Augsburgs Niederlechner versetzt Gladbach den Todesstoß

Augsburg - Große Kunst sieht anders aus! Dem FC Augsburg kann das aber am Ende egal sein. Die Fuggerstädter gewinnen gegen Borussia Mönchengladbach in der WWK-Arena mit 1:0 (0:0) durch einen Treffer von Joker Florian Niederlechner (80.).

Das Tor des Tages: Augsburgs Joker Florian Niederlechner (2.v.r.) erlöst den FC Augsburg mit einem Treffer in der Schlussphase.
Das Tor des Tages: Augsburgs Joker Florian Niederlechner (2.v.r.) erlöst den FC Augsburg mit einem Treffer in der Schlussphase.  © imago/Jan Huebner

Erst ein Tor hat der FCA in den bisherigen vier Liga-Partien zustande bekommen. Vielleicht auch deshalb änderte Trainer Markus Weinzierl im Gegensatz zur Nullnummer beim 1. FC Union Berlin seine Angriffsreihe.

Neben Ruben Vargas lief Andi Zeqiri auf, der den angeschlagenen Florian Niederlechner ersetzte und ganz nebenbei sein Startelf-Debüt bei den bayerischen Schwaben feierte. Mehr Änderungen gab es nicht.

Ebenso hatte Gladbach-Coach Adi Hütter nur einen Tausch vorgenommen. Patrick Herrmann, der beim 3:1-Erfolg gegen Arminia Bielefeld noch von der Bank kam und anschließend zwei Treffer vorbereitete, durfte diesmal von Beginn an ran. Jonas Hofmann, der letzte Woche noch den Vorzug bekam, fehlte verletzungsbedingt im Kader.

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Die Borussia eröffnete die Begegnung. Und schnell wurde an der Positionierung klar: Die Elf vom Niederrhein trat defensiv zwar mit demselben Personal auf, allerdings in einer anderen Formation als zuletzt.

Statt Dreierkette bildete sich eine Vier-Mann-Abwehrreihe, wo Jordan Beyer auf rechts startete, Joe Scally wich auf links aus und Luca Netz rückte auf der linken Außenbahn einen Tick weiter nach vorn.

Die Start-Elf des FC Augsburg mit Debütant Andi Zeqiri

Patrick Herrmann hat es in die Aufstellung bei Borussia Mönchengladbach geschafft

Borussia Mönchengladbach übernahm Spielkontrolle - FC Augsburg nur nach Standards gefährlich

Je länger die erste Halbzeit dauerte, umso mehr näherten sich die Augsburger dem Gladbacher Tor an. Reece Oxford (v.) fehlten nur wenige Zentimeter zum Erfolg.
Je länger die erste Halbzeit dauerte, umso mehr näherten sich die Augsburger dem Gladbacher Tor an. Reece Oxford (v.) fehlten nur wenige Zentimeter zum Erfolg.  © picture alliance/dpa/Matthias Balk

Wie erwartet übernahmen die Gäste die Kontrolle. In der 3. Minute tauchte Alassane Plea erstmals im gegnerischen Sechzehner auf, seine Ballmitnahme nach einem Steckpass von Lars Stindl ließ jedoch zu Wünschen übrig.

Auch Denis Zakaria, der vorwiegend als Aufbauspieler im zentralen Mittelfeld wirkte, probierte es aus der zweiten Reihe (11.). Sein Abschluss wurde abgefälscht und landete auf dem Gehäuse.

Die folgende Ecke brachte nichts ein, genauso wenig wie der direkte Freistoß von Herrmann, den der 30-Jährige über den Kasten zog (19.).

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Die Augsburger waren bemüht, ihre Offensivspieler in Szene zu setzen. Oft agierten die Gastgeber mit langen Pässen, meist auf die Außen. Genauigkeit und Ballannahme hatten hier noch Verbesserungsbedarf.

Gefährlicher wurde es bei Standards. So flog eine Eckball-Flanke gefährlich in den Gladbacher Strafraum (25.). Doch BMG-Keeper Yann Sommer konnte den ersten hohen Ball wegfausten, das zweite Zuspiel landete im Toraus.

Auch Freistöße aus dem linken Halbfeld hatten Gefahrenpotenzial. So zum Beispiel der gechippte Ball von Daniel Caligiuri, den der angeflogene Reece Oxford nur um einen Hauch verpasste (36.).

Noch mehr Glück hatte die Borussia in der 43. Minute. Ein Augsburger Freistoß aus identischer Position verfehlte Freund und Feind im Strafraum, küsste aber den hinteren Pfosten. Von den Fohlen selbst kam bis zum Pausenpfiff nicht mehr viel. Mit 0:0 ging es in die Kabinen.

Alassane Plea trifft für Borussia Mönchengladbach zur Führung, die nicht zählt - Florian Niederlechner macht's besser

Gladbachs Alassane Plea (2.v.l.) jubelt über einen nicht gewerteten Treffer. Rechts davon blickt Torwart Rafal Gikiewicz zum Linienrichter.
Gladbachs Alassane Plea (2.v.l.) jubelt über einen nicht gewerteten Treffer. Rechts davon blickt Torwart Rafal Gikiewicz zum Linienrichter.  © picture alliance/dpa/Matthias Balk

Wie der erste Durchgang endete, begann der zweite - mit einer Freistoß-Hereingabe (49.). Diesmal war die Borussia am Zug. Die Flanke von Herrmann flog jedoch viel zu kurz, um gefährlich zu werden.

Dafür zappelte die Kugel eine Minute später im Netz der Augsburger (50.). Wie schon zu Beginn der ersten Hälfte bediente Stindl seinen Stürmer-Kollegen Plea, der diesmal ins Tor traf. Jedoch ging sofort die Abseitsfahne des Linienschiedsrichters hoch. Der Video-Assistent überprüfte - und tatsächlich: hauchdünnes Abseits des Franzosen. Gut gesehen!

Freie Sicht hatte auch FCA-Angreifer Zeqiri, als er nach einem langen Zuspiel von Vargas in Richtung Gladbacher Tor spazierte (64.). Wäre er mal lieber marschiert, denn Scally holte den Schweizer auf kurzem Weg ein und verhinderte Schlimmeres. Es war die letzte Aktion von Zeqiri, Niederlechner kam für ihn.

Weiteren Schwung nahm die Partie nur bei Konter-Angriffen auf, ansonsten taten sich beide Teams schwer, eine zündende Idee oder auch freie Räume zu finden.

Ein Punktgewinn wäre für beide Klubs zu wenig gewesen, wenn man in der Bundesliga-Tabelle weiter klettern wolle. Doch dafür braucht es etwas mehr an offensiver Qualität, als der FCA und die Fohlen gezeigt haben.

In der 80. Minute war es dann so weit! Vargas wurde über rechts geschickt, behielt den Kopf oben und bediente den im Rückraum mitgelaufenen Niederlechner, der trocken ins kurze Eck vollendete. 1:0 für die Gastgeber - der Siegtreffer!

Für die Augsburger geht es am nächsten Wochenende zum SC Freiburg, wo die Fuggerstädter am Sonntag (ab 17.30 Uhr) antreten werden. Gladbach empfängt einen Tag zuvor Borussia Dortmund mit Ex-Trainer Marco Rose. Es ist das Top-Spiel des Samstags (ab 18.30 Uhr).

Titelfoto: imago/Jan Huebner

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