Können diese Zahlen lügen? Rekord-Bayern schon Meister, Schalke runter?

München - Ganz so schlimm wie im Hinspiel in der Bundesliga kam es diesmal immerhin nicht: Nach dem 0:8 damals verlor der FC Schalke 04 nur mit 0:4 gegen den FC Bayern München. Das Spiel sehen die unterlegenen Schalker als Hoffnungsschimmer. Der Rekordmeister eilt indes auch mit wenig Souveränität von Rekord zu Rekord.

Der FC Bayern München konnte sich am Wochenende in der Bundesliga mit 4:0 gegen den FC Schalke 04 durchsetzen.
Der FC Bayern München konnte sich am Wochenende in der Bundesliga mit 4:0 gegen den FC Schalke 04 durchsetzen.  © Leon Kuegeler/Reuters/Pool/dpa

Glaubt man der Statistik, so sind am Sonntagabend auf Schalke am ersten Rückrunden-Spieltag schon zwei Bundesliga-Entscheidungen gefallen.

Und beide haben mit sieben Punkten zu tun.

Sieben Punkte Vorsprung hat der FC Bayern München nach dem 4:0 (1:0) auf Schalke nämlich auf seine direkten Konkurrenten - einen solch großen Vorsprung verspielte der Serienmeister seit Einführung der Drei-Punkte-Regel noch nie in der Rückrunde. Und sieben Punkte hat der Letzte Schalke nach 18 Spielen auf dem eigenen Konto.

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Weniger hatte noch nie ein Team im seit 1995 geltenden Drei-Punkte-System. Ist das bitter!

Bayern ist also schon Meister und Schalke schon abgestiegen - das wären die Schlüsse aus diesen Statistiken. Doch glaubt man den Protagonisten, ist diese Deutung falsch. "Absoluter Quatsch" sei es, dass schon eine Vorentscheidung gefallen sei, sagte der zurückhaltende Bayern-Trainer Hansi Flick (55).

Und sein Schalker Kollege Christian Gross (66) beteuerte, noch an den Klassenerhalt zu glauben. "Es steckt in meinem Naturell, dass ich ein positiver Mensch bin", sagte der Schweizer und sah in dem Spiel gegen den Triple-Sieger aus der bayerischen Landeshauptstadt entsprechend sogar "einen Fortschritt" im Kampf um den Verbleib im Oberhaus.

FC Bayern München: Zwei Gesichter des Rekordmeisters, Robert Lewandowski einfach unaufhaltbar

Robert Lewandowski (32, l.) ist die laufende Lebensversicherung des FC Bayern München und scheint geradezu unaufhaltsam.
Robert Lewandowski (32, l.) ist die laufende Lebensversicherung des FC Bayern München und scheint geradezu unaufhaltsam.  © Leon Kuegeler/Reuters/Pool/dpa

Das kann man, mit sehr großem Optimismus, durchaus so sehen. Denn die Schalker waren am Sonntag keineswegs so schlecht, wie es die Punkte-Ausbeute und die Höhe des Ergebnisses aussagen. Und die Bayern keineswegs so souverän. Vielleicht neigte Flick auch deshalb nicht zur Euphorie.

"Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden, aber die Art und Weise war nicht immer gut", sagte er und führte direkt weiter aus: "Das war oft ein Hin und Her. Und das ist nicht das, was wir uns vorstellen."

Wie instabil das Gebilde ist, zeigten Anfang Januar schon das 2:3 gegen Borussia Mönchengladbach und das Pokal-Aus bei Zweitligist Holstein Kiel.

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Auf der anderen Seite eilen die Bayern von Rekord zu Rekord - und beeindrucken die Konkurrenz. Am Sonntag waren es in einem Spiel gleich deren fünf!

Drei davon gingen auf das Konto von Weltfußballer Robert Lewandowski (32): Der Pole steht als erster Spieler der Bundesliga-Historie nach 18 Spieltagen schon bei stolzen 23 Treffern, traf als erster in acht Auswärtsspielen in Folge und ferner als erster in elf Spielen in Serie gegen denselben Gegner. Verrückt, was der Pole leistet!

Die 53 Saisontore der Münchner bedeuten nach 18 Spielen die Einstellung der Liga-Bestmarke und Manuel Neuer (34) übertraf mit seinem 197. Spiel ohne Gegentor die Bestmarke von Oliver Kahn (51). Und das war dann letztlich auch das, was Schalke-Torhüter Ralf Fährmann (32) die meiste Hoffnung machte. "Auch in der Rückrunde spielen wir gegen alle 17 Gegner", sagte er und schob unmittelbar nach: "Und den stärksten haben wir nun schon hinter uns."

Titelfoto: Leon Kuegeler/Reuters/Pool/dpa

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