Bayern-Trainer Nagelsmann von eigenen Fans übel beschimpft: Klare Worte vom Coach!

München - Nach dem 2:2 gegen Ajax Amsterdam dürfte Julian Nagelsmann (34) als Trainer des FC Bayern München um einige Erkenntnisse reicher sein - auch im Hinblick auf die Tatsache, dass es wenig geistreiche Menschen überall gibt.

Julian Nagelsmann (34) ist bei seiner Heimpremiere in der Allianz Arena als Trainer des FC Bayern München von einige wenigen Fans beschimpft worden.
Julian Nagelsmann (34) ist bei seiner Heimpremiere in der Allianz Arena als Trainer des FC Bayern München von einige wenigen Fans beschimpft worden.  © Sven Hoppe/dpa

Diese waren nämlich ebenso auf der Tribüne der Münchner Allianz Arena zu finden. Eindrucksvoll unter Beweis stellte das am Samstag eine Gruppe von "Fans", die sich im Zuge des Testspiels gegen die Niederländer in der Südkurve hinter einem "Munich's Red Pride"-Banner versammelt hatte.

Von dem Grüppchen waren lautstarke Rufe zu vernehmen, die auf die Vergangenheit des neuen Bayern-Trainers anspielten. "Nagelsmann, du Sau, zurück zum TSV", lautete der geradezu geniale Slogan, den sich die Anhänger ausgedacht hatten.

Passend dazu war auch der Löwe des TSV 1860 München, der sein Auftaktspiel der neuen Saison der 3. Liga am Nachmittag gegen den SSV Jahn Regensburg dank eines Treffers von Marcel Bär hatte gewinnen können, in einem Fadenkreuz zu sehen. Dass der Übungsleiter von Kindesbeinen an großer FCB-Fan ist, spielt für manche keine Rolle.

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Nagelsmann hatte zwar von 2002 bis 2007 für den Stadtrivalen in dessen Jugend und zweiten Mannschaft gespielt, war ferner von 2008 bis 2010 unter Xaver Zembrod (54) als Co-Trainer des U17-Teams aktiv. Aus seiner Liebe zum FC Bayern macht er jedoch keinen Hehl und hat laut eigener Aussage im Elternhaus in Landsberg am Lech in der Vereinsbettwäsche geschlafen.

Der 33-Jährige, der beim Serienmeister über einen Vertrag bis zum Sommer 2026 verfügt, räumte im Anschluss ein, die Beleidigungen wahrgenommen zu haben, wirklich angefasst schien er aber keineswegs zu sein - ganz im Gegenteil.

FC Bayern München: Trainer Julian Nagelsmann reagiert entspannt auf Beleidigungen durch Fans

"Ja, ich habe das mitbekommen. So voll war es noch nicht, es war die lautstärkste Gruppe im Stadion", sagte Nagelsmann. Er gab sich dann jedoch betont gelassen, erklärte für "Toleranz und Offenheit" zu stehen. "Ich kenne die Rivalitäten in der Stadt und im Fußball", führte der Coach aus, nur um unmittelbar nachzuschieben: "Aber ich bin kein großer Freund von Rivalitäten."

Letztlich könne jeder Mensch doch rufen, was er wolle. "Ich lasse jeden nach seinem Gusto leben. Es muss nicht jeder Applaus klatschen, dass ich früher mal beim Stadtrivalen war. Wie man das dann äußert, das muss jeder für sich entscheiden", sagte er. Man könne "nicht jeden glücklich machen. Und gewisse Dinge musst du einfach abkönnen."

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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