Blamage vor Augen: FC Bayern dreht gnadenlos auf und schlägt bissigen FSV Mainz

München - Der Start des Rekordmeisters in das Fußball-Jahr 2021 ist geglückt! Der FC Bayern München hat sich am 14. Spieltag der Bundesliga gegen den 1. FSV Mainz 05 mit 5:2 (0:2) durchgesetzt und grüßt wieder von der Tabellenspitze.

David Alaba (l.) und seine Kollegen vom FC Bayern München taten sich gegen den 1. FSV Mainz 05 lange schwer - einen Sieg gab es dennoch.
David Alaba (l.) und seine Kollegen vom FC Bayern München taten sich gegen den 1. FSV Mainz 05 lange schwer - einen Sieg gab es dennoch.  © Guenter Schiffmann/AFP-Pool/dpa

Die Tore in der Allianz Arena erzielten Jonathan Burkardt zum 1:0 für die Nullfünfer (32. Minute) und Alexander Hack, der zum 2:0 traf (44.). Joshua Kimmich verkürzte zum 1:2 aus Bayern-Sicht (50.), Leroy Sané glich zum 2:2 aus (56.). Niklas Süle (70.) und Robert Lewandowski, der gleich doppelt traf (76. und 83.), drehten das Spiel dann endgültig.

Im Vergleich zum wichtigen 2:1-Erfolg gegen Bayer 04 Leverkusen kurz vor Weihnachten nahm Trainer Hansi Flick drei Änderungen in der ersten Elf vor: Für Niklas Süle, Lucas Hernández (beide Bank) und Kingsley Coman (verletzt) begannen im Gegenzug Benjamin Pavard, Kimmich sowie Sané.

Flicks Gegenüber, Jan Siewert, änderte die Startelf beim eigenen Debüt als Interimstrainer nach dem bitteren Aus der Mainzer im DFB-Pokal gegen den VfL Bochum vierfach. Finn Dahmen, Phillipp Mwene, Daniel Brosinski und Edimilson Fernandes standen für Robin Zentner (verletzt), Luca Kilian (Magen-Darm), Moussa Niakhaté (Gelbsperre) sowie Karim Onisiwo (Bank) von Beginn an auf dem Feld.

Zwar gab es an der Rollenverteilung in München keinerlei Zweifel, die erste große Chance hatten allerdings dennoch die Gäste aus Rheinland-Pfalz! Jérôme Boateng hatte im Laufduell mit Burkardt so seine Mühe und konnte nicht entscheidend eingreifen, der Mainzer kam wenige Meter vor dem Kasten halbrechts zum Abschluss, scheiterte jedoch mit seinem letztlich schlicht zu unplatzierten Schuss an Bayern-Schlussmann Manuel Neuer, der lange stehen blieb und somit alles richtig machte (5.).

Wenig später hätte es auf der anderen Seite fast geklingelt, allerdings konnte Dahmen nach einem Schuss von Sané, den Jerry St. Juste unfreiwillig, aber gefährlich in Richtung eigener Torlinie abgelenkt hatte, gerade noch zupacken (8.).

Aufstellung des FC Bayern München gegen den 1. FSV Mainz 05 in der Bundesliga

Startelf des 1. FSV Mainz 05 beim Bundesligaspiel gegen den FC Bayern München

Jonathan Burkardt und Alexander Hack schießen 1. FSV Mainz 05 gegen FC Bayern München in Führung

Knallhart, platziert und einfach sehenswert: Jonathan Burkardt (l.) erzielte die Führung für den 1. FSV Mainz 05 im Spiel gegen den FC Bayern München.
Knallhart, platziert und einfach sehenswert: Jonathan Burkardt (l.) erzielte die Führung für den 1. FSV Mainz 05 im Spiel gegen den FC Bayern München.  © Sven Hoppe/dpa

Auch die beste Chance in der Anfangsphase gehörte den Münchnern: Corentin Tolisso wurde von Serge Gnabry mittig im Strafraum bedient, nahm das Leder aus acht Metern direkt - und verzog (16.). Der Ball segelte links am Tor vorbei.

Gegen motivierte und mit den eigenen Mitteln bestmöglich agierende Mainzer sicherte sich die Flick-Truppe die Kontrolle über das Leder und somit auch die Partie. Wirklich gefährliche Torchancen konnten sich Lewandowski und Co. aber trotz der eigenen Überlegenheit zunächst nicht erspielen.

Diszipliniert, lauffreudig und wohl auch mit dem Mut der Verzweiflung im Hinterkopf versuchten die Gäste immer wieder Nadelstiche zu setzen - und konnten sich tatsächlich dafür auch belohnen!

Ein weiterer langer Ball, gespielt von Danny Latza, landete bei Burkardt, der zuvor Boateng unsanft und leicht grenzwertig mit einem Körpereinsatz aus dem Weg geräumt hatte. Der deutsche U21-Nationalspieler zögerte nicht lange, fasste sich ein Herz und zog aus rund zwölf Meter mit voller Wucht ab (32.) - die Führung für den krassen Außenseiter, nichts zu machen für Neuer!

Der Keeper war es jedoch, der in der 39. Minute gegen Robin Quaison mit einer starken Parade den zweiten Treffer des Tabellenvorletzten verhindern konnte, der scheinbar vor der Pause den Schwung mitnehmen und unbedingt nachlegen wollte.

Und die Nullfünfer setzten tatsächlich einen drauf! Aus dem rechten Halbfeld segelte eine Freistoßflanke Brosinskis in den Sechzehner der Münchner, in dem Hack zu frei zum Kopfball kam, sich diese Möglichkeit nicht entgehen ließ und ins rechte Eck eindrückte (44.). Mit dem überraschenden 0:2-Rückstand ging es kurz darauf in die jeweiligen Kabinen.

FC Bayern München dreht die Partie: Quartett sorgt für Heimsieg gegen den 1. FSV Mainz 05

Leroy Sané (r.) traf für den FC Bayern München am 14. Spieltag der Bundesliga gegen den Außenseiter 1. FSV Mainz 05, der munter mitspielte.
Leroy Sané (r.) traf für den FC Bayern München am 14. Spieltag der Bundesliga gegen den Außenseiter 1. FSV Mainz 05, der munter mitspielte.  © Sven Hoppe/dpa

Während die Mainzer nach der Pause da weiter machen wollten, wo sie aufgehört hatten, jedoch beim Aluminiumtreffer von Latza nicht das nötige Quäntchen Glück hatten (48.), war es auf der Gegenseite Kimmich, der den eigentlich haushohen Favoriten per Torerfolg zurück in die Partie brachte.

Gnabry brachte das Leder in die Mitte, in der Lewandowski eher unabsichtlich zum langen Pfosten verlängerte. Genau an diesem stand jedoch Kimmich goldrichtig und nickte locker ein (50.).

Und die geradezu wütenden Bayern-Stars hatten Blut geleckt! Lediglich sechs Minuten nach dem Anschluss war es Sané, der von rechts einfach mal nach innen zog und Sekunden später platziert in die linke untere Ecke abschloss (56.). Alles wieder offen.

Wer nun dachte, Mainz wäre gebrochen, der irrte!

Weiterhin agierten die Gäste mutig, Quaison hatte jedoch Pech und traf mit seinem sehenswerten Schuss von der Strafraumgrenze in einem äußerst unterhaltsamen Spiel nur die Querlatte (59.). Glück für Neuer, der sich zuvor umsonst gestreckt hatte.

Während Mainz die Kräfte etwas ausgingen, legten die Münchner immer weiter zu. Nachdem ein Treffer des Rekordmeisters korrekterweise wegen einer Abseitsstellung aberkannt worden war, war es der eingewechselte Süle, der die Partie endgültig drehte und die Roten mit einer Direktabnahme auf Höhe des Elfmeterpunkts schlussendlich auf die Siegerstraße schoss (70.).

Keine fünf Minuten später durfte dann auch noch Lewandowski jubeln. Der Pole versenkte einen nach einem Foul von Leandro Barreiro an Gnabry, der ausgewechselt werden musste, fälligen Elfmeter gewohnt sicher links unten - 4:2, die Entscheidung (75.). Der Weltfußballer war es auch, der in der Schlussphase mit seinem zweiten Treffer des Tages nach Vorarbeit von Thomas Müller freistehend aus etwa sieben Metern problemlos in die Tormitte für den zu deutlichen 5:2-Endstand sorgte (83.).

Für den FC Bayern geht es nach dem Sieg gegen Mainz bereits am Freitag auswärts bei Borussia Mönchengladbach (20.30 Uhr) wieder zur Sache, die Nullfünfer treffen am Samstag (15.30 Uhr) in der Opel Arena auf Eintracht Frankfurt.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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