Leverkusen im Topspiel zerlegt: Bayern-Trainer Nagelsmann feiert "extreme Schritte"

Leverkusen/München - Fußball-Deutschland hat mit Hochspannung auf das Topspiel zwischen dem FC Bayern München und Bayer 04 Leverkusen geblickt. Letztlich hatten die Hausherren gegen den Rekordmeister aber zu keinem Zeitpunkt auch nur den Hauch einer Chance. Wer soll diese Münchner auf dem Weg zum zehnten Meistertitel in Serie stoppen?

Julian Nagelsmann (34) vom FC Bayern München hatte gegen Bayer 04 Leverkusen nicht viel zu meckern. Am Ende stand ein 5:1-Erfolg zu Buche.
Julian Nagelsmann (34) vom FC Bayern München hatte gegen Bayer 04 Leverkusen nicht viel zu meckern. Am Ende stand ein 5:1-Erfolg zu Buche.  © Marius Becker/dpa

Julian Nagelsmann (34) feierte die vielen Tore seiner überragenden Stars am Spielfeldrand, als ob er sie selbst erzielt hätte. Doch als sich die Euphorie nach der brutalen Machtdemonstration des FC Bayern beim 5:1 (5:0)-Erfolg gegen Leverkusen ein wenig gesetzt hatte, analysierte der Trainer des Meisters doch recht trocken, was Beobachter und Verlierer mit Staunen und teils Fassungslosigkeit erlebten.

"Insgesamt haben wir in den Punkten, die gegen Frankfurt nicht so gut waren, extreme Schritte gemacht. Aber wir hatten noch die Chance auf das sechste, siebte oder achte Tor in der ersten Halbzeit", sagte Nagelsmann. Zuvor hatte sich sein Team mit 19 Punkten wieder an die Tabellenspitze vor Borussia Dortmund (18 Punkte) und dem deutlich unterlegenen Leverkusen (16) gesetzt.

Der junge Übungsleiter gestand, dass die erste Saisonpleite gegen Eintracht Frankfurt (1:2) für ihn "mehr Auswirkungen" hatte als sonst. Seine Bayern-Spieler hatten vor der Länderspielpause in einem einseitigen Duell Chance um Chance liegen lassen.

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Doch die gleiche Startelf nahm in eindrucksvoller Weise in der BayArena die Chance zur Wiedergutmachung an.

FC Bayern München und Bayer 04 Leverkusen schon in wenigen Tagen wieder gefordert

Serge Gnabry (26) steuerte zum 5:1-Sieg des FC Bayern München in der Bundesliga gegen Bayer 04 Leverkusen zwei Treffer bei.
Serge Gnabry (26) steuerte zum 5:1-Sieg des FC Bayern München in der Bundesliga gegen Bayer 04 Leverkusen zwei Treffer bei.  © Marius Becker/dpa

"Seine beste Saisonleistung", attestierte der äußerst erfreute Nagelsmann dabei Lucas Hernández (25). Dem französischen Weltmeister droht in Spanien eine Haftstrafe wegen der Missachtung eines Gerichtsurteils. Am Dienstag - dem Tag vor der Partie in der Champions League in Lissabon - muss der Abwehrspieler vor einem Strafgericht in Madrid erscheinen. Stand jetzt muss er dann in den Tagen danach eine sechsmonatige Haftstrafe antreten.

"Natürlich haben wir uns mit der Situation beschäftigt, aber auch hier muss man verstehen, dass das eine private Sache von Lucas ist. Darüber hinaus geht es um juristische Verfahren, und ich denke, es gibt auch ein großes Verständnis, dass wir uns im Rahmen dieser Verfahren nicht äußern werden", sagte Oliver Kahn (52) im DAZN-Interview.

Klar ist: Beiden Teams stehen nun anstrengende Zeiten mit sechs Spielen in den kommenden 20 beziehungsweise 21 Tagen bevor. Der FC Bayern geht gestärkt in das Königsklassen-Spiel am Mittwochabend (21 Uhr) bei Benfica Lissabon und danach in das Heimspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim am Samstagnachmittag (15.30 Uhr).

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Leverkusen stehen nach der üblen Abreibung durch die Münchner derweil knackige Aufgaben in der Europa League am Donnerstagabend (18.45 Uhr) bei Betis Sevilla und am Sonntag (15.30 Uhr) beim rheinischen Rivalen 1. FC Köln bevor.

Kapitän und Torwart Lukas Hradecky (31, r.) war nach der bitteren Klatsche für Bayer 04 Leverkusen komplett bedient.
Kapitän und Torwart Lukas Hradecky (31, r.) war nach der bitteren Klatsche für Bayer 04 Leverkusen komplett bedient.  © Marius Becker/dpa

Lukas Hradecky von Bayer 04 Leverkusen nach Spiel gegen FC Bayern: "Das will ich nie wieder erleben"

Es soll für Bayer in den kommenden Partien nach dieser Darbietung wieder deutlich bergauf gehen, das ist klar. "Das will ich nie wieder erleben", sagte Kapitän und Torwart Lukas Hradecky (31) und fügte an: "Ich hoffe, dass das ein Ausrutscher bleibt."

Sein Coach, Gerardo Seoane (42), hatte bereits in der Pause an die "Ehre" seiner Spieler appelliert, die zuvor fünf Siege in Folge gefeiert hatten. Allerdings: "Die Bayern waren am heutigen Tag zu stark." Immerhin gelang Patrik Schick (25) nach der Pause etwas Kosmetik, die Münchner hätten allerdings auch das eine oder andere Tor mehr machen können.

Titelfoto: Marius Becker/dpa

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