Von Angst um die Champions League zum Leipzig-Jäger: Wird diese Eintracht noch Vizemeister?

Frankfurt am Main - Schockstarre erfolgreich überwunden und wieder voll im Saft! Der Patient Eintracht Frankfurt hat eine Blitzgenesung à la bonne heure an den Tag gelegt und sich ohne lange Schonung mit Volldampf zurück an die Arbeit zum Erreichen eines historischen Ziels - dem Erreichen der Champions League - begeben. Doch was wird am Ende der Ertrag sein?

Co-Trainer Christian Peintinger (54), Coach Adi Hütter (51) sowie Kevin Trapp (30), Erik Durm (28) und Timothy Chandler (31, v.l.n.r.) feiern den 2:0-Sieg von Eintracht Frankfurt gegen den FC Augsburg.
Co-Trainer Christian Peintinger (54), Coach Adi Hütter (51) sowie Kevin Trapp (30), Erik Durm (28) und Timothy Chandler (31, v.l.n.r.) feiern den 2:0-Sieg von Eintracht Frankfurt gegen den FC Augsburg.  © DPA/Arne Dedert

Wenn selbst der sonst eher wortkarge Filip Kostic (28) - oder "Maschine", wie er in Fankreisen durchaus liebevoll genannt wird - nach einem Spiel vor die Mikrofone tritt, weiß man, dass zuvor etwas Besonderes geschafft wurde.

Nach seiner für die Mannschaft erneut überlebenswichtigen Leistung, die von einer butterweich getretenen und von Torjäger André Silva (25) per Kopf veredelten Flanke gekrönt wurde, attestierte "Doktor Maschine" dem Patient SGE eine vollständige Blitzheilung, die nach dem nur wenige Tage zurückliegenden 0:4-Debakel bei Borussia Mönchengladbach alles andere als selbstverständlich war.

"Wir haben die richtige Reaktion und Charakter gezeigt", sagte der Serbe nach dem 2:0-Erfolg gegen den FC Augsburg. Der war aber weder bei genauer Betrachtung noch in der Ansicht der Akteure so komfortabel, wie er auf dem Papier vielleicht anmutete.

Lange Zeit taten sich die Mannen des scheidenden Trainers Adi Hütter (51, wechselt zu Gladbach) schwer gegen die Fuggerstädter. Erst ein wuchtiger Kopfball von Martin Hinteregger (28) in die Maschen ließ die EKG-Linie des hessischen Patienten wieder halbwegs in normalen Bahnen verlaufen.

Nachdem die "Adlerträger" zumindest bis zum späten Mittwochabend sogar Platz drei in der Bundesliga-Tabelle eingenommen haben, fragt man sich, ob aus der vorangegangenen Angst um das Erreichen eines historischen Ziels nun sogar noch die Vizemeisterschaft werden kann?

Eintracht Frankfurt mit dem vermeintlich leichtesten Restprogramm in der Bundesliga

Zugegeben, um die "Roten Bullen" aus Leipzig ein- und letztlich zu überholen, müsste einiges für die SGE laufen. Doch ein Blick auf das Restprogramm all derjeniger, die in den Kampf um die Plätze zwei bis vier involviert sind, zeigt, dass die Eintracht - zumindest auf dem Papier - das wohl entspannteste Restprogramm vor sich hat.

Während RB Leipzig und der VfL Wolfsburg in den verbleibenden vier, respektive fünf Partien beide noch auf den VfB Stuttgart, Borussia Dortmund und den 1. FC Union Berlin treffen, kommt es am vorletzten Spieltag sogar noch zum direkten Duell. Dagegen lesen sich die verbleibenden Partien der Eintracht wie ein - durchaus mit Tücken behaftetes - Reha-Programm.

Nach der schweren Auswärtsaufgabe bei Bayer 04 Leverkusen warten die durchaus schlagbaren Kontrahenten FSV Mainz 05, der bereits abgestiegene FC Schalke 04 sowie der Saisonabschluss gegen den SC Freiburg. Vom hessischen Patienten zum deutschen Vizemeister? Dieser Eintracht ist wirklich alles zuzutrauen!

Titelfoto: DPA/Arne Dedert

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