FC Bayern nach Pokal-Blamage unter Schock: Müller platzt bei Interview der Kragen

München/Kiel - Als die Spieler von Holstein Kiel nach ihrem Sensations-Coup im Schneeregen feierten, trotteten die Stars des FC Bayern München nach der DFB-Pokal-Blamage niedergeschlagen in die Kabine. Bayern-Trainer Hansi Flick zeigte sich geschockt, Thomas Müller ließ seinem Frust freien Lauf.

Sichtlich niedergeschlagen trottet das Starensemble des FC BAyern München nach der Niederlage gegen Holstein Kiel im DFP-Pokal in die Kabine.
Sichtlich niedergeschlagen trottet das Starensemble des FC BAyern München nach der Niederlage gegen Holstein Kiel im DFP-Pokal in die Kabine.  © Christian Charisius/dpa

Nach einer mäßigen Vorstellung war der Favorit am Mittwochabend im Elfmeterschießen beim überragenden Fußball-Zweitligisten aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. Kiels Finn Bartels verwandelte den entscheidenden Elfmeter gegen FIFA-Welttorhüter Manuel Neuer. Zuvor war Münchens Marc Roca an Holstein-Keeper Ioannis Gelios gescheitert.

Für den Deutschen Rekordmeister war es das erste Aus im DFB-Pokal in der zweiten Runde seit über 20 Jahren und das erste gegen ein klassentieferes Team seit 17 Jahren. "Natürlich ist es ein Schock, wir sind natürlich enorm enttäuscht", meinte Trainer Hansi Flick in der ARD nach dem Debakel.

"Das ist ein außergewöhnliches Erlebnis. Das ist etwas, an was man sich noch in vielen Jahren erinnert", sagte hingegen Holsteins-Trainer Ole Werner im TV-Sender Sky. "Wir haben immer daran geglaubt, dass wir hier die Überraschung schaffen können", ergänzte Matchwinner Bartels in der ARD.

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Im Achtelfinale treffen die Kieler nun Anfang Februar auf den Ligarivalen Darmstadt 98.

Nach 90 Minuten und der Verlängerung hatte es 2:2 (1:1) gestanden. Serge Gnabry (14.) aus Abseitsposition und Leroy Sané (48.) per Freistoß hatten den Pokal-Rekordgewinner zweimal in Front gebracht. Den mehr als gleichwertigen Kielern gelang durch Fin Bartels (37.) und Kapitän Hauke Wahl Sekunden vor dem Abpfiff jeweils der Ausgleich.

FC Bayern blamiert sich gegen Kiel: Thomas Müller motzt ARD-Reporterin an

Thomas Müller liegt nach einer verpassten Torchance frustriert am Boden. Der Mittelfeldmann konnte seinen Ärger auch nach Abpfiff nicht verbergen.
Thomas Müller liegt nach einer verpassten Torchance frustriert am Boden. Der Mittelfeldmann konnte seinen Ärger auch nach Abpfiff nicht verbergen.  © Christian Charisius/dpa

Das Starensemble aus München hatte im Schneeregen gegen den Zweitliga-Dritten mehr Mühe, als ihnen lieb war. Immer wieder deckten der Außenseiter aus dem hohen Norden die Schwächen in der anfälligen Abwehr des FC Bayern München auf.

"Man kann uns nicht vorwerfen, dass wir mit irgendwelcher einer Larifari-Einstellung das Spiel abgeschenkt hätten", wehrte sich Thomas Müller vor Kritik an einer mangelnden Einstellung.

Seinen Frust über die Niederlage konnte der Mittelfeldmann jedoch nicht verbergen. Als ARD-Reporterin Valeska Homburg ihn nach der Stimmung in der Bayern-Kabine fragte und dabei lachte, platzte es aus ihm heraus.

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"Sie lachen jetzt hier!" Woraufhin Homburg antwortete: "Ne, ich lache nicht." Müller ließ jedoch nicht locker und motzte: "Natürlich haben Sie gelacht!"

Erst nach einer weiteren Frage der Reporterin ging das Interview weiter.

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Bayern-Trainer Hansi Flick setzte gegen Kiel auf Rotation. Die Defensiv-Probleme bekam er nicht in den Griff.
Bayern-Trainer Hansi Flick setzte gegen Kiel auf Rotation. Die Defensiv-Probleme bekam er nicht in den Griff.  © Christian Charisius/dpa

Bayern-Trainer Hansi Flick setzte in Kiel auf Rotation. Er veränderte seine Startelf im Vergleich zum 2:3 bei Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga gleich auf fünf Positionen. Unter anderen ließ er Weltfußballer und Torjäger Robert Lewandowski und Abwehrchef David Alaba zunächst auf der Bank. Dafür rückte Gnabry nach seiner Schienbeinprellung wieder ins Angriffszentrum.

Mittelfeldspieler Leon Goretzka hatte nach einem Schlag auf die Wade auf die Reise in den Norden kurzfristig verzichtet.

Trotz der Umstellungen hatten die Gäste von Beginn an mehr Spielanteile. Doch für klare Torchancen gegen die stabile Defensive der Kieler fehlten ihnen zu oft die Ideen.

Die Führung fiel daher überraschend - und mit Glück. Holstein-Keeper Gelios bugsierte nach einem Kopfball von Thomas Müller den Ball unglücklich zu Gnabry (14.). Allerdings stand der Stürmer bei seinem Treffer im Abseits. Schiedsrichter Robert Schröder erkannte dennoch auf Tor.

Einen Videobeweis gibt es in der 2. Runde des DFB-Pokals nicht.

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Kiels Hauke Wahl (2.vl) erzielt das Last-Minute-Tor zum 2:2 und rettet seine Mannschaft in die Verlängerung.
Kiels Hauke Wahl (2.vl) erzielt das Last-Minute-Tor zum 2:2 und rettet seine Mannschaft in die Verlängerung.  © Christian Charisius/dpa

Die von Trainer Werner exzellent eingestellten Kieler ließ der Rückstand unbeeindruckt. Sie versuchten, auch mit spielerischen Mitteln dagegen zu halten. Müller (35.) hatte noch eine gute Möglichkeit vor der Pause, um zu erhöhen.

Doch zwei Minuten danach ließ Bartels nach einem langen Pass von Jannik Dehm die lückenhafte Bayern-Deckung stehen und Nationaltorwart Manuel Neuer keine Chance. "Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft", sagte Kiels Vizepräsident Wolfgang Schwenke in der Pause im TV-Sender Sky.

Die zweite Halbzeit begann für die Gastgeber mit einem Rückschlag: Sané traf per Freistoß aus 20 Metern zur erneuten Führung. Aber auch diesmal ließen sich die Kieler nicht entmutigen und brachten die Bayern-Abwehr regelmäßig in Verlegenheit. Alexander Mühling vergab nur zwei Minuten nach dem Rückstand die Ausgleichschance.

Von einem Klassenunterschied war nichts zu sehen. Nur Jamal Musiala (67.) prüfte Kiels Schlussmann Gelios, der den Ball noch an den Pfosten lenkte. Ansonsten bestimmte der Außenseiter das Geschehen im Schneeregen. Nach 74 Minuten reagierte Bayern-Trainer Flick und brachte unter anderen Torjäger Lewandowski. Die Kieler ließen nicht nach und belohnten sich in der Nachspielzeit durch den Treffer von Wahl.

In der Verlängerung wurde der Favorit aus dem Süden dominanter, scheiterten jedoch an den aufopferungsvoll kämpfenden Kielern und an Torwart Gelios. Die Entscheidung musste im Elfmeterschießen fallen.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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