Was für ein irrer Schlagabtausch! FC Bayern und Köln liefern sich Fünf-Tore-Duell

München - Was für eine verrückte zweite Halbzeit! Der FC Bayern München hat am 2. Spieltag der Bundesliga nach einem erbittert geführten Schlagabtausch mit offenen Visieren einen knappen 3:2 (0:0)-Erfolg gegen den 1. FC Köln verbucht.

Was für ein knapper Sieg in der Allianz Arena! Der FC Bayern München hat am 2. Spieltag der Bundesliga mit 3:2 (0:0) gegen den 1. FC Köln gewonnen.
Was für ein knapper Sieg in der Allianz Arena! Der FC Bayern München hat am 2. Spieltag der Bundesliga mit 3:2 (0:0) gegen den 1. FC Köln gewonnen.  © Sven Hoppe/dpa

Die Tore des Rekordmeisters vor 20.000 Zuschauern in der Allianz Arena erzielten Robert Lewandowski zum 1:0 (50. Minute) sowie Serge Gnabry zum 2:0 (59.) und 3:2 (71.). Für Köln trafen Anthony Modeste (1:2/60.) und Mark Uth (2:2/62.).

Im Vergleich zum 3:1-Sieg im DFL-Supercup gegen Borussia Dortmund nahm Bayern-Trainer Julian Nagelsmann zwei Änderungen vor: Für Kingsley Coman (Einblutung am Gesäßmuskel) und Josip Stanisic (Bank) durften Leroy Sané sowie Tanguy Nianzou von Beginn an gegen die Geißböcke ran.

Nagelsmanns Gegenüber, Köln-Coach Steffen Baumgart, wechselte nach dem 3:1-Erfolg gegen Hertha BSC in der Bundesliga ebenfalls zweifach. Kingsley Ehizibue und Jorge Meré standen anstelle von Timo Hübers (Knieprobleme) sowie Benno Schmitz in München in der ersten Elf der Gäste.

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Nach einer Schweigeminute für den am zurückliegenden Sonntag im Alter von 75 Jahren verstorbenen Gerd Müller ging es auf dem Rasen sofort zur Sache. Ein erstes Schüsschen von Thomas Müller, der sich nach einem etwas zu ungenauen Pass von Lewandowski richtig lang machen musste, um das Leder zu erreichen, kullerte jedoch nur links am Kölner Kasten vorbei (8.).

Die Gäste bemühten sich in der Folge nach Kräften. Baumgart gab an der Seitenlinie alles, coachte seine Akteure nahezu permanent. Wirklich gefährlich wurde es vor dem Tor von Manuel Neuer, der trotz Knöchelproblemen doch überraschend zwischen den Pfosten stand, aber nicht - was auch auf der Gegenseite nicht sonderlich anders aussah.

Startaufstellung des FC Bayern München gegen den 1. FC Köln in der Bundesliga

Startelf des 1. FC Köln gegen den FC Bayern München in der Bundesliga

Niklas Süle mit der besten Chance für den FC Bayern München - 1. FC Köln wehrt sich nach Kräften

Niklas Süle hatte im ersten Durchgang die beste Chance für den FC Bayern München. Ein Tor konnte der Abwehrspieler aber nicht erzielen.
Niklas Süle hatte im ersten Durchgang die beste Chance für den FC Bayern München. Ein Tor konnte der Abwehrspieler aber nicht erzielen.  © Sven Hoppe/dpa

Die Hausherren traten zwar erwartet dominant auf, leisteten sich jedoch zu viele Ungenauigkeiten im Aufbauspiel, weshalb FC-Schlussmann Timo Horn in der gesamten ersten Halbzeit kaum gefordert war.

Die gefährlichste Chance hatte in der 24. Minute noch Niklas Süle, der nach einem sehenswerten Trick samt der nötigen Portion Glück im Strafraum zum Abschluss kam. Der letztlich allerdings sehr zentrale Schuss war für Horn keiner Problem.

Kurz zuvor war zudem Gnabry bei einem Schussversuch mit rechts in letzter Sekunde im Sechzehner gerade noch abgeblockt worden (22.).

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Der Nationalspieler verpasste vor der Pause nach einem viel zu kompliziert vorgetragenen Angriff der Nagelsmann-Elf noch ein immerhin fein gechipptes Zuspiel von Joshua Kimmich haarscharf am linken Fünfereck (45.).

Wenig später ging es dann mit dem zumindest aus Münchner Sicht enttäuschenden Remis in die Kabinen. Die Ansprache des Übungsleiters des Rekordmeisters dürfte entsprechend ausgefallen sein - und jene war auch auf dem Feld noch vor Wiederanpfiff sichtbar! Für Sané und Nianzou war die Partie nach lediglich einer Hälfte bereits beendet, im Gegenzug durften Jamal Musiala und Stanisic mitwirken. Es waren zwei Wechsel, die ihre Wirkung nicht verfehlten.

FC Bayern München und 1. FC Köln liefern sich offenen Schlagabtausch - Rekordmeister feiert Heimsieg

Serge Gnabry (2.v.l.) traf gegen den 1. FC Köln zweifach für den FC Bayern München. Sein zweiter Treffer des Abends war dabei spielentscheidend.
Serge Gnabry (2.v.l.) traf gegen den 1. FC Köln zweifach für den FC Bayern München. Sein zweiter Treffer des Abends war dabei spielentscheidend.  © Sven Hoppe/dpa

Zwar verzog Musiala zunächst aus guter Position (48.), nur zwei Minuten hatte der Youngster dann allerdings seinen großen Aufritt. Er setzte sich auf der linken Seite stark an der Grundlinie durch und hatte das Auge für Lewandowski in der Mitte am Fünfmeterraum. Der Weltfußballer musste nur noch zur verdienten 1:0-Führung einschieben (50.).

Der Bann war gebrochen, die nun klar erkennbar zielstrebiger und direkter agierenden Münchner legten sofort nach! Über Lewandowski gelangte das Spielgerät auf den rechten Flügel zu Müller. Dieser hob kurz den Kopf und bediente Gnabry, der aus kurzer Distanz problemlos zum 2:0 einnetzte (59.).

Wer nun dachte, dass die Messe damit gelesen war, der irrte gewaltig! Binnen zwei Minuten zeigte die Bayern-Defensive einmal mehr, wie anfällig sie ist.

Zunächst köpfte Modeste nach feiner Flanke von Jonas Hector von der linken Seite gegen schläfrige Münchner sowie einen chancenlosen Neuer zum 1:2 ein (60.), dann verwertete Uth ein Zuspiel in den Strafraum, diesmal von Ehizibue von der anderen Seite geschlagen, mit links zum 2:2-Ausgleich (62.).

Beide Teams hatten nun das Visier endgültig hochgeklappt. Nach einer schwachen ersten Hälfte ging es hin und her - und der nächste Kracher gehörte wieder den Gastgebern! Nach einer Faustabwehr Horns landete das Leder bei Kimmich, der es zu Gnabry in den Sechzehner spielte. Dieser zögerte nicht sonderlich lange, nahm Maß und traf wuchtig links oben zum 3:2 (71.).

Dabei blieb es. Der Meister verpasste es, noch nachzulegen, Köln konnte trotz aller Bemühungen keine Antwort mehr liefern.

Für den FC Bayern geht es bereits am Mittwoch wieder rund, wenn im DFB-Pokal das Nachholspiel gegen den Bremer SV ansteht (20.15 Uhr). Köln kann länger verschnaufen, bekommt es Samstag (15.30 Uhr) mit dem VfL Bochum zu tun.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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