FC Bayern setzt Zeichen in Corona-Krise: Millionen-Initiative, Verzicht auf Geld

München - Die Stars und Verantwortlichen des FC Bayern München setzen in der Corona-Krise ein Zeichen und verzichten auf 20 Prozent ihrer Gehälter. Nach dpa-Informationen ist das ein Ergebnis nach Gesprächen zwischen der Führung und dem Mannschaftsrat.

Spieler und Chefs des FC Bayern München verzichten auf 20 Prozent ihres Gehalts. 
Spieler und Chefs des FC Bayern München verzichten auf 20 Prozent ihres Gehalts.   © Matthias Balk/dpa

Damit soll in der schwierigen Zeit ein Zeichen der Solidarität gesetzt werden. Außerdem sollen drohende Nachteile für die Mitarbeiter des deutschen Fußball-Rekordmeisters vermieden werden. 

Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandskollege Oliver Kahn und Sportdirektor Hasan Salihamidzic hatten mit dem Mannschaftsrat über verschiedene Szenarien gesprochen. Diesem Spieler-Gremium gehören Kapitän Manuel Neuer, seine Vertreter Thomas Müller und Robert Lewandowski sowie David Alaba, Joshua Kimmich und Thiago an. 

Alle Spieler, der gesamte Vorstand und der komplette Aufsichtsrat verzichten auf ein Fünftel der Bezüge.

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Der FC Bayern ist der finanzstärkste Bundesliga-Verein. In der vergangenen Saison, die sportlich mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft und des DFB-Pokals endete, erzielte er im Gesamtkonzern einen Umsatz von 750,4 Millionen Euro. Das war eine deutliche Steigerung von fast hundert Millionen Euro gegenüber dem Geschäftsjahr 2017/18. 

Der Gewinn nach Steuern wuchs ebenfalls stark auf 52,5 Millionen Euro. Der gesamte Personalaufwand der FC Bayern München AG betrug 336,2 Millionen Euro. Ein Großteil davon betrifft den Profikader.

Goretzka und Kimmich mit Initiative "We kick Corona"

Joshua Kimmich und Leon Goretzka bei der Nationalmannschaft. 
Joshua Kimmich und Leon Goretzka bei der Nationalmannschaft.   © Marius Becker/dpa

Die beiden 25 Jahre alten Bayern-Akteure Kimmich und Leon Goretzka hatten am Freitag für ihre Initiative "We kick Corona" selbst den Start-Betrag von einer Million Euro gespendet. 

Bereits nach einem Wochenende hatten sich viele Fußballprofis und weitere Privatspender den Nationalspielern angeschlossen und insgesamt mehr als drei Millionen Euro an karitative Vereine und deren soziale Einrichtungen aus allen gesellschaftlichen Bereichen gespendet.

"Wir als Fußballer haben ganz besonders die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen und auch ein Stück weit voranzugehen. Es gibt aber auch andere Menschen, die finanziell gut aufgestellt sind und helfen können", sagte Kimmich dem "Spiegel" im Interview. "Und zudem zählt in diesen Zeiten jede Tat, jede gute Geste. Jede Hilfe ist richtig. Unsere Initiative geht zwar von uns beiden aus, aber es sind nicht nur Fußballspieler, die spenden."

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Goretzka verwies auf mittlerweile mehr als 500 Privatspender, "die teilweise kleinere Beträge gespendet haben. Die sind genauso viel wert, wenn nicht sogar mehr als die Spenden der Sportler. Das ist der Sinn der Initiative: Wir wollen alle erreichen", sagte er. 

"Es ist ein großes Privileg, in Krisenzeiten so helfen zu können. Wir haben die Hoffnung, dass sich noch viele anschließen werden."

Herbert Hainer: FC Bayern will Vorbild sein

Herbert Hainer, Präsident des FC Bayern München.
Herbert Hainer, Präsident des FC Bayern München.  © Sven Hoppe/dpa

Diese Aktion passt zum Selbstbild, das Präsident Herbert Hainer in der vergangenen Woche im Interview der Deutschen Presse-Agentur beschrieben hatte. "Wir als FC Bayern möchten versuchen, ein Vorbild in unserem täglichen Handeln zu sein. Das ist ein wichtiger Beitrag, den wir als Verein leisten können. Und eines ist ja auch klar: Trotz aller Herausforderungen - es gibt aktuell weit größere Probleme und Sorgen als die des Fußballs", sagte Hainer zum generellen Verantwortungsgefühl des deutschen Rekordmeisters.

Der 65-Jährige bewertete die wirtschaftliche Krise auch als große Herausforderung für seinen Verein. "Aber der FC Bayern ist hervorragend aufgestellt und wir arbeiten Tag für Tag, dass der Verein diese spezielle Zeit gut übersteht", sagte Hainer. 

"Wir blicken trotz dieser immensen Herausforderung, die wir alle nur gemeinsam bewältigen können, zuversichtlich in die Zukunft."

Alle Informationen und Meldungen zu den aktuellen Entwicklungen in der Corona-Krise findet Ihr im +++ Coronavirus-Liveticker +++ und für Bayern im +++ Coronavirus-Bayern-Ticker +++

Titelfoto: Matthias Balk/dpa

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