Meine Meinung: Die Eintracht braucht (fast) keine Stürmer!

Frankfurt am Main - Die - zugegebenermaßen recht kurze - Ära von Bas Dost (31) bei Eintracht Frankfurt ist seit Donnerstag zu Ende. Der niederländische Sturm-Schlacks unterschrieb beim belgischen Vertreter FC Brügge und ließ den hessischen Bundesligisten mit nur noch zwei verbliebenen Angreifern im Kader zurück. Doch braucht es tatsächlich viele Stürmer für viel Torgefahr?

Nach dem Abgang von Bas Dost (31) bleiben Eintracht Frankfurt nur noch zwei gelernte Stürmer im Kader.
Nach dem Abgang von Bas Dost (31) bleiben Eintracht Frankfurt nur noch zwei gelernte Stürmer im Kader.  © DPA/Arne Dedert

Schon vor Saisonbeginn hatte die SGE durchaus einen Stürmer-Mangel. Gonacalo Paciencia (26) wurde zum FC Schalke 04 verliehen, Angriffs-Hoffnung Dejan Joveljic (21) wechselte auf gleicher Basis zum österreichischen Bundesligisten Wolfsberger AC.

Somit halten nach Dosts Abgang lediglich "Lebensversicherung" André Silva (25) und U-Nationalkicker Ragnar Ache (22), der sich noch von einer Oberschenkelverletzung erholt, die Stürmer-Fahne der "Adlerträger" hoch.

Wo andere Vereine im deutschen Oberhaus sicherlich in hektisches Kribbeln und sintflutartiges Schwitzen verfallen würden, bleibt die Eintracht gelassen. Warum? Weil sie auch ohne Doppel- oder Dreifach-Spitze bewiesen hat, dass sie für Torgefahr und attraktiven Fußball in Fahrtrichtung vorwärts sorgen kann.

Schon in den ersten Partien der laufenden Saison probierte sich Frankfurts Coach Adi Hütter (50) an einem System mit nur einem gelernten Angreifer - meist Silva - aus, in den vergangenen drei Liga-Partien agierte er dann konsequent mit nur einem Stürmer in der Startelf.

Die Bilanz: Zwei aussagekräftige Unentschieden gegen Top-Teams wie Borussia Dortmund (Endstand 1:1) und Borussia Mönchengladbach (3:3), eine knappe Niederlage (1:2 in Wolfsburg) und ein langersehnter und wohlverdienter Sieg beim FC Augsburg (2:0).

Corona-Pandemie machte einen Dost-Abgang wohl unausweichlich

Dabei rückten neben dem absoluten Top-Scorer Silva - 9 Treffer in 12 BL-Spielen - vor allem feine Fußball-Künstler wie Amin Younes (27) und Aymen Barkok (22) in den Fokus. Sie verliehen dem Eintracht-Spiel mehr Glanz und Gloria, das Ergebnis waren weitaus ansehnlichere - und vor allem erfolgreichere - Auftritte der SGE.

Laut der Bild-Zeitung kassierte die Eintracht rund vier Millionen Euro für den 31-jährigen Dost, spart zudem ein Gehalt in Höhe von etwa derselben Summe. Geld, dass die Eintracht in Zeiten von Corona dringend braucht, beziehungsweise einsparen muss.

Doch zwei Faktoren sollten den hessischen Bundesligisten - und auch seine Fans - milde stimmen. Zum einen werden die Frankfurter wohl ziemlich sicher für Stürmer-Nachschub sorgen, zum anderen kann die Eintracht auch ohne viele Stürmer für viel Furore und Torgefahr sorgen.

Titelfoto: Montage: DPA/Arne Dedert, TAG24/Angelo Cali

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