Bayern-Zukunft oder nicht? So schlagen sich die verliehenen Talente des Rekordmeisters

München - Sie sind DIE Zukunfts-Versprechen des FC Bayern München, oder? Der deutsche Rekordmeister hat zahlreiche Talente quer durch die Bundesliga und Europa verliehen. Doch wie sieht es aus um Lars Lukas Mai (20), Oliver Batista-Meier (19) und Co.?

Hansi Flick (55) gilt als der Vater des derzeitigen Erfolgs beim FC Bayern. Auf welche Youngster kann er in Zukunft tatsächlich bauen?
Hansi Flick (55) gilt als der Vater des derzeitigen Erfolgs beim FC Bayern. Auf welche Youngster kann er in Zukunft tatsächlich bauen?  © Matthias Balk/dpa

Beim FC Bayern München läuft es. Mit der Installation des Erfolgs-Trainers Hansi Flick schwimmt der deutsche Rekordmeister auf einer schier nicht enden wollenden Erfolgswelle. 

Und auch in dieser Saison sind die Münchner das Maß aller Dinge. National wie international.

Das wiederum macht es für talentierte Youngster direkt noch einmal etwas schwieriger, im hochdekorierten Kader des amtierenden Triple-Siegers Platz zu finden.

Und so nimmt der ein oder andere den Umweg einer Leihe, damit ihnen das gelingt, was zuvor schon Spielern wie Philipp Lahm, Toni Kroos, oder auch David Alaba schafften: Praxis sammeln bei einem anderen Klub, um dann beim FC Bayern durchzustarten.

Doch nicht bei jedem gelingt das so, wie erhofft. TAG24 zeigt Euch, wie sich die verliehenen Zukunfts-Versprechen der Bayern so anstellen.

Michaël Cuisance bleibt wohl in der Ligue 1

Einmal Triple und wieder weg: Michael Cuisance (21, M.) kehrt wohl nicht mehr aus Marseille zurück.
Einmal Triple und wieder weg: Michael Cuisance (21, M.) kehrt wohl nicht mehr aus Marseille zurück.  © Kai Pfaffenbach/Reuters-Pool/dpa

Beginnen wir mit einem, der streng genommen kein Eigengewächs, dennoch aber mit gerade einmal 21 Jahren noch blutjung ist: Michaël Cuisance.

Der Franzose feierte einst in Mönchengladbach mit gerade einmal 18 Jahren einen traumhaften Einstand. Alles sah danach aus, dass er ein Glücksgriff für Max Eberl gewesen sei. 

Doch im zweiten Borussen-Jahr dann die Einsicht: begnadeter Fußballer, Charakter allerdings äußerst schwierig. Die Einsatzzeiten wurden weniger, die Laune beim Franzosen eisig. 

Überraschend sicherte sich dann im Sommer 2019 der FC Bayern die Dienste des ehemaligen U-Nationalspielers der L'Equipe. Man war auch lange zufrieden mit dem Einsatz des Neuen. Dieser schien, zumindest nach außen hin, nicht zu murren, wenn er des Öfteren auch bei den kleinen Bayern in der 3. Liga aufdribbeln sollte. 

Doch mit dem Triple-Sieg deutete sich dann an: Cuisance will und soll wieder gehen. Über Umwege und einem nicht bestandenen Medizincheck bei Leeds United folgte eine Leihe zu Olympique Marseille. 

Alle Parteien sind bis dato zufrieden. So zufrieden, dass sich der Achter in insgesamt sechs Einsätzen für l'OM bereits so gut präsentierte, dass diese wohl die Kaufoption in Höhe von etwa 10 Millionen Euro im kommenden Sommer ziehen wollen.

Sarpreet Singh und Christian Früchtl: Abenteuer 1. FC Nürnberg noch ausbaufähig

Christian Früchtl (20, l.) packte seine Tasche, und es ging zum "Glubb" nach Nürnberg. Sarpreet Singh (21) hat er gleich mitgenommen. (Bildmontage)
Christian Früchtl (20, l.) packte seine Tasche, und es ging zum "Glubb" nach Nürnberg. Sarpreet Singh (21) hat er gleich mitgenommen. (Bildmontage)  © Peter Kneffel/dpa, Nicolas Armer/dpa

Nun zu einem Duo, welches sich für den temporären Weg in die 2. Bundesliga und zum einstigen bayrischen Rivalen, dem 1. FC Nürnberg, verabschiedet hat: Keeper Christian Früchtl (20) und der Neuseeländer Sarpreet Singh (21).

Der Schlussmann Früchtl gilt seit langen Jahren als heißes Torwart-Talent. Bereits als 15-Jähriger durfte er unter dem damaligen Bayern-Trainer Pep Guardiola (49) mit ins Wintertrainingslager nach Dubai.

Doch mehr als Stammtorhüter in der zweiten Garde sowie dritter Keeper bei den "großen Bayern" sollte es erst einmal nicht werden. Das Münchner Eigengewächs musste gar zusehen, wie die Bayern-Bosse im Winter Schalkes Youngster Alexander Nübel (24) verpflichteten. 

Die Leih-Flucht nach Nürnberg ist für Früchtl bislang allerdings ernüchternd: Gehalten hat er bislang nicht, hat den Kampf um die Nummer 1 gegen Christian Mathenia (28) verloren.

Singh hat hingegen in sechs Pflichtspielen 177 Minuten sammeln dürfen für den "Glubb". Er ist dran, allerdings bislang nur als Teilzeitkraft und ohne Scorer-Punkt.

Keine Minute ohne Mai: Innenverteidiger gehört zum Darmstädter Stammpersonal

Lars Lukas Mai (20, r.) ist am Darmstädter Böllenfalltor unumstrittener Stammspieler.
Lars Lukas Mai (20, r.) ist am Darmstädter Böllenfalltor unumstrittener Stammspieler.  © Hasan Bratic/dpa

Ebenfalls in Liga 2 ausgeliehen ist Innenverteidiger, und der ehemalige Kapitän der Münchner Drittliga-Mannschaft, Lars Lukas Mai (20).

Der gebürtige Dresdner wechselte 2014 von Dynamo Dresden zum FC Bayern. In München hält man große Stücke auf den 1,90-Meter-Hünen. Ein Verkauf war dementsprechend kein Thema an der Säbener Straße. 

Eine Leihe wurde es. Zu Darmstadt 98. Auch wenn Mai gerade im letzten Liga-Spiel beim 0:4 gegen den SC Paderborn einen gebrauchten Tag hatte, gilt er unter Trainer Markus Anfang (46) zum absoluten Stammpersonal, verpasste bislang keine Minute auf dem Feld.

Die derzeit auf Rang zehn liegenden Lilien stellen allerdings nach Schlusslicht Würzburg mit 15 Gegentreffern auch die zweitschlechteste Defensive der Liga.

Fein mit Götze, Batista-Meier scort den SC Heerenveen ins obere Tabellendrittel

Oliver Batista-Meier (19, l.) möchte nach seiner Leihe in Heerenveen noch so manchen Auftritt im Dress des FC Bayern feiern. Adrian Fein entschied sich nach seinem HSV-Abenteuer für eine weitere Leihe.
Oliver Batista-Meier (19, l.) möchte nach seiner Leihe in Heerenveen noch so manchen Auftritt im Dress des FC Bayern feiern. Adrian Fein entschied sich nach seinem HSV-Abenteuer für eine weitere Leihe.  © Christof Stache/AFP/Pool/dpa , Christian Charisius/dpa

Zwei Youngster der Bayern hat es in die niederländische Eredivisie gezogen: den gebürtigen Münchner Adrian Fein (21) und Offensiv-Juwel Oliver Batista-Meier (19).

Ersterer war zuletzt an den HSV ausgeliehen und war gerade in der Hinrunde ein wichtiger Baustein beim inzwischen ehemaligen Trainer Dieter Hecking (56). 

Nun also der Weg zu Roger Schmidts PSV Eindhoven. Dort trifft er auf zahlreiche ehemalige Bundesliga-Kicker. Der prominenteste dürfte der wiedererstarkte Mario Götze (28) sein.

Fein selbst kommt auf sechs Einsätze in Liga und Europa League. Ob er über die Rolle des Ergänzungsspielers hinauskommt, wird sich zeigen.

Oliver Batista-Meier hingegen gehört beim derzeit Tabellensechsten der Eredivisie, dem SC Heerenveen, zum absoluten Stammpersonal. Acht Liga-Einsätze, allesamt von Beginn an, und drei Vorlagen sowie ein Tor lesen sich sehr vernünftig.

Batista-Meier gilt beim FC Bayern als eines der größten Versprechen. Gerade er scheint tatsächlich auf dem Weg, eine Zukunft bei den Münchner zu haben.

Titelfoto: Matthias Balk/dpa , Hasan Bratic/dpa , Christof Stache/AFP/Pool/dpa

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