"Souveräner Europa-League-Einzug": Eintracht-Sportchef Bobic bringt Fans auf die Palme

Frankfurt am Main - Nach der peinlichen 3:4-Pleite beim FC Schalke 04 am vorletzten Bundesliga-Spieltag ist für Eintracht Frankfurt der Traum von der Champions League wohl endgültig futsch! Doch an wem lag es? Da hat der scheidende Sportvorstand Fredi Bobic (49) seine ganz eigene Theorie.

Noch-Eintracht-Frankfurt-Sportvorstand Fredi Bobic (49) gab der "Sportschau" nach dem Abpfiff ein äußerst brisantes Interview. (Archivfoto)
Noch-Eintracht-Frankfurt-Sportvorstand Fredi Bobic (49) gab der "Sportschau" nach dem Abpfiff ein äußerst brisantes Interview. (Archivfoto)  © dpa/Uwe Anspach

Nach dem Kick in der Gelsenkirchener Veltins-Arena stand der zukünftige sportliche Verantwortliche von Hertha BSC der ARD Rede und Antwort. Dabei wurde Bobic eben auf die Ursache für den Negativtrend der vergangenen Wochen (nur vier Punkte aus den vergangenen fünf Partien nach dem Abschied von Trainer Hütter, Anm. d. Red.) angesprochen.

Seine Antwort fiel dabei, wohl vor allem für die Fans der "Adlerträger", alles andere als nachvollziehbar aus. Zunächst stellte der ehemalige Nationalstürmer klar, dass man sich bewusst machen sollte, dass der SGE ein "souveräner Europa-League-Einzug" gelungen sei.

Die Verantwortung dafür, dass es mit dem "Traumziel" Königsklasse am Ende wohl nichts wurde, wies er aber von sich und dem ebenfalls abwandernden Trainer Adi Hütter (51) ab.

"Das Negative wird gesucht. Meine Person geht weiter, der Trainer geht woanders hin. Das wird in Zusammenhang gebracht. Das ist aus meiner Sicht sehr billig. Ich habe nie einen Bruch zwischen Trainer und Mannschaft gesehen", sagte Bobic.

Eine durchaus interessante, wie auch exklusive These. Denn dass nach der Verkündung des Wechsels von Hütter in Richtung Borussia Mönchengladbach nur vier von 15 möglichen Zählern geholt, ein Vorsprung von zwischenzeitlich sieben Punkten auf Rang fünf verzockt und drei der insgesamt sechs Saisonniederlagen eingefahren wurden, lässt den neutralen Betrachter kaum noch an einen Zufall glauben.

Bobics Vertrauten aus den eigenen Reihen ging es da übrigens genauso!

Sebastian Rode verbindet Abschied von Adi Hütter mit der Negativserie von Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurts Kapitän Makoto Hasebe (37, M) war nach der 3:4-Niederlage beim FC Schalke 04 sichtlich bedient.
Eintracht Frankfurts Kapitän Makoto Hasebe (37, M) war nach der 3:4-Niederlage beim FC Schalke 04 sichtlich bedient.  © dpa/Guido Kirchner

Denn nicht nur der Noch-Übungsleiter sprach von einem "Nervenflattern", das in den vergangenen Wochen eingesetzt habe, auch Mittelfeld-Fighter Sebastian Rode (30) konnte sich seinem Sportvorstand nicht wirklich anschließen. Der gebürtige Hesse sprach davon, dass der Abgang Hütters die Mannschaft beeinflusst habe. "Das ist nicht mehr von der Hand zu weisen", so Rode.

Doch gegenüber Sky wurde der 30-Jährige sogar noch deutlicher: "Die ganze Mannschaft, samt Trainer, hat heute versagt." Klares Statement - auch gegen den Noch-Trainer, der im Verlauf der Partie auf Schalke durchaus hin und wieder etwas unbeteiligt und desinteressiert wirkte.

Wessen Meinung auch immer die Wahrheit widerspiegeln mag: Dass man Bobic und Hütter nach dem enttäuschenden Abschluss der Saison in Frankfurt wohl kein Denkmal errichten wird, wird nach ihren Aussagen der vergangenen Wochen immer wahrscheinlicher.

Titelfoto: Montage: DPA/Uwe Anspach, DPA/Guido Kirchner

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