FC Bayern vor Rekordduell gegen Bremen: Hansi Flick antwortet auf die Bundestrainer-Frage

München - Am Samstag (15.30 Uhr) steht das Bundesliga Rekordduell zwischen dem FC Bayern München und Werder Bremen an. In der Pressekonferenz vor Hansi Flicks 50. Pflichtspiel als FCB-Cheftrainer ging es auch um die Bundestrainer-Frage.

Bundestrainer Joachim Löw und sein damaliger Co-Trainer Hansi Flick (55) vor dem Finale der WM 2014 gegen Argentinien.
Bundestrainer Joachim Löw und sein damaliger Co-Trainer Hansi Flick (55) vor dem Finale der WM 2014 gegen Argentinien.  © Andreas Gebert/dpa

"Ich lebe im Hier und Heute. Deswegen sind diese Dinge viel zu weit weg für mich, um mir da überhaupt Gedanken zu machen", sagte der Triple-Trainer auf die Frage, ob ihn dieser Posten eines Tages reizen könne.

Nach der auf Bundestrainer Joachim Löw einprasselnden Kritik nach dem DFB-Debakel gegen Spanien war auch dessen langjähriger Assistent Flick in der Riege der Nachfolge-Kandidaten genannt worden.

Dieser nahm lieber das Rekordduell gegen den SV Werder Bremen und sein 50. Pflichtspiel mit den Bayern in den Fokus - ein Stimmungsaufheller für die frustrierten Nationalspieler um Kapitän Manuel Neuer?

Flick sprach von einem Abschlusstraining mit den DFB-Spielern, das ihn "total begeistert" habe. "Ich habe mich auch gefragt, was mich erwartet", gestand Flick. Doch die Stars ließen die historische 0:6-Klatsche in der Nations League vor dem 109. Nord-Süd-Klassiker am Samstag (15.30 Uhr/Sky) offenbar schnell hinter sich.

So oft wie die Paarung Bayern gegen Werder gab es kein anderes Spiel in der 1. Bundesliga, im Juni machten die Münchner an der Weser die Meisterschaft als ersten Flick-Titel klar.

"In Bremen sind sie kompakt gestanden und haben schnell umgeschaltet. Das erwarten wir Samstag auch", sagte Flick. 1:0 gewannen die Bayern damals, einer von 45 Siegen in Flicks 49 Pflichtspielen. Ein Remis und drei Niederlagen lassen die Bilanz nicht weniger imponierend aussehen. Eine Rekordausbeute.

FC Bayern München: Müller und Boateng haben vollstes Vertrauen von Flick

Jerome Boateng (l-r), Thomas Müller und Mats Hummels im DFB-Dress bei der verkorksten WM 2018. Danach wurden die Leistungsträger von Jogi Löw aussortiert.
Jerome Boateng (l-r), Thomas Müller und Mats Hummels im DFB-Dress bei der verkorksten WM 2018. Danach wurden die Leistungsträger von Jogi Löw aussortiert.  © Federico Gambarini/dpa

Anders als Löw vertraut Flick seinem Vize-Kapitän Thomas Müller uneingeschränkt, Jérôme Boateng stieg unter seiner Regie wieder zum Leistungsträger in der Innenverteidigung auf.

Die beiden vom Bundestrainer im Nationalmannschaft aussortierten Bayern-Stars stehen vier Tage nach dem 0:6 der deutschen Auswahl ebenso besonders im Fokus wie der seinerzeit ebenfalls geschasste Dortmunder Mats Hummels, der mit dem BVB bei Hertha BSC aufläuft. Der DFB habe sich für diesen Weg entschieden - und das respektiere er, sagte Boateng.

Ähnlich sieht es Flick. "Jogi Löw und das Trainerteam haben eine Entscheidung getroffen, man sollte es respektieren. Alles andere werden auch sie intern analysieren, und sie werden schauen, was für die Zukunft die richtigen Schritte sind", sagte der 55-Jährige.

"Ich bin froh, dass ich Thomas und Jérôme bei uns im Kader habe. Es sind beides Qualitätsspieler."

FC Bayern München: Corentin Tolisso fällt gegen Werder Bremen aus

Hansi Flick (55) tröstet Joshua Kimmich (25) nach dessen Verletzung beim Bundesliga-Duell gegen den BVB.
Hansi Flick (55) tröstet Joshua Kimmich (25) nach dessen Verletzung beim Bundesliga-Duell gegen den BVB.  © Martin Meissner/POOL AP/dpa

Mit der Frage um die Zukunft von Boateng, dessen Vertrag im kommenden Jahr ausläuft und nicht verlängert werden soll, sowie jener um die Dauer-Personalie David Alaba (ebenfalls Vertrag bis 2021) beschäftigte Flick vor dem Hammerprogramm von neun Spielen in vier Wochen nicht.

"Mir ist wichtig, dass ich eine gute Kommunikation mit den Spielern und dem Verein habe. Auf alles andere habe ich keinen Einfluss", sagte Flick.

Vielmehr interessierte den 55-Jährigen, wie er den Ausfall von Leader Joshua Kimmich bis Jahresende in der Mittelfeldzentrale auffängt - zumal auch Corentin Tolisso wegen muskulärere Probleme diesmal und vielleicht auch am Mittwoch in der Champions League gegen Salzburg passen muss.

"Im Mittelfeld sieht es eng aus", sagte Flick. Leon Goretzka und Javi Martínez lautet die naheliegendste Variante für die Startformation des Spitzenreiters gegen den im Vorjahr fast abgestiegenen aktuellen Tabellenneunten.

Aber auch der spanische U21-Europameister Marc Roca könnte eine Alternative sein. Er ist ebenso im Kader wie erstmals auch Neuzugang Tanguy Nianzou (18).

Nach sechs Gegentreffern gegen Spanien würde Neuer in seinem 400. Bayern-Pflichtspiel gerne zum 196. Mal ohne Gegentor bleiben und damit den Rekord von Vorstand Oliver Kahn einstellen. Eine besondere Marke naht auch für Robert Lewandowski: Drei Treffer fehlen dem Polen zu seinem 250. Bundesliga-Treffer.

Titelfoto: Andreas Gebert/dpa

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