FC Bayern mit Leon Goretzka im "Matchday-Modus": 1. FC Köln vor der Brust

München - Thomas Müller (31) trainiert wieder individuell, Serge Gnabry (25) sogar mit dem Team - und Leon Goretzka (26) glänzt gleich als "Schlüsselspieler". Der FC Bayern München will auch in der Bundesliga wieder auf Erfolgskurs.

Leon Goretzka (26) überzeugt beim FC Bayern München und hat sich an der Säbener Straße zu einem Leistungsträger entwickelt.
Leon Goretzka (26) überzeugt beim FC Bayern München und hat sich an der Säbener Straße zu einem Leistungsträger entwickelt.  © Lukas Barth-Tuttas/epa/Pool/dpa

Mit der Rückkehr von Goretzka will der Meister im Liga-Alltag endlich wieder etwas draufpacken.

Der nach einer Corona-Infektion genesene Nationalspieler stellte seine Bedeutung beim 4:1 in der Champions League gegen Lazio Rom als Startelf-Rückkehrer auf Anhieb unter Beweis.

"Wir haben es geschafft, wieder den Matchday-Modus auf den Platz zu bringen. Waren von Anfang an aggressiv, hatten guten Zugriff. Das war ein erster guter Schritt in die richtige Richtung", sagte Goretzka. Der nächste soll am Samstagnachmittag (15.30 Uhr, Sky) gegen den 1. FC Köln folgen.

Nach einem bitteren 3:3 des frisch gekürten Klub-Weltmeisters gegen Arminia Bielefeld und einem 1:2 bei Eintracht Frankfurt soll der auf zwei Punkte geschrumpfte Vorsprung des Spitzenreiters auf RB Leipzig zumindest behauptet werden. Schon gegen die Eintracht vom Main sorgte Goretzka bei seinem 45-Minuten-Comeback zur Freude von Trainer Hansi Flick (56) für "positive Energie" im Bayern-Spiel. Er präsentierte sich in Frankfurt und Rom nach der Zwangspause letztlich fitter als erwartet.

"Es waren schwierige zwei Wochen für jemanden, der eigentlich jeden Tag Sport macht, die Füße hochzulegen", sagte Goretzka. "Es ist nicht die Corona-Erkrankung, die in den Knochen steckt. Eher die zwei Wochen Trainingspause."

Trotzdem unterstrich er gleich wieder seinen Wert im Münchner Ensemble.

Um diesen wird es auch bei den nahenden Vertragsverhandlungen gehen. Der Kontrakt des 26-Jährigen läuft am 30. Juni des Jahres 2022 aus. Da die Bayern-Bosse einen zweiten Fall David Alaba (28), also den ablösefreien Abgang eines Stars unbedingt vermeiden wollen, soll entsprechend rechtzeitig eine Einigung mit Goretzka gefunden werden.

FC Bayern München: Angespannte personelle Lage bessert sich zusehends

Leon Goretzka (26, M.) will mit dem FC Bayern München auch in der Bundesliga endlich wieder komplett in die Spur finden.
Leon Goretzka (26, M.) will mit dem FC Bayern München auch in der Bundesliga endlich wieder komplett in die Spur finden.  © Gregorio Borgia/AP/dpa

"2020 hat er einen sehr großen Sprung gemacht, um das zu werden, was wir beim FC Bayern einen Schlüsselspieler nennen. Das Tandem Kimmich/Goretzka ist eines der besten, das ich kenne", erklärte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge (65) in diesem Monat bei Sport1.

"Ich hoffe, dass er auf der zweiten Ebene, der moralisch empathischen Ebene, auf welcher er sich ebenso hervorragend entwickelt hat, weiß, was man dem Verein in Zeiten von Corona zumuten kann. Ich mache da keinen Hehl daraus: Wir werden nicht alles mitmachen können und brauchen da auch das Verständnis der Spieler", führte der 65-Jährige aus.

Goretzka, der zusammen mit Joshua Kimmich (26) die Hilfsaktion #WeKickCorona initiierte, sind die finanziellen Herausforderungen der Klubs in Coronavirus-Zeiten keineswegs entgangen.

Doch Goretzkas Stellenwert ist nun auch weitaus höher als bei seinem ablösefreien Wechsel im Sommer des Jahres 2018 vom FC Schalke 04 an die Isar. Wie auch der Marktwert, der damals auf 40 und heute auf 70 Millionen Euro taxiert wird.

"Er ist mittlerweile einer der wichtigsten Spieler, wenn nicht sogar der wichtigste Spieler der Bayern", lobte ihn Sky-Experte Dietmar Hamann (47) nun entsprechend deutlich. Abseits des Platzes hat der meinungsstarke Goretzka, der als privilegierter Profisportler auch den Blick auf die Gesellschaft hat, sein Profil als Spieler mit hohen Wertvorstellungen geschärft.

"Wenn er seine Leistung abruft, tut uns das gut", sagte Flick.

Der Bayern-Coach freut sich, dass sich die angespannte personelle Lage nicht nur dank Goretzka bessert. Müller schwitzte nach seiner häuslichen Quarantäne wegen einer Coronavirus-Infektion erstmals wieder an der Säbener Straße, Gnabry trainierte nach seinem Muskelfaserriss schon wieder mit der Mannschaft der Bayern. Und auch Javi Martínez (32), der wie Goretza und Müller wegen einer Covid-19-Erkrankung pausieren musste, ist wieder zurück.

Update 15.05 Uhr: FC Bayern München mit Rückkehrern Thomas Müller und Serge Gnabry

Der Rekordmeister kann in der Bundesliga bereits gegen Köln wieder auf Müller und Gnabry zurückgreifen. Müller nach einer Coronavirus-Infektion und Gnabry nach einem Muskelfaserriss stehen laut Flick am Samstagnachmittag wieder im Kader.

"Ich erwarte von der Mannschaft, dass der Willen sehr groß ist, das Spiel gewinnen zu wollen. Wir wollen da anknüpfen und weiter machen wie gegen Lazio", sagte Flick am Freitag. Wie Flick im 100. Duell mit den Kölnern im Profifußball mit Gnabry und Müller plant, verriet er nicht. Die Rückkehr von Führungskraft Müller soll sich aber sowohl auf als auch neben dem Platz bemerkbar machen. "Thomas ist ein außergewöhnlicher Spieler", sagte Flick und lobte den Ex-Nationalspieler in höchsten Tönen. "Er verkörpert viele Dinge, die man in der Mannschaft einfach braucht. Wir sind froh, dass er wieder dabei ist."

Müller trainierte nach seiner häuslichen Quarantäne am Donnerstag individuell und erhöhte schon einen Tag später sein Pensum mit den Teamkollegen. "Es geht relativ schnell bei ihm. Er hat Zuhause für sich trainiert und ist ein Spieler, der eine gute Basis hat", sagte Flick im Hinblick auf die Entwicklung des 31-Jährigen in den zurückliegenden Tagen in München. "Ob er von Anfang an spielt oder eventuell reinkommt, das haben wir noch nicht entschieden."

Titelfoto: Gregorio Borgia/AP/dpa

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