FC Bayern und der Bruch mit Boateng: "Halt die Fresse!"

München - Nach zehn Jahren verließ Jérôme Boateng (33) in diesem Sommer den FC Bayern München und wechselte ablösefrei zu Olympique Lyon. Nun kommt ein Streit zwischen dem Verteidiger und FCB-Sportdirektor Hasan Salihamidžić (44) aus dem Jahr 2018 ans Licht, der tiefe Gräben zwischen dem Spieler und der Vereinsführung vermuten lässt.

Jérôme Boateng (33) spielte zehn Jahre lang für den FC Bayern München.
Jérôme Boateng (33) spielte zehn Jahre lang für den FC Bayern München.  © Andreas Gebert/Reuters-Pool/dpa

Boateng soll Salihamidžić wüst beschimpft haben, wie "Bild"-Reporter Christian Falk in seinem Buch "Bayern Insider" (erscheint am 16. November, "Bild" berichtet vorab) enthüllt.

Beim Champions-League-Spiel des FC Bayern bei AEK Athen am 23. Oktober 2018 muss Boateng auf der Bank Platz nehmen. Der damalige Trainer Niko Kovac (50) setzt auf Niklas Süle (26) und Mats Hummels (32) in der Innenverteidigung.

Das passt Boateng überhaupt nicht! Er will mit Kovac über diese Entscheidung sprechen. Als sich Salihamidžić in die Diskussion einschaltet, eskaliert die Situation laut dem Bericht.

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"Du hast mir gar nichts zu sagen! Halt die Fresse!", soll der Berliner in Richtung Brazzo gekeift haben. Boateng wirft dem Sportdirektor demnach vor, dass dieser ihn im Sommer hatte verkaufen wollen.

Das war wohl der Moment, in dem es endgültig zum Bruch zwischen Spieler und Vorgesetzten kam.

Einige Monate später wurde der damalige Bayern-Präsident Uli Hoeneß (69) deutlich und legte dem Verteidiger einen Wechsel nahe. "Ich würde Boateng raten, den FC Bayern zu verlassen", so Hoeneß. "Ich glaube, für ihn wäre es besser, wenn er mal andere Luft genießen könnte. Ich glaube, er muss eine neue Herausforderung suchen, das ist besser für ihn. Er wirkt wie ein Fremdkörper."

Gescheiterter Wechsel zu Paris Saint-Germain sorgte für Unmut bei Boateng

Hasan Salihamidžić (44), Sportdirektor des FC Bayern München.
Hasan Salihamidžić (44), Sportdirektor des FC Bayern München.  © Tom Weller/dpa

Ein Grund für Boatengs Unmut gegenüber Brazzo dürfte sein gescheiterter Transfer im Sommer 2018 zu Paris Saint-Germain gewesen sein.

Die Verhandlungen mit den Franzosen schienen zunächst durchaus aussichtsreich. Doch nachdem PSG-Sportdirektor Antero Henrique (53) Salihamidžić am Münchner Flughafen versetzt hatte, gerieten die Gespräche ins Stocken.

"Ich würde Paris Saint-Germain raten, seinen Sportdirektor auszutauschen", erklärte Hoeneß damals. "Dieser Mann ist kein Aushängeschild für diesen Verein."

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Die Last-Minute-Offerte über die zunächst geforderten 40 Millionen Euro lehnten die Bayern schließlich ab. Offenbar war die Ablösesumme aufgrund des nicht angemessenen Verhaltens von Henrique um ein paar Millionen gestiegen - zum Unmut Boatengs.

Titelfoto: Andreas Gebert/Reuters-Pool/dpa

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