FC Bayern: Karl-Heinz Rummenigge spricht über Sommertransfers, den Markt und neuen TV-Vertrag

München - Karl-Heinz Rummenigge (64) vom FC Bayern München erwartet aufgrund der Coronavirus-Pandemie ein Umdenken bei Spielerwechseln. Auch zum neuen TV-Vertrag der Bundesliga äußert sich der Vorstandsvorsitzende.

Karl-Heinz Rummenigge (64) hat klare Vorstellungen.
Karl-Heinz Rummenigge (64) hat klare Vorstellungen.  © Roland Weihrauch/dpa

"Der Transfermarkt wird sich verändern. Es ist nicht viel Liquidität vorhanden, es fehlt also an Nachfrage. Nicht aber am Angebot an wechselwilligen Spielern. Das wird die Preise neu justieren", sagte der 64 Jahre alte Fußball-Funktionär im Gespräch mit "Handelsblatt". 

"Auch die Gehälter werden kaum zu steigern sein, das gilt selbst für Topspieler. Viele europäische Clubs haben angekündigt, ihre Payroll herunterzufahren. Auch wir werden vorsichtiger damit umgehen", kündigte Rummenigge an.

Das Team von Trainer Hansi Flick (55) bezeichnete Rummenigge als "eine Supermannschaft". 

Trotzdem werde es Transfers geben, kündigte der Bayern-Chef an. "Wir möchten unseren Kader etwas breiter aufstellen. Es wird in der nächsten Saison viele englische Wochen mit vielen Spielen geben, da müssen wir mehr einsatzbereite Spieler im Kader haben." Rummenigge nannte in dem Interview allerdings keine Namen, sprach auch Wunschspieler Leroy Sané (24) von Manchester City nicht an.

Astronomische Ablösesummen bis hin zu 100 Millionen Euro für prominente Nationalspieler, die zuletzt nahezu üblich zu sein schienen, seien für ihn allerdings nicht realisierbar. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass in dieser Saison in Deutschland oder auch sogar Europa so viel Geld für einen Spieler gezahlt wird", führte Rummenigge weiter aus.

Der designierte Rummenigge-Nachfolger Oliver Kahn (51) hatte zuletzt noch einmal betont, dass Sané "noch ein Jahr Vertrag bei Manchester" habe. "Und mehr gibt es jetzt dazu nicht zu sagen", hatte der 51-Jährige im ZDF-Sportstudio erklärt. 

Sané hatte am Montagabend sein Comeback nach seinem im August des vergangenen Jahres erlittenen Kreuzbandrisses gegeben. "Endlich - Ich habe es sehr vermisst", schrieb der 24 Jahre alte Nationalspieler nach dem 5:0-Sieg seines Clubs in der englischen Premier League gegen den klar überforderten FC Burnley auf Instagram.

FC Bayern München: Karl-Heinz Rummenigge lobt TV-Vertrag

Karl-Heinz Rummenigge (64) zeigte sich zufrieden.
Karl-Heinz Rummenigge (64) zeigte sich zufrieden.  © Matthias Balk/dpa

Auch zum durch die Deutsche Fußball Liga (DFL) ausgehandelten TV-Vertrag hat sich Rummenigge geäußert - und diesen entsprechend gelobt. 

"Ich bin der Meinung, dass es der DFL gelungen ist, in diesen schwierigen Zeiten ein erstklassiges Ergebnis zu erzielen. Dazu darf man ihr nur gratulieren", sagte der 64-Jährige deutlich. 

Der Bayern-Boss führte über die bisherige Verteilung der TV-Gelder aus: "In Deutschland gibt es eine sehr solidarische, ausgewogene Verteilung der TV-Gelder: Der Meister erhält doppelt so viel TV-Einnahmen wie der Tabellenletzte."

Bei der Auktion der Medienrechte waren für die Spielzeiten 2021/22 bis 2024/25 insgesamt 4,4 Milliarden Euro und damit rund 260 Millionen Euro weniger als im vergangenen TV-Vertrag erlöst worden - nun dürfte es nachfolgende Diskussionen über die Verteilung der Gelder geben.

Rummenigge forderte angesichts der durch die Coronavirus-Pandemie geringeren Einnahmen ein deutliches Umdenken im Profi-Fußball

Die Einführung einer oft diskutierten Gehaltsobergrenze erwartet er aber nicht: "Die juristischen Voraussetzungen, also das Wettbewerbsrecht, lassen das wahrscheinlich nicht zu. Nein, wir brauchen mehr Rationalität - und müssen das "Financial Fair Play" in Europa stringenter mit klaren Kennziffern weiterentwickeln. Es ging ursprünglich immer darum, nicht mehr Geld auszugeben als eingenommen wird", sagte Rummenigge.

In der Bayern-AG erwartet Rummenigge für die Saison 2019/2020 "finanzielle Mindereinnahmen von circa 50 Millionen Euro". "Trotzdem haben wir die Hoffnung, eine schwarze Null zu schreiben. Da die Endphase der aktuellen Champions League zeitlich in die nächste Saison fallen wird, werden hier mögliche Einnahmen natürlich auch erst im nächsten Geschäftsjahr zum Tragen kommen", sagte Rummenigge.

Titelfoto: Matthias Balk/dpa

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