Trapp-Schock bei Eintracht-Zittersieg: Belgische Böller-Attacke überschattet Premieren-Erfolg

Antwerpen - Neuntes Saison-Pflichtspiel, erster Sieg! Dank eines 1:0(0:0)-Erfolgs am zweiten Spieltag der Europa-League-Gruppenphase bei Royal Antwerpen ist der sprichwörtliche Knoten bei Eintracht Frankfurt endlich geplatzt.

Eintracht Frankfurts Timothy Chandler (M.) stibitzt Royal Antwerpens Viktor Fischer (r.) erfolgreich den Ball.
Eintracht Frankfurts Timothy Chandler (M.) stibitzt Royal Antwerpens Viktor Fischer (r.) erfolgreich den Ball.  © dpa/Marius Becker

Den goldenen Treffer im mit rund 8000 Zuschauern gefüllten Bosuilstadion erzielte Goncalo Paciencia (90.+1/FE).

Im Gegensatz zum 2:1-Sieg in der Liga gegen Union Saint-Gilloise stellte Royal-Coach Brian Priske viermal um: Für Michael Frey, Jelle Bataille, Pieter Gerkens und Koji Miyoshi rückten Manuel Benson, Ritchie De Laet, Viktor Fischer und Johannes Eggestein in die erste Elf.

Vor allem verletzungsbedingt sah sich Eintracht-Trainer Oliver Glasner nach dem 1:1-Remis gegen den 1. FC Köln zu insgesamt drei Wechseln in der Startaufstellung genötigt. Makoto Hasebe und Almamy Touré ersetzten Erik Durm (Gehirnerschütterung) und Evan N'dicka (überstrecktes Knie). Zudem übernahm Ajdin Hrustic für Jens Petter Hauge.

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Eintracht Frankfurt Gänsehaut pur! Mit diesem Clip rühren Eintrachts Euro-Helden ihre Fans zu Tränen

Was vom Anpfiff an besonders auffiel: Die Stimmgewalt der Frankfurter Fans, die am Nachmittag noch durch Tumulte negativ aufgefallen waren, schallte durchgängig durch das belgische Stadionrund und sollte die in schwarz gekleideten Akteure voranpeitschen.

Auf dem Feld machte sich das auch direkt bemerkbar. Nach einem tollen Pass in den Lauf von Timothy Chandler war es lediglich der bescheidenen Ballbehandlung von Sam Lammers geschuldet, dass die "Adlerträger" nicht früh in Führung gingen (8.).

Aber auch die Hausherren zeigten sich bemüht. Infolge eines gut getimten Zuspiels von Eggestein kam Fischer in eine aussichtsreiche Schussposition, den Abschluss parierte Kevin Trapp jedoch ohne große Mühe (18.).

Erste Elf von Royal Antwerpen für das Europa-League-Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt

Startaufstellung von Eintracht Frankfurt im Europa-League-Gastspiel bei Royal Antwerpen

"Was die Eintracht kann, können wir auch", dachten sich wohl die Fans von Royal Antwerpen, die auf der Tribüne mit Bengalos hantierten.
"Was die Eintracht kann, können wir auch", dachten sich wohl die Fans von Royal Antwerpen, die auf der Tribüne mit Bengalos hantierten.  © dpa/Marius Becker

Eintracht-Frankfurt-Fans machen im Stadion von Royal Antwerpen ordentlich Stimmung

Trotz seiner 37 Lenze noch immer einer der besten auf dem Platz: Eintracht-Frankfurt-Oldie Makoto Hasebe.
Trotz seiner 37 Lenze noch immer einer der besten auf dem Platz: Eintracht-Frankfurt-Oldie Makoto Hasebe.  © Olivier Matthys/AP/dpa

Die passende Antwort auf den aufkeimenden Offensivdrang der Priske-Elf lieferte Filip Kostic. Der kam aus spitzem Winkel und rund zwölf Metern Torentfernung zum Abschluss, Royal-Keeper Jean Butez bekam aber gerade noch rechtzeitig die Fäuste hoch (18.).

In der Folge entwickelte sich ein munteres Spiel auf Augenhöhe, in dem sich beide Formationen ihre Gelegenheiten erarbeiteten. Eine davon hatte Benson, der nach einem tollen Solo im Sechzehner zum Abschluss kam, schließlich aber nur den Außenpfosten traf (34.).

Darüber hinaus brachten die Teams aber keine nennenswerten Aktionen mehr auf den Rasen. Somit ging es nach dem Pausenpfiff von Schiedsrichter Jakob Kehlet torlos in die Kabinen.

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Eintracht Frankfurt Spieler des Turniers! Dieser Eintracht-Euro-Held überragte sie alle!

Direkt zum Start in den zweiten Durchgang gab es dann überaus unschöne Szenen zu sehen: Ein in den Frankfurter Strafraum geworfener Feuerwerkskörper explodierte direkt in Trapps Nähe. Der SGE-Keeper ging für einen Moment zu Boden, konnte aber kurz darauf weitermachen (47.).

Diese völlig unnötige Aktion sorgte in der Folge wohl auch mit dafür, dass die Partie zunächst äußerst zerfahren anmutete und immer wieder aufgrund kleinerer Nicklichkeiten unterbrochen wurde.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit: Eintracht-Frankfurt-Torhüter Kevin Trapp von Böller getroffen

Eintracht Frankfurts Schlussmann Kevin Trapp lag am Boden, nachdem direkt in seiner Nähe ein Feuerwerkskörper hochging.
Eintracht Frankfurts Schlussmann Kevin Trapp lag am Boden, nachdem direkt in seiner Nähe ein Feuerwerkskörper hochging.  © dpa/Marius Becker

Eintracht Frankfurt dreht in der Schlussphase bei Royal Antwerpen auf - mit Erfolg!

Die Defensive von Eintracht Frankfurt um Makoto Hasebe (l.) und Martin Hinteregger (M.) machte gegen Royal Antwerpen einen guten Job. Die Offensive war hingegen viel zu harmlos.
Die Defensive von Eintracht Frankfurt um Makoto Hasebe (l.) und Martin Hinteregger (M.) machte gegen Royal Antwerpen einen guten Job. Die Offensive war hingegen viel zu harmlos.  © Laurie Dieffembacq/BELGA/dpa

Dass sich der Schlussmann der Hessen von diesem Schock aber bestens erholt hatte, zeigte er bei einem Antwerpener Freistoß, in dessen Folge er eine Kopfball-Hereingabe von Dinis Almeida reaktionsschnell abwehrte (61.).

Von den Vorderleuten des Nationaltorhüters kam hingegen nach dem Seitenwechsel praktisch nichts mehr. Zu harmlos präsentierten sich die Mannen vom Stadtwald in der Vorwärtsbewegung. Die Folge: Eine nennenswerte Chance blieben Lammers und Co. auch nach 20 gespielten Minuten schuldig.

Zumindest etwas Torgefahr seitens der Eintracht entstand schließlich zum Beginn der Schlussviertelstunde. Der umtriebige Chandler versuchte es mit einem flachen Zuspiel in den Strafraum, wo Rafael Borré wartete. Dem gelang es aber nicht, die Pille in die Maschen zu setzen (76.).

Ähnlich erging es Hinteregger, der nach einem Eckball in aussichtsreicher Position vor dem belgischen Kasten auftauchte, das Spielgerät letztlich aber am Tor vorbeistolperte (83.).

Am Ende sollte es aber doch noch etwas mit dem Siegtreffer werden. Der eingewechselte Jesper Lindström wurde im gegnerischen Strafraum unsanft zu Fall gebracht und bekam zu Recht einen Elfmeter zugesprochen, den der ebenfalls neu hereingekommene Paciencia eiskalt verwandelte (90.+1) - es sollte der goldene Treffer und damit einhergehend der langersehnte erste Pflichtspielsieg der Hessen sein.

Schon am Sonntag (3. Oktober, 17.30 Uhr) wartet auf die SGE in der Bundesliga mit dem Gastspiel beim FC Bayern München eine wahre Herkules-Aufgabe.

Titelfoto: Montage: DPA/Marius Becker

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