WM schon bald alle zwei Jahre? Bayern-Präsident Herbert Hainer spricht Klartext

München - Präsident Herbert Hainer (67) vom FC Bayern München hat bekräftigt, dass der deutsche Rekordmeister Pläne ablehnt, Weltmeisterschaften zukünftig alle zwei Jahre auszutragen.

Herbert Hainer (67), Präsident des FC Bayern München, hält von der Austragung einer FIFA-WM alle zwei Jahre herzlich wenig.
Herbert Hainer (67), Präsident des FC Bayern München, hält von der Austragung einer FIFA-WM alle zwei Jahre herzlich wenig.  © David Inderlied/dpa

"Wir beim FC Bayern sind klar dagegen", sagte Hainer dem kicker. Die Fans auf der ganzen Welt seien mit dem bisherigen Vier-Jahres-Rhythmus zufrieden, er habe sich über Jahrzehnte bewährt.

Den WM-Rhythmus angesichts des ohnehin vollen Kalenders zu steigern, ergebe einfach keinen Sinn, betonte der 67-Jährige, verwies auf die Gesundheit der Spieler und eine vernünftige Belastung.

"Noch mehr Turniere und Wettbewerbe, das kann letztlich zu einer Übersättigung führen und dem Fußball damit auf lange Sicht Schaden zufügen", erklärte der Bayern-Präsident und warnte im Anschluss deutlich: "Man darf den Fußball niemals auf dem Altar finanzieller Interessen opfern."

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Bei einer Männer-WM alle zwei Jahre gebe es zudem kaum noch Zeitfenster und Aufmerksamkeit für Kontinentalwettbewerbe und die Frauen-WM.

Besonders in Europa, aber auch in Südamerika stoßen die Pläne des Weltverbandes FIFA für eine Änderung des WM-Rhythmus auf Ablehnung.

FIFA-Präsident Gianni Infantino (51) äußerte nach einer Sitzung des Councils Hoffnung auf eine gemeinsame Lösung.

Beratungsgipfel aller 211 Mitgliedsverbände geplant

Am 20. Dezember soll es einen Beratungsgipfel aller 211 Mitgliedsverbände geben, aber keine Abstimmung über die Pläne.

Mehr als ein Dutzend Verbände erwägt sogar, die Mitgliedschaft im Weltverband als letzte Option zu beenden und aus der FIFA auszutreten. Eine Technische Beratungsgruppe der FIFA um Direktor Arsène Wenger (71) hatte die WM-Ausrichtung alle zwei Jahre vorgeschlagen, auch der Rhythmus der Kontinentalturniere wie der EM würde dabei verkürzt.

Demzufolge sollen die Änderungen nach der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko mit erstmals 48 Nationen endgültig greifen. 2027 würden dann die Turniere der Konföderationen ausgerichtet werden. Im bislang geplanten EM-Jahr 2028 stünde dann schon wieder die nächste WM an.

Titelfoto: David Inderlied/dpa

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