FC Bayern holt das Triple und schlägt PSG dank Coman in spannendem Endspiel!

Lissabon - Der FC Bayern München hat sich im Estadio da Luz die europäische Krone aufgesetzt und kann das ersehnte Triple feiern! Das Team von Trainer Hansi Flick bezwang dank Kingsley Comans goldenem Tor (59. Minute) in einem starken Champions-League-Finale den französischen Serienmeister FC Paris Saint-Germain mit 1:0 (0:0). 

Bayern-Stürmer Robert Lewandowski (l.) scheiterte mit diesem Schuss aus der Drehung am linken Pfosten.
Bayern-Stürmer Robert Lewandowski (l.) scheiterte mit diesem Schuss aus der Drehung am linken Pfosten.  © David Ramos/Pool Getty/AP/dpa

Die Bayern waren zu Beginn die überlegene Mannschaft und setzten PSG wie erwartet früh unter Druck. Das Team von Trainer Thomas Tuchel konnte sich in den ersten acht Minuten deshalb nicht entfalten und musste sich auf die Defensivarbeit beschränken.

Die Münchner jagten den ballführenden Spieler, griffen ihn an und stellten die Passwege geschickt zu. Doch bald bekam Paris mehr Zugriff und schaffte es mit spielerischen Mitteln, sich aus der Umklammerung zu befreien.

Das Geschehen wogte in dieser Phase hin und her, zu echten Chancen kam es aber noch nicht, weil die Abwehrreihen zu aufmerksam waren, sicher standen und aus den anderen Mannschaftsteilen immer Unterstützung bekamen. 

So wurden beispielsweise zwei Abschlüsse des französischen Weltmeisters Kylian Mbappé durch kluge  Antizipation und starkes Stellungsspiel geblockt (14./15.).

Dann jedoch gab es die erste große Möglichkeit - und die hatte PSG! Nach einem genialen Pass von Mbappé in den Lauf von Neymar tauchte der brasilianische Superstar aus spitzem Winkel vor Manuel Neuer auf, scheiterte jedoch aus acht Metern halblinker Position an dessen hervorragender Beinabwehr (18.). Auch den anschließenden Pass von Neymar in die Mitte wehrte der deutsche Nationalkeeper mit vollem Einsatz ab.

Startformation des FC Bayern München gegen Paris Saint-Germain

Erste Elf des FC Paris Saint-Germain gegen den FC Bayern München

Bayern-Stürmer Robert Lewandowski trifft nur den Pfosten

Jérôme Boateng (M.) musste schon in der 25. Minute verletzt ausgewechselt werden. Für ihn kam Niklas Süle ins Spiel.
Jérôme Boateng (M.) musste schon in der 25. Minute verletzt ausgewechselt werden. Für ihn kam Niklas Süle ins Spiel.  © Miguel A. Lopes/Pool EPA/AP/dpa

Auf der Gegenseite wurde dann wenig später Robert Lewandowski von Alphonso Davies im Strafraum freigespielt und schoss aus der Drehung aus zwölf Metern in Richtung Tor, traf aber nur den linken Pfosten (22.)!

Nun nahm die Partie Fahrt auf. PSG konterte in der nächsten Aktion in vollem Tempo, am Ende zielte Angel Di Maria einen Meter zu hoch (23.).

Dann gab es für Bayern die erste Hiobsbotschaft: Jérôme Boateng musste verletzt ausgewechselt werden und wurde von Niklas Süle ersetzt (25.).

Der FCB antwortete mit einer Druckphase, in der Lewandowski mit einem Kopfball aus Nahdistanz an einem Reflex von Paris-Keeper Keylor Navas scheiterte (32.).

In der Folge blieben die Münchner feldüberlegen, ließen hinten nichts zu und suchten vorne nach der Lücke, die sie allerdings gegen die von Thiago Silva hervorragend organisierte Abwehr nicht fanden. Auf der anderen Seite hatten sie Glück, dass ein schlimmer Fehlpass von David Alaba am eigenen Sechzehner nicht bestraft wurde, weil Mbappé nur ein Schüsschen zustande brachte und Neuer sicher zupackte (45.). 

Da es in der letzten Aktion der ersten Hälfte nach einem engen Zweikampf zwischen Thilo Kehrer und Coman dann verständlicherweise keinen Elfmeter gab (45.+1), blieb es in dieser spannenden Partie auf hohem Niveau zur Pause beim torlosen Remis. 

Der französische Nationalspieler Kingsley Coman (r.) bejubelt seinen Treffer für den FC Bayern München.
Der französische Nationalspieler Kingsley Coman (r.) bejubelt seinen Treffer für den FC Bayern München.  © Miguel A. Lopes/Pool EPA/AP/dpa

Kingsley Coman köpft den FC Bayern München gegen Paris Saint-Germain zum Sieg

Das Tor zum Champions-League-Sieg: Kingsley Coman (2.v.r.) köpfte den FC Bayern München in dieser Szene mit 1:0 in Führung.
Das Tor zum Champions-League-Sieg: Kingsley Coman (2.v.r.) köpfte den FC Bayern München in dieser Szene mit 1:0 in Führung.  © Lluis Gene/Pool AFP/AP/dpa

Im zweiten Abschnitt sorgte dann Serge Gnabry unbeabsichtigt für Aufregung. Nach einem etwas härteren Foul des deutschen Nationalspielers an der Seitenlinie gegen Neymar kam es zu einer Rudelbildung, in der die Emotionen kurz hochkochten, sich aber bald wieder beruhigten (51.). 

Bayern blieb davon unbeeindruckt die tonangebende Mannschaft - und belohnte sich endlich. Nach einer butterweichen Flanke von Kimmich aus dem rechten Halbfeld stand PSG-Verteidiger Kehrer alleine gegen Lewandowski und Coman, deckte ersteren, doch der Ball landete auf dem Kopf des französischen Nationalspielers, der die Kugel in die lange Ecke nickte - 1:0 für den Deutschen Rekordmeister (59.)!

Nun wankte PSG, was die Münchner auszunutzen versuchten. Das gelang jedoch erst einmal nicht. So kam Paris noch einmal zu einer guten Chance durch Marquinhos, die Neuer aber per Fußabwehr zunichtemachte (70.). Tuchels Mannen verstärkten in der Schlussphase ihre Offensivbemühungen, ohne aber entscheidend durchzukommen. Nur Neymar vergab noch eine gute Möglichkeit (90.+2).

Doch alles in allem agierten die Bayern zu souverän, selbstbewusst und schlau. Deshalb durfte man am Ende jubeln und den dritten Champions-League-Titel der Vereinsgeschichte feiern. Hinzu kommen noch drei Titel im Vorläufer des Wettbewerbs, dem Europapokal der Landesmeister. 

Titelfoto: Miguel A. Lopes/Pool EPA/AP/dpa

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