Abstiegskampf adé? Eintracht ringt Werder in kampfbetontem Nachholspiel nieder

Bremen - Erst machte ihnen Sturmtief "Bianca" einen Strich durch die Rechnung, dann kam das Coronavirus. Am Dienstagabend war es dann endlich soweit: Eintracht Frankfurt schlug zum Nachholspiel des 26. Bundesliga-Spieltages bei Werder Bremen auf. Mit einem 3:0 (0:0) im Weserstadion distanzierte sich der hessische Bundesligist deutlich von der Abstiegszone.

Bremens Marco Friedl (v.) und Frankfurts Almamy Toure kämpfen um den Ball.
Bremens Marco Friedl (v.) und Frankfurts Almamy Toure kämpfen um den Ball.  © Stuart Franklin/Getty Images Europe/Pool/dpa

Die Frankfurter Treffer besorgten André Silva (60.) und zwei Mal Stefan Ilsanker (81.und 90.).

Nach dem überraschenden, aber auch befreienden 2:1-Erfolg im letzten Spiel beim VfL Wolfsburg (TAG24 berichtete) war Cheftrainer Adi Hütter scheinbar zufrieden mit seinem Team und tauschte auf lediglich einer Position. Timothy Chandler räumte seinen Startelf-Platz für Almamy Touré.

Schon vor dem Anpfiff war die Ausgangslage klar: Bei einem Sieg der Gäste wäre die Eintracht wohl ganz klar raus aus dem Abstiegskampf. 

Bei einem Bremer Erfolg würde es im Tabellenkeller so richtig spannend. Dementsprechend gingen es beide Formationen an.

Nach etwa zwei gespielten Minuten senste Fin Bartels Mijat Gacinovic um - für Schiedsrichter Patrick Ittrich gab es keine andere Möglichkeit als direkt den gelben Karton auszupacken (3.). 

Die SGE besann sich dann doch eher auf das kontrollierte Spiel nach vorne, was den Mannen vom Stadtwald zwar ein leichtes Plus an Spielanteilen, aber bis auf einen abgewehrten Schuss von Silva (11.) noch nicht viel Zählbares einbrachte.

Die erste große Gelegenheit gab es dann zu Gunsten der Bremer: Yuya Osako versuchte sich gleich an drei Eintracht-Verteidigern. Die Kugel verlor er zwar, doch diese rollte direkt vor die Füße von Davy Klaassen, der sie in Richtung Frankfurter Tor donnerte. Letztlich machte sich Kevin Trapp lang und entschärfte den satten Strahl des Niederländers (15.). 

1. Halbzeit: Körperbetonter Abstiegs-Fight, Eintracht zu schlampig in der Vorwärtsbewegung

Eintracht Frankfurts Kapitän David Abraham (l.), Bremens Niklas Moisander (m.) und Schiedsrichter Patrick Ittrich.
Eintracht Frankfurts Kapitän David Abraham (l.), Bremens Niklas Moisander (m.) und Schiedsrichter Patrick Ittrich.  © Stuart Franklin/Getty Images Europe/Pool/dpa

Insgesamt wirkte die Partie in den ersten 20 Minuten überaus zerfahren. Vor allem den Gästen fehlte im letzten Drittel der entscheidende Punch und die erfolgversprechende Idee.

Als sich spielerisch nicht mehr wirklich viel tat, sorgte der Videobeweis für ein paar spannende Momente. Nach einem Zweikampf zwischen Klaassen und David Abraham im Frankfurter Strafraum spielte der SGE-Kapitän das Spielgerät mit der Hand (35.), eine längere Überprüfung folgte.

Die Zentrale in Köln entschied jedoch aufgrund einer hauchdünnen Abseitsstellung Klaassens zu Gunsten der Frankfurter (38.). 

Dass es den "Adlerträgern" vorerst nicht gelang, ihre Angriffe konsequent auszuspielen, zeigte eine mögliche Kontersituation, die Filip Kostic zu leicht abschenkte (40.). 

Darüber hinaus ereignete sich trotz einer Nachspielzeit von satten drei Minuten nichts mehr. Somit schickte der Unparteiische beide Teams ohne Tore in Richtung Pausentee. 

Auch zum Beginn des zweiten Durchganges erwischte die Eintracht einen leichten besseren Start, wahre Hochkaräter ergaben sich jedoch trotzdem nicht. Fakt blieb, dass beide Teams weiter verbissen um jeden Zentimeter kämpften. 

Und dann trafen die Hessen nach einem Gewusel im Werder-Strafraum, doch die Aufregung währte nur kurz, da das Schiedsrichtergespann auf Abseits entschied (58.).

2. Halbzeit: Eintracht übernimmt die Kontrolle, Silva trifft schon wieder, Ilsanker mit Doppelschlag

Die Eintracht feiert den Treffer zum 1:0 durch André Silva (3.v.l.).
Die Eintracht feiert den Treffer zum 1:0 durch André Silva (3.v.l.).  © Stuart Franklin/Getty Images Europe/Pool/dpa

Nur zwei komplette Umdrehungen des Sekundenzeigers später klingelte es dann aber doch im Kasten der Grün-Weißen. 

Nach feiner und flach geschlagener Kostic-Flanke stand Silva goldrichtig und köpfte zum 1:0 ein (60.).

"Gacinovic, was machst du nur?", dürfte sich wohl jeder Eintracht-Fan nach der Sahne-Aktion des Serben gedacht haben. 

Zunächst tanzte er in Ballettänzer-Manier drei Werderaner aus, setzte den Ball dann aber um wenige Zentimeter am linken Pfosten vorbei - die große Gelegenheit zur Vorentscheidung war dahin (72.). 

Eine Viertelstunde vor dem Ende war es Zeit für die ersten Frankfurter Wechsel. 

Djibril Sow und Bas Dost tauschten den Platz mit Torschütze Silva und Daichi Kamada (77.). Kurz darauf wurde bei der Eintracht weiter Beton angerührt - dachte man zumindest. Denn nur 19 Sekunden nach seiner Einwechslung netzte Ilsanker (kam für Sebastian Rode) zum 2:0 nach einem Eckball ein (81.). Wenige Minuten vor dem Abpfiff war auch für den starken Gacinovic Schluss. Jonathan de Guzman erhielt noch einige Spielminuten (88.).

Die Hausherren zeigten sich seit dem Wiederanpfiff insgesamt leicht überfordert von den intensivierten Bemühungen ihres Gegners - wahre Torgefahr für Trapps Kasten konnten die Werderaner nicht mehr entfachen. Stattdessen setzte die Eintracht nochmal einen drauf. Schon wieder traf Ilsanker - diesmal per Kopf - nach einer Vorlage des kurz zuvor eingewechselten de Guzman (90.).

Der nächste Befreiungsschlag im drohenden Abstiegskampf war für die Hütter-Truppe somit perfekt und durchaus verdient. Für die Hessen geht es schon am Samstag (6. Juni/15.30 Uhr) mit dem nächsten hochemotionalen Match weiter. Dann empfangen die Frankfurter den FSV Mainz 05 zum heiß umkämpften Rhein-Main-Derby.

Titelfoto: Stuart Franklin/Getty Images Europe/Pool/dpa

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