bis dahin lediglich die Krönung in Form des Ausgleichstreffers fehlte. Stattdessen setzte es eine eiskalte Dusche seitens der bis dahin harmlosen Hertha.

Einen schnell eingeleiteten Gegenangriff veredelte Mittelstädt mit einem flach von links hineingespielten Ball, den Ishak Belfodil zunächst noch verpasste. Im Rückraum war jedoch Ekkelenkamp zur Stelle und schob zur durchaus überraschenden 2:0-Führung der Gäste ein (63.).

Auch in der Folge suchten die Mannen vom Stadtwald weiter den Weg nach vorne - und wurden endlich belohnt: Nach einem Foul von Schwolow am eingewechselten Paciência, zeigte Aytekin auf den Elfmeterpunkt. Der Gefoulte übernahm selbst - und verkürzte auf 2:1 - ging da noch was für die Eintracht (78.)?

Tatsächlich wurde es auf den letzten Metern nichts mehr mit der erhofften Frankfurter Aufholjagd. Somit endete zeitgleich die Serie von 22 Heimspielen ohne Niederlage. Für die Dardai-Truppe war es hingegen ein befreiender Sieg genau zum rechten Zeitpunkt.

Am kommenden Spieltag bekommen es die Hessen am Sonntag (24. Oktober/19.30 Uhr) auswärts mit dem VfL Bochum zu tun. Zuvor steht am Donnerstag (21. Oktober/21 Uhr) das Europa-League-Gruppenspiel gegen Olympiakos Piräus an. Am Samstag (23. Oktober/18.30 Uhr) empfängt die Hertha die Borussia aus Mönchengladbach.

Titelfoto: DPA/Arne Dedert

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