FC Bayern fliegt aus CL: Hansi Flick befeuert mit Monolog Diskussionen um Abschied

München/Paris - Der Champions-League-Traum ist endgültig geplatzt! Ein Kopfballtor und "viel Herzblut" reichten dem FC Bayern München im Pariser Prinzenpark nicht. Der Königsklassen-K.o. gegen Neymar und Co. hat mehrere Gründe. Trainer Hansi Flick (56) formulierte einen letzten Saisonauftrag - und befeuerte in einem Monolog eine aufkommende Endzeitstimmung.

Hansi Flick (56) hat sich überraschend zu den Debatten um den Bundestrainer-Posten geäußert.
Hansi Flick (56) hat sich überraschend zu den Debatten um den Bundestrainer-Posten geäußert.  © FRANCK FIFE/AFP/dpa

Das Ende der langen Traumreise durch Europa setzte allen im Tross des FC Bayern mächtig zu. Bosse, Spieler und auch der Trainerstab um den ausgebremsten Titelsammler Hansi Flick verließen den Pariser Prinzenpark arg frustriert.

"Direkt nach dem Spiel muss ich erstmal das Ausscheiden verdauen, das steht einem auch zu", sagte der mit Zukunftsfragen konfrontierte Flick fast flehend vor der Fahrt zum Teamhotel nach einem 1:0-Sieg, der sich für den entthronten Titelverteidiger nicht nur wie eine Niederlage anfühlte, sondern nach dem unnötigen 2:3 gegen Paris Saint-Germain im Hinspiel wegen der weniger erzielten Auswärtstore in der Gesamtaddition auch eine war.

"Die Enttäuschung ist groß. Wir haben viel Herzblut reingesteckt, aber ein Tor zu wenig erzielt", stöhnte Vize-Kapitän Thomas Müller (31). Ein 2:0 hätte gereicht.

Das Kopfballtor von Lewandowski-Vertreter Eric Maxim Choupo-Moting (32) kurz vor der Pause langte nicht, um das Halbfinalticket gegen Manchester City oder Borussia Dortmund doch noch zu buchen. Die Hypothek des Chancenwuchers in der ersten Partie war letzendlich zu groß, ebenso das personelle Handicap.

Bayern-Coach Hansi Flick nach CL-Aus gegen Paris: "Das Leben geht weiter"

Der CL-Traum ist geplatzt: enttäuscht geht Thomas Müller (31) nach dem Ausscheiden aus der Königsklasse vom Platz.
Der CL-Traum ist geplatzt: enttäuscht geht Thomas Müller (31) nach dem Ausscheiden aus der Königsklasse vom Platz.  © Sebastien Muylaert/dpa

"Gerade in der wichtigsten Phase der Saison, nämlich April, Mai, haben wir Lewandowski, Gnabry, Goretzka, Süle nicht zur Verfügung", bemerkte Flick, "Spieler, die uns weitergeholfen hätten."

Gegen die Besten der Welt, wie es der im Hinspiel zweimal erfolgreiche Kylian Mbappé (22) und der am Dienstagabend herausragende, aber an Latte, Pfosten und Manuel Neuer (35) scheiternde Neymar (29) sind, war das mitentscheidend.

"Das Leben geht weiter", sagte Flick. Und vor allem gehen die Debatten um ihn weiter, um sein Spannungsverhältnis zu Sportvorstand Hasan Salihamidzic (44) und seine womöglich schon im Sommer vorzeitig endende Bayern-Zeit.

Und das in nun nochmals verschärfter Form! Das verdeutlichte ein fast fünf Minuten dauernder Flick-Monolog bei Sky, dem etliche Nachfragen in der anschließenden Pressekonferenz folgten.

Die Dinge seien grundsätzlich klar: Er habe "einen Vertrag bei Bayern München", sagte der Chef-Coach des Deutschen Fußball-Meisters.

Zugleich äußerte sich der 56-Jährige aber zu den aktuellen Debatten um die deutsche Nationalmannschaft, bei der er als heißer Kandidat für die Nachfolge von Bundestrainer Joachim Löw (61) nach dem Ende von dessen Amtszeit im Sommer gilt.

FC Bayern München: Hansi Flick spricht über "anderen Rhythmus", wenn er beim DFB arbeiten würde

Eric Maxim Choupo-Moting (32, r.) erzielt den Treffer zum 1:0 für die Bayern. Am Ende reichte das Tor nicht für ein Weiterkommen in der Champions League.
Eric Maxim Choupo-Moting (32, r.) erzielt den Treffer zum 1:0 für die Bayern. Am Ende reichte das Tor nicht für ein Weiterkommen in der Champions League.  © Francois Mori/AP/dpa

Er habe nie "etwas anderes zu verkünden gehabt", sagte Flick und ergänzte: "Man macht sich ja immer Gedanken, was passiert, wie geht es weiter?"

Für ihn sei Erfolg ein "stetiger Prozess". Seine Familie würde ihn, "egal, was ich machen würde, immer unterstützen und hinter mir stehen", sagte Flick und sprach dann von sich aus auch über den Bundestrainer-Job und einen möglichen "anderen Rhythmus", wenn er wieder beim DFB arbeiten würde.

Einen Gesprächstermin mit dem desgnierten Vorstandschef Oliver Kahn (51) zum Thema Zukunft bestätigte er nicht. Klar ist vorläufig nur eines: Flick, dessen Vertrag in München noch zwei Jahre läuft, will weiter als Trainer arbeiten, ob bei Bayern oder als heiß gehandelter Nachfolger von Bundestrainer Joachim Löw.

"Ich hänge an dem Trainer-Job, und deswegen kann ich mir auch nichts anderes vorstellen als diesen Beruf", sagte der Mann, der in dieser Saison nach dem frühen Pokal-Aus und dem viel schmerzlicheren Champions-League-K.o. nur noch ein Single-Titel-Trainer werden kann.

Die neunte deutsche Meisterschaft am Stück rief Flick auch sofort als letzten Auftrag für sich und sein Team aus. Fünf Punkte beträgt sechs Spieltage vor Schluss der Vorsprung auf RB Leipzig.

"Jetzt schauen wir, dass wir in der Bundesliga das zu Ende bringen, die Meisterschaft holen. Das ist unser Minimalziel jetzt, mehr können wir leider diese Saison nicht mehr machen." Und nächste Saison? Das muss sich in den kommenden Wochen weisen. In Paris kam Endzeitstimmung um Flick auf.

Titelfoto: FRANCK FIFE/AFP/dpa

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