Arsene Wenger meint: Ex-Bayern-Star Thiago hat Balance in Liverpools Mittelfeld "zerstört"!

Liverpool - Klare Worte von Arsene Wenger (71)! Die Trainerlegende des FC Arsenal London hat den FC Liverpool für die Verpflichtung von Thiago Alcantara (29) kritisiert.

Ex-Arsenal-Coach Arsene Wenger (71) kritisiert den FC Liverpool für die Verpflichtung von Thiago Alcantara (29).
Ex-Arsenal-Coach Arsene Wenger (71) kritisiert den FC Liverpool für die Verpflichtung von Thiago Alcantara (29).  © Nick Potts/PA Wire/dpa

Der Mittelfeldspieler war vor der laufenden Saison für 22 Millionen Euro Ablöse vom FC Bayern München an die Anfield Road gewechselt, hatte sich aber zu Saisonbeginn erst mit dem Coronavirus infiziert und war dann mehr als zwei Monate mit einer Knieverletzung ausgefallen.

Seit diesem Jahr ist er allerdings wieder fit und Stammspieler in der Schaltzentrale von Jürgen Klopps (53) Mannschaft. Der fehle deshalb aber ein entscheidender Aspekt, erklärte Wenger bei BeIN Sports.

Thiago sei "ein Problem" für einen Trainer. Denn: "Liverpool war im Mittelfeld sehr hungrig und aggressiv. Wenn du ein Manager bist, denkst du, dass du das Team besser machen willst und nimmst einen technischen Spieler."

Jedoch: "Wenn du einen technischen Spieler nimmst, verlierst du die Aggressivität im Mittelfeld und du zerstört ein wenig die Stärke, die Liverpool dort zuvor hatte." Heute, mit Thiago, hätte man weniger Möglichkeiten, Bälle zurückzugewinnen und würden "mehr leiden." Wenger erklärte weiter: "Manchmal, wenn du das Team verbessern willst, nimmst du ihm etwas weg."

Auch Sky-Experte und Ex-Reds-Kicker Dietmar Hamann (47) sieht das ähnlich und meinte gegenüber talkSPORT: "Er verlangsamt die Dinge und spielt nicht wirklich so, wie Liverpool spielt." Früher hätte Kloppos Klub "hart arbeitende Mittelfeldspieler" gehabt. Die seien zwar mit "weniger Fähigkeiten" als Thiago ausgestattet gewesen, spielten den Ball aber früher zu Sadio Mané (28) und Mohamed Salah (28).

Arsene Wengers Aussagen zu Thiago Alcantara und dem FC Liverpool im Video (auf Englisch)

Thiago Alcantara (29, l.) spielte auch beim 2:0-Sieg im Champions-League-Achtelfinal-Hinspiel gegen RB Leipzig um Dani Olmo (22) von Beginn an.
Thiago Alcantara (29, l.) spielte auch beim 2:0-Sieg im Champions-League-Achtelfinal-Hinspiel gegen RB Leipzig um Dani Olmo (22) von Beginn an.  © Marton Monus/dpa

Thiago Alcantaras sportliche Anpassungsprobleme beim FC Liverpool sind einfach nur menschlich

Thiago Alcantara (29, r.) ist nach seiner Knieverletzung bei Jürgen Klopp (53, v.-l.) im Mittelfeld des FC Liverpool gesetzt.
Thiago Alcantara (29, r.) ist nach seiner Knieverletzung bei Jürgen Klopp (53, v.-l.) im Mittelfeld des FC Liverpool gesetzt.  © Matt Dunham/PA Wire/dpa

Die Flügelflitzer hätten dadurch mehr Zeit und vor allem Raum gehabt, um auf die gegnerische Abwehrkette zuzulaufen. Und dass sie dann schwer zu stoppen waren, ist bekannt.

Falsch liegen Wenger und Hamann mit ihren Eindrücken auch nicht. Denn Thiago kann in 14 Einsätzen noch keine Torbeteiligung vorweisen und fremdelt sichtlich mit dem neuen Stil. Allerdings muss man ihm auch ein wenig Eingewöhnungszeit zugestehen.

Nun ist er zwar schon mehr als ein halbes Jahr bei den Reds, wirklich fit ist er aber erst seit kurzer Zeit. Deshalb ist es wenig verwunderlich, dass der Edeltechniker den Fußball, für den Liverpool steht, noch nicht ganz verinnerlicht hat.

Schließlich wurden bei den Bayern und auch beim FC Barcelona auf andere Dinge Wert gelegt. Der englische Stil und vor allem der von "Kloppo" ist ein gänzlich anderer. Das musste beispielsweise auch der momentan leider schon wieder verletzt ausfallende Naby Keita (26) nach seinem Wechsel von RB Leipzig an die Anfield Road feststellen.

Seine überragende Verfassung, die ihn bei den Roten Bullen zu einem der besten zentralen Mittelfeldspieler der Bundesliga machte, konnte er in Liverpool noch nicht konstant zeigen. Deshalb brauchen Fans und Verantwortliche das, was im schnelllebigen Fußball und gerade einer Krise Seltenheitswert hat: Geduld und Vertrauen.

Titelfoto: Marton Monus/dpa

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