Totalabsturz statt Höhenflug: Versauen Bobic und Hütter der Eintracht jetzt alles?

Das Fan-Herz von TAG24-Redakteur Angelo Cali blutet! Eintracht Frankfurt steht vor einem historischen Einzug in die Champions League und dennoch haben sich andere Themen in den Vordergrund gedrängt, die diesen Erfolg boykottieren. Eine Einschätzung zum Wegbruch der Führungsetage beim hessischen Bundesligisten.

Frankfurt am Main - Stell' dir vor, Eintracht Frankfurt spielt Champions League, und keiner redet darüber! Was sich kaum ein Anhänger des hessischen Bundesligisten vor einigen Wochen - oder gar jemals - hätte erträumen können, ist spätestens seit dem wohl fixen Wechsel von Trainer Adi Hütter (51) zu Borussia Mönchengladbach grausame Realität. Für TAG24-Redakteur Angelo Cali ein absolutes Unding!

(Noch-) Eintracht-Frankfurt-Trainer Adi Hütter (51) steht kurz vor einem Wechsel zu Borussia Mönchengladbach.
(Noch-) Eintracht-Frankfurt-Trainer Adi Hütter (51) steht kurz vor einem Wechsel zu Borussia Mönchengladbach.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Am Montagmittag war es so weit! Mehrere Medien berichteten über den wohl feststehenden Wechsel Hütters zur Borussia. Was dabei besonders wurmt, könnte wohl ein gesamtes Prime-Time-Abendprogramm füllen.

Noch wenige Wochen zuvor hatte der Österreicher in der Sky-Talk-Sendung "Sky90" behauptet, "ich bleibe". Starke Worte, die nun lediglich stark geheuchelt erscheinen. Zudem könnte der Zeitpunkt kaum ungünstiger sein.

Die SGE steht zumindest mit einem halben Bein in der kommenden Champions League, hat sieben Zähler Vorsprung auf Platz fünf. Doch was ein plötzliches Bekanntwerden eines Trainerabgangs anstellen kann, machte sich bei Hütters wahrscheinlichem neuen Arbeitgeber bereits offenkundig bemerkbar.

Nachdem Mitte Februar der Wechsel von Noch-Gladbach-Coach Marco Rose (44) zu Borussia Dortmund bekannt wurde, fiel das Team in ein sportliches Loch, verspielte die Chance auf eine erneute Qualifikation für die Königsklasse und könnte in der nächsten Spielzeit mitunter gar nicht international vertreten sein.

Und auch wenn die Spieler der "Adlerträger" stets beweisen konnten, dass sie sich von internen Querelen nicht aus dem Tritt bringen lassen, so müsste sich vor allem Hütter den Verlust von Tabellenrang vier maßgeblich ankreiden lassen.

Zudem macht der Wechsel nach Gladbach zumindest aus aktueller sportlicher Sicht nur wenig Sinn, eben gerade, weil die Eintracht tabellarisch weitaus besser dasteht als die "Fohlen".

Adi Hütter zu Borussia Mönchengladbach? Durchweg unverständlich!

Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic (49) wird Frankfurt im Sommer verlassen. Seine Zukunft ist noch ungewiss.
Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic (49) wird Frankfurt im Sommer verlassen. Seine Zukunft ist noch ungewiss.  © dpa/Uwe Anspach

Doch auch in diesem Fall sollte das uralte Sprichwort "Reisende sollte man nicht aufhalten" gelten, weshalb man von Frankfurter Seite nicht in große Theatralik verfallen und sich viel eher über die Rekord-Ablösesumme (Anm. d. Red.: Rund 7,5 Millionen Euro) freuen sollte.

Ein ähnliches Vorgehen sollte auch beim ebenfalls abwanderungswilligen Sportvorstand Fredi Bobic (49) gelten. Der hatte eigenmächtig in einer Sportschau-Sondersendung mitgeteilt, dass er die Eintracht im Sommer verlassen werde, eine Reaktion des Vorstandes folgte.

Sollte sich Bobic für eine ähnlich hohe Ablöse an Hertha BSC verhökern lassen - auch wenn dies in den letzten Tagen unwahrscheinlicher wurde - so würde ich applaudierend auf meinem Bürostuhl sitzen, mich für die Professionalisierung der Eintracht-Infrastruktur bedanken und der Personalie selbst keine Träne nachweinen.

Die Fälle Bobic und Hütter zeigen dennoch auf grausame Art und Weise einmal mehr auf, dass der Fußball zu einem Geschäft verkommen ist, bei dem nur die persönliche Weiterentwicklung und das Streben nach Erfolg Priorität haben. Vereinstreue oder gar das Einhalten von Verträgen entwickeln sich dabei immer mehr zur Farce und verschwinden in der Bedeutungslosigkeit.

Genau so können auch Treueschwüre nicht mehr Ernst genommen werden. Was jedoch auch weit darüber hinaus immer Bestand haben wird, ist die Eintracht, die stets übergeordnet über jeder Einzelperson, sei es Spieler, Trainer oder Manager, stehen wird.

Bobic und Hütter kann man es einerseits nicht verdenken, berufliche und/oder persönliche Ziele zu verfolgen, andererseits kann oder muss man sie für den Bärendienst an ihrer Mannschaft durchaus in die Verantwortung ziehen.

Titelfoto: Montage: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa, DPA/Uwe Anspach, Privat/Angelo Cali

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