Neue Ära beim FC Bayern? Hansi Flicks famose Geisterstunden in Coronavirus-Krise

München - Hansi Flick (55) verkündete die Belohnung für eine ideale Neun-Punkte-Woche direkt nach dem nächsten Torfestival des FC Bayern München im Kreise seiner Spieler auf dem Rasen der gänzlich leeren Münchner Arena.

Hansi Flick (55, r.) hat beim FC Bayern alles im Griff.
Hansi Flick (55, r.) hat beim FC Bayern alles im Griff.  © Peter Kneffel/dpa

Der "stolze" Trainer bedankte sich für das letztlich meisterliche 5:0 gegen zuweilen völlig überforderte Düsseldorfer Abstiegskandidaten bei seinen Stars um Robert Lewandowski (31) und spendierte ihnen zwei freie Tage: "Es ist immer schwierig, nach einem Highlight wie in Dortmund wieder hundert Prozent auf den Platz zu bringen. Ich bin sehr zufrieden."

Der designierte Meistertrainer wollte die kurze Pfingstauszeit womöglich zu einer privaten Tour mit dem Fahrrad nutzen, diese allerdings auch auf dem Vereinsgelände verbringen. Flick lässt nach der Coronavirus-Zwangspause kein bisschen locker. 

Aber auch bei seinen Profis fürchtet er nach der nächsten tollen Geisterstunde im ohne Fans so stillen und tristen Stadion keinen Schlendrian im Saisonendspurt der Bundesliga.

"Man sieht einfach, wie ehrgeizig und wie hungrig wir sind, dass wir am Ende ganz oben stehen", sagte der als Abwehrchef glänzende David Alaba (27). Juniorchef Joshua Kimmich (25) will den bereits 30. Titelgewinn nicht erst am 34. Spieltag, sondern früh im Juni eintüten. "Wir wollen die Meisterschaft so früh wie möglich entscheiden. Wir wollen es einfach nicht spannend machen", verkündete der Nationalspieler.

Fortuna-Coach Uwe Rösler (51) sprach nach der Lehrstunde von einem "Klassenunterschied, der zu sehen war".

FC Bayern München marschiert in Richtung des achten Titels in Serie

Uli Hoeneß (68) schwärmt vom FC Bayern München.
Uli Hoeneß (68) schwärmt vom FC Bayern München.  © Sven Hoppe/dpa

Diese Bayern scheinen spätestens nach dem 1:0 im Titelduell gegen Borussia Dortmund durch nichts und niemanden mehr aufzuhalten. Vier Siege mit 13:2 Toren verbuchten sie nach der Corona-Pause. 

Und die pure Lust am Fußball auch ohne Fans entlud sich am Samstagabend beim Tor zum 3:0 nach einem traumhaften Spielzug über fünf Stationen und mit zwei Hackenpässen, die Lewandowski vollendete. 29 Saisontore hat der Pole erzielt, auf fantastische 301 Scorerpunkte in der Bundesliga kommt er (231 Tore, 70 Vorlagen). 86 Bayern-Tore nach 29 Spieltagen sind Liga-Rekord.

Nur die Gerd-Müller-Bayern übertrafen in der Saison 1971/72 mit 101 Treffern die magische Hunderter-Marke. "Klar, wenn's geht", sagte Flick, wolle man die 100 in dieser Saison übertreffen: "Aber es gibt andere Ziele, die mir wichtiger sind."

Der 55-Jährige will neben Toren, Toren, Toren auch Titel, Titel, Titel bejubeln: "Aktuell liegt der Fokus auf der Bundesliga, um diese auf der Position, auf der wir stehen, abzuschließen." Am Samstagabend war der FCB-Vorsprung auf zehn Punkte gewachsen.

Trotz der Ungewissheiten in der Corona-Krise erstrahlt die Bayern-Welt rosarot. "Ich glaube, wir sind an der Schwelle zu einer tollen Generation", schwärmte Uli Hoeneß (68) im Radiosender "Bayern 1". Der langjährige Bayern-Macher setzt auf die Mittzwanziger um Kimmich, Niklas Süle (24), Serge Gnabry (24) und Kinglsey Coman (23). 

Und Hoeneß hofft, dass sich dazu auch noch Nationalspieler Leroy Sané (24) von Manchester City gesellen wird.

Kai Havertz (20) würde Hoeneß ebenfalls "gerne haben". An eine zeitnahe Verpflichtung des Leverkusener Ausnahmetalents glaubt er aber wegen der finanziellen Corona-Auswirkungen - "Stand heute" - eher nicht. Aber selbst ohne Havertz prophezeit Hoeneß der Konkurrenz mehr als deutlich: "Wir haben eine junge, entwicklungsfähige Mannschaft. Ich könnte mir gut vorstellen, wenn alles optimal läuft, beginnt gerade eine neue Ära Bayern München."

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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