Zehntausende Fans feiern Eintracht Frankfurts Helden-Mannschaft!

Frankfurt - Die Heimkehr mit dem Silber-Pott wurde für die Euro-Helden von Eintracht Frankfurt zu einer einzigartigen Triumph-Fahrt! Schätzungsweise 200.000 Menschen feierten Trainer Oliver Glasner (47) und seine Schützlinge am Donnerstag in der Mainmetropole für den Gewinn der Europa League.

Eintracht Frankfurt kam sicher in der Heimat an.
Eintracht Frankfurt kam sicher in der Heimat an.  © dpa/Thomas Frey

Damit trieben sie dem einen oder anderen im SGE-Tross sogar Tränen in die Augen. "Wie sich die Menschen freuen ist das Schönste an dem Erfolg", betonte Glasner.

Weit über drei Stunden dauerte der Autokorso vom Flughafen zum Frankfurter Römer, wo sich schon zur Mittagszeit zigtausende Menschen eingefunden hatten, um ihre Lieblinge auf dem Balkon zu feiern.

Vereinslegende Karl-Heinz Körbel (67), der 1980 beim zuvor einzigen internationalen Titelgewinn dabei war, schüttelte angesichts des überwältigenden Empfangs immer wieder ungläubig den Kopf.

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"Was hier abläuft, sprengt alle Grenzen. Das geht in die Geschichte von Eintracht Frankfurt ein. Diese Fankultur ist einzigartig", sagte der Bundesliga-Rekordspieler.

Die Profis genossen das Bad in der Menge. "Ich bin überwältigt", sagte Publikumsliebling Martin Hinteregger (29), der im Endspiel von Sevilla gegen die Glasgow Rangers verletzt zuschauen musste.

Aufsichtsratschef Philip Holzer gestand: "Mir stehen die Tränen in den Augen, wie viel Freude wir den Menschen bereiten."

Die Eintracht-Fans zündeten auf dem Römer auch Pyrotechnik.
Die Eintracht-Fans zündeten auf dem Römer auch Pyrotechnik.  © dpa/Boris Roessler

Eintracht-Coach Oliver Glasner: "Ich lasse die Sau raus und feiere jetzt bis Samstag durch"!

Auf dem Römerberg hatten sich mehrere Tausend Fans versammelt, um den geschichtsträchtigen Erfolg gemeinsam mit ihrer Mannschaft zu feiern.
Auf dem Römerberg hatten sich mehrere Tausend Fans versammelt, um den geschichtsträchtigen Erfolg gemeinsam mit ihrer Mannschaft zu feiern.  © Yann Schreiber/AFP

Selbst der sonst so ruhige Glasner - der den Pokal beim Autokorso durch die Stadt kaum aus der Hand gab - mutierte zum Partybiest.

"Ich lasse die Sau raus und feiere jetzt bis Samstag durch - und am Sonntag gehe ich in den Urlaub", verkündete der Fußball-Lehrer aus Österreich.

Die Eintracht-Profis fühlten sich nach dem zweiten internationalen Titel der Vereinsgeschichte nach dem UEFA-Cup-Sieg vor 42 Jahren wie im Märchen - sicherten sie sich neben dem massiven Pokal doch auch die erstmalige Teilnahme an der Champions League.

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Ein sportlicher und finanzieller Quantensprung für den Traditionsverein, der vor einigen Jahren noch als "launische Diva vom Main" bezeichnet wurde. "Es wird ein paar Jahre dauern, bis einem die Tragweite bewusst wird", sagte der von einer Kopfwunde gezeichnete Sebastian Rode (31).

Und Kevin Trapp (31) betonte: "Wir haben immer nach Superlativen gesucht. Aber es gibt einfach kein Wort, um das zu beschreiben."

Der Nationaltorwart war einer der Helden des dramatischen Endspiels. Erst rettete er seine Mannschaft mit einer Monsterparade kurz vor dem Ende der Verlängerung in das Elfmeterschießen, wo er dann den Versuch von Aaron Ramsey (31) parierte. Danach gab es ein Extra-Lob von Bundestrainer Hansi Flick (57). "Kevin hat eine tolle und herausragende Leistung gezeigt."

Sebastian Rode (31) präsentierte die Trophäe Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (63, SPD)
Sebastian Rode (31) präsentierte die Trophäe Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (63, SPD)  © Sebastian Gollnow/dpa-Pool/dpa

Eintracht mit durchzechter Nacht: ""Es war feucht-fröhlich und ging bis sechs Uhr in der Früh"

Die strahlende Rückkehr der Europapokal-Helden.
Die strahlende Rückkehr der Europapokal-Helden.  © dpa/Thomas Frey

Vor der Mega-Party in Frankfurt hatten die Spieler nach dem mit 5:4 gewonnen Elfmeterdrama gegen den schottischen Vizemeister die Nacht zum Tag gemacht.

"Es war feucht-fröhlich und ging bis sechs Uhr in der Früh", berichtete Vorstandssprecher Axel Hellmann (50) nach der Landung in Frankfurt von der rauschenden Siegesfeier in einem Nobel-Club der südspanischen Metropole.

Nachdem Rafael Borré (26) den letzten Elfmeter eiskalt zum 5:4 verwandelt hatte, herrschte Ekstase pur - auch auf den Rängen des Estadio Ramon Sanchez Pizjuan und in der Heimat, wo knapp 60.000 Fans im und rund um das Frankfurter Stadion beim Public Viewing die Daumen gedrückt hatten.

Der Erfolg, den fast neun Millionen Menschen vor den TV-Geräten verfolgten, war die vorläufige Krönung einer rasanten Entwicklung in den vergangenen Jahren.

2017 verloren die Hessen das DFB-Pokalfinale gegen Borussia Dortmund, in dem sie ein Jahr später gegen den FC Bayern München triumphierten. 2019 folgte der Einzug ins Halbfinale der Europa League und nun der ganz große Erfolg mit einer makellosen Bilanz: von 13 Spielen verlor die Eintracht kein einziges.

Elfmeter-Held Kevin Trapp (31) setzte nach der durchzechten Nacht lieber eine Sonnenbrille auf.
Elfmeter-Held Kevin Trapp (31) setzte nach der durchzechten Nacht lieber eine Sonnenbrille auf.  © Sebastian Gollnow/dpa-Pool/dpa

Eintracht Frankfurt hat die Bundesliga in Europa und der Welt klasse repräsentiert

Die SGE-Fans empfingen ihre Helden begeistert.
Die SGE-Fans empfingen ihre Helden begeistert.  © dpa/Sebastian Gollnow

"Die Marke Eintracht Frankfurt ist in den vergangenen Jahren bereits eine internationale geworden, jetzt hat sie noch einmal an Strahlkraft gewonnen. Die Eintracht ist ein Vorbild für viele Klubs nicht nur in Deutschland", würdigte DFB-Direktor Oliver Bierhoff (54) die ertragreiche Arbeit am Main.

Mit ihrem Auftreten in Europa verschafften die Hessen auch der Bundesliga internationales Renommee. Immerhin lag der letzte deutsche Titelgewinn in diesem Wettbewerb schon 25 Jahre zurück.

"Das ist ein herausragender Erfolg für Eintracht Frankfurt und gleichermaßen auch für den deutschen Fußball", sagte Hans-Joachim Watzke (62), Aufsichtsratschef der Deutschen Fußball Liga und Geschäftsführer beim Vizemeister Borussia Dortmund. "Ich kann nur sagen: Herzlich willkommen in der Champions League."

Einen Vorgeschmack auf die Königsklasse gibt es für die Eintracht schon am 10. August beim Supercup. Dann heißt der Gegner in Helsinki entweder FC Liverpool oder Real Madrid. Von Gegnern dieses Kalibers wurde am Main bisher allenfalls geträumt.

Kevin Trapp (31, mit dem Pokal) und seine Kollegen feierten auf dem Rathaus-Balkon im roten Pyro-Nebel.
Kevin Trapp (31, mit dem Pokal) und seine Kollegen feierten auf dem Rathaus-Balkon im roten Pyro-Nebel.  © Sebastian Gollnow/POOL/AFP

Eintracht Frankfurt helfen die Champions-League-Millionen in Corona-Zeiten sehr

Spieler und Fans von Eintracht Frankfurt lieferten Bilder für die Ewigkeit ab.
Spieler und Fans von Eintracht Frankfurt lieferten Bilder für die Ewigkeit ab.  © Sebastian Gollnow/POOL/AFP

Frankfurt habe gezeigt, "was Teamgeist und Begeisterung bedeuten und welche Erfolge dann möglich sind, wenn eine Mannschaft, ein Verein und die gesamte Stadt für ein gemeinsames Ziel brennen", stellte Bierhoff fest.

Wenn die Feierlichkeiten vorüber sind, wollen die Eintracht-Verantwortlichen in Ruhe über die Strategie für die nähere Zukunft beraten. Die Perspektiven sind glänzend.

"Natürlich tun die zusätzlichen Einnahmen nach zwei Jahren Corona gut. Das hilft uns extrem für die Zukunft", sagte Sportvorstand Markus Krösche (41). Auch bei Vertragsgesprächen mit Stars wie Filip Kostic (29).

Glasner ist von einem Verbleib des Flügelflitzers, der im vorigen Sommer mit einem Streik einen Wechsel zu Lazio Rom erzwingen wollte, überzeugt: "Er hat noch ein Jahr Vertrag. Ich denke, das war nicht sein letztes Spiel."

Schon jetzt ist klar: trotz aller Wachstumschancen will sich der Verein treu bleiben. "Die Champions League ist natürlich außergewöhnlich für Eintracht Frankfurt, aber wir werden unsere Transferstrategie nicht ändern", verkündete Krösche.

Freudentaumel bei den Eintracht-Fans!
Freudentaumel bei den Eintracht-Fans!  © dpa/Uwe Anspach

Und der "unfassbar stolze" Präsident Peter Fischer (66) bekräftigte: "Der Wettbewerb wird härter und schärfer. Aber wir gehen jetzt nicht groß einkaufen, weil wir uns einmal für die Champions League qualifiziert haben. In diesem Verein wird es kein Harakiri geben."

Titelfoto: dpa/Uwe Anspach

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