Bundesliga-Kolumne: FC Bayern muss dem Hammerprogramm Tribut zollen!

Sinsheim - Diese Partie war zu viel für die hochbelasteten Spieler des FC Bayern München! Der Deutsche Rekordmeister musste den kräftezehrenden englischen Wochen gegen die stark aufgelegte TSG 1899 Hoffenheim Tribut zollen und verlor am Ende deutlich mit 1:4 (1:2).

Für Serge Gnabry verlief die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte enttäuschend.
Für Serge Gnabry verlief die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte enttäuschend.  © Uwe Anspach/dpa

Nach dem hart erkämpften 2:1-Sieg am Donnerstag nach Verlängerung im UEFA Super Cup gegen den FC Sevilla wechselte FCB-Coach Hansi Flick zwar viermal durch, doch das sollte nicht ausreichen.

Denn selbst die "frischen" Akteure hatten ihre Probleme, was auch am stark aufgelegten Gegner lag. Hoffenheims Coach, Sebastian Hoeneß, kam bekanntlich erst vor der Saison als Drittliga-Meister vom FC Bayern München II in den Kraichgau und kennt auch die Profimannschaft seines Ex-Klubs in- und auswendig.

Das wurde am Sonntag deutlich. Dazu hatte er eine hoch motivierte Elf aufs Feld geschickt, die seine taktischen Vorgaben großartig umsetzte. Die Bayern wurden früh und aggressiv angegriffen, nach Ballgewinnen wurde schnell, zielstrebig und in mehreren Fällen auch effektiv gekontert.

Dazu stand man in der Defensive extrem sicher, weil viele Akteure Verantwortung übernahmen, einander dirigierten, die Räume geschickt eng machten, vollen Einsatz zeigten und in den Zweikämpfen nicht nur wach waren, sondern die Münchner durchgehend richtig nervten.

Außerdem gelang es der TSG, die eigene individuelle Klasse gewinnbringend einzusetzen. Hierbei ragte vor allem Doppelpacker Andrej Kramaric heraus, der noch mehrere weitere gute Gelegenheiten hatte und nie von der Bayern-Abwehr zu kontrollieren war.

Kader des FC Bayern München ist in der Breite dünn besetzt

Hoffenheim-Coach Sebastian Hoeneß (vergangene Saison Drittliga-Meister mit dem FC Bayern München II) zeigte seinem Ex-Klub, dass er viel bei ihm gelernt hat.
Hoffenheim-Coach Sebastian Hoeneß (vergangene Saison Drittliga-Meister mit dem FC Bayern München II) zeigte seinem Ex-Klub, dass er viel bei ihm gelernt hat.  © Uwe Anspach/dpa

Der Deutsche Rekordmeister spielte nicht einmal schlecht, er fand nur schlichtweg keine Mittel gegen den wehrhaften und deutlich ausgeruhteren Gegner. Die ein oder andere Verstärkung braucht Hansi Flick für seine Truppe noch, wenn man alle Titel verteidigen möchte.

Zwar steht "nur" eine weitere englische Woche für die Bayern an, doch dann folgt schon wieder die nächste Länderspielpause, in der die Top-Spieler sich in alle möglichen Richtungen zerstreuen und nicht weniger belastet sein werden.

Alleine das DFB-Team absolviert in sieben Tagen gleich drei Partien. Nur 48 Stunden nach der Nations-League-Partie am 13. Oktober gegen die Schweiz muss Flick mit seiner Mannschaft schon wieder im DFB-Pokal beim 1. FC Düren antreten.

Bis zum Jahresende geht es dann fast ohne Pause mit Spielen im Drei-Tages-Rhythmus weiter. Viele Ausfälle können sich die Münchner mit ihrem Kader, der lediglich 25 Spieler umfasst, nicht leisten. 

Denn hier sind bereits alle vier Keeper mit eingerechnet, der verletzt ausfallende Tanguy Nianzou, Youngsters wie Chris Richards, Jamal Musiala und Joshua Zirkzee, dazu Ergänzungsspieler wie Michael Cuisance und Adrian Fein.

Belastung für die Spieler des FC Bayern München ist auch im kommenden Jahr extrem hoch

TAG24-Fußballredakteur Stefan Bröhl beschäftigt sich in seiner wöchentlichen Bundesliga-Kolumne diesmal mit der großen Belastung der Spieler des FC Bayern München.
TAG24-Fußballredakteur Stefan Bröhl beschäftigt sich in seiner wöchentlichen Bundesliga-Kolumne diesmal mit der großen Belastung der Spieler des FC Bayern München.  © Uwe Anspach/dpa

In der Spitze ist der Kader zweifelsfrei Weltklasse, in der Breite allerdings nur bedingt. Und rüsten die Verantwortlichen nicht nach, könnte es eine äußerst komplizierte Saison für Flick und seine Mannen werden. 

Denn die Münchner haben zwar zweifelsohne viele große Talente im eigenen Nachwuchs, die befinden sich aber alle an unterschiedlichen Entwicklungspunkten und können (noch) nicht Woche für Woche Top-Leistungen auf hohem Bundesliga- oder sogar Champions-League-Niveau zeigen.

Ein paar externe Verstärkungen braucht der Deutsche Rekordmeister also noch, wenn er eine weitere Ausnahme-Spielzeit absolvieren möchte. Ansonsten wird es vermutlich noch das ein oder andere Mal einen Auftritt wie in Sinsheim geben.  

Schließlich haben die Akteure auch noch die chaotische Spielzeit 2019/20 mit dem erfolgreich bestrittenen Champions-League-Turnier nach Beendigung der Bundesliga in den Knochen. Eine echte Pause gab es seitdem nicht, höchstens ein kurzes Durchschnaufen. Das wird auch im kommenden Jahr übrigens nicht anders sein. 

Sollte der FC Bayern beispielsweise erneut ins Finale der Königsklasse einziehen (29. Mai), dann wird es für die Leistungsträger richtig heftig. Denn die Europameisterschaft 2021 geht bereits am 11. Juni los, Deutschland startet vier Tage später (21 Uhr) mit der Kracherpartie gegen Frankreich. Dort werden vermutlich auf beiden Seiten mehrere Münchner Spieler im Kader stehen...

Titelfoto: Uwe Anspach/dpa

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