Gleichauf mit Müller: Bayern-Star Lewandowski und ein Tag, der in die Geschichte eingehen wird

Freiburg/München - Es war ein Treffer des Weltfußballers vom FC Bayern München für die Geschichtsbücher - und diesen historischen Moment teilte Robert Lewandowski (32) dann auch nur allzu gern mit der FCB-Legende Gerd Müller (75).

Robert Lewandowski (32, 2.v.l.) erzielte gegen den SC Freiburg am Samstagnachmittag bereits sein 40. Bundesliga-Saisontor für den FC Bayern München.
Robert Lewandowski (32, 2.v.l.) erzielte gegen den SC Freiburg am Samstagnachmittag bereits sein 40. Bundesliga-Saisontor für den FC Bayern München.  © Tom Weller/dpa

Nachdem er beim 2:2 des FC Bayern beim SC Freiburg am Samstag die bisherige Bestmarke Müllers in der Bundesliga von stolzen 40 Toren in einer Spielzeit egalisiert hatte, zog der polnische Stürmer sein Trikot hoch und präsentierte ein T-Shirt mit dem Konterfei des Weltmeisters von 1974.

Es war ein Tor für die Ewigkeit, das Lewandowski in der 26. Minute per Foulelfmeter erzielte. Er hätte sogar noch nachlegen und den Rekord Müllers aus der Saison 1971/72 überbieten können, ließ aber mehrere richtig gute Chancen aus. Nun liegt er mit dem Bomber der Nation also gleichauf - vorerst.

Denn am kommenden Samstag gegen den FC Augsburg (15.30 Uhr/Sky) hat Lewandowski eine weitere Gelegenheit, die Legende noch zu übertrumpfen.

"Eine unglaubliche Leistung, mit der er sich und der gesamten Mannschaft ein Denkmal gesetzt hat", vollbrachte Lewandowski laut Bayern-Vorstand Oliver Kahn (51) allerdings bereits im Breisgau. Sowohl der Pole als auch Müller seien Stürmer, "die in der Geschichte des Fußballs herausstechen", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge (65) zeitnah nach dem Schlusspfiff in Freiburg.

Robert Lewandowski vom FC Bayern München laut Trainer Hansi Flick der "beste Stürmer der Welt"

Robert Lewandowski (32, M.) traf für den FC Bayern München gegen den SC Freiburg und zog mit seinem Treffer mit Legende Gerd Müller (75) gleich.
Robert Lewandowski (32, M.) traf für den FC Bayern München gegen den SC Freiburg und zog mit seinem Treffer mit Legende Gerd Müller (75) gleich.  © Tom Weller/dpa

"Im Moment ist Robert der beste Stürmer auf der Welt", lobte auch Übungsleiter Hansi Flick (56).

"Was Gerd Müller geschafft hat, war unglaublich", betonte ein sichtlich glücklicher Lewandowski selbst. "Ich hätte nie gedacht, dass ich es schaffen könnte, mit ihm einen Rekord zu haben. Ich bin sehr stolz und kann es noch gar nicht glauben."

Der Rekord gehöre aber "der ganzen Mannschaft". Aus eben jener sich am Nachmittag auch Leroy Sané (25) in die Torschützenliste eintrug. Die es im zweiten Durchgang allerdings verpasste, das 3:1 zu machen. Stattdessen kassierten die Bayern nach dem 1:1 durch Manuel Gulde (30) ein weiteres Mal den Ausgleich zum 2:2 durch Christian Günter (28).

"Hochverdient" sei dieser Punkt gewesen, sagte Freiburgs Trainer Christian Streich (55), dessen Team nun auch am letzten Spieltag im Duell mit Eintracht Frankfurt noch eine kleine Chance auf die Teilnahme an der neuen Conference League hat.

"Rundum zufrieden" habe ihn der womöglich letzte Auftritt der Badener im Schwarzwald-Stadion vor dem Umzug in ihre neue Arena gemacht. Und natürlich beglückwünschte auch er den - trotz der starken Freiburger Leistung - Mann des Tages zu dessen historischen Tor.

Vergleich mit Gerd Müller: Robert Lewandowski vom FC Bayern München bekommt Lob von allen Seiten

Der Bomber der Nation, Gerd Müller (75), erzielte für den FC Bayern München in der Spielzeit 1971/72 insgesamt 40 Tore in der Bundesliga.
Der Bomber der Nation, Gerd Müller (75), erzielte für den FC Bayern München in der Spielzeit 1971/72 insgesamt 40 Tore in der Bundesliga.  © picture alliance/dpa

Es gab praktisch niemanden, der nicht lobende Worte parat hatte. Bundestrainer Joachim Löw (61), der das Spiel im Stadion verfolgt hatte, würdigte jedenfalls ebenso die Leistung des Stürmers.

Löw lobte Lewandowskis Marke als "imponierend" sowie ferner auch "überragend" und sagte dem Portal Sportbuzzer weiter: "In der heutigen Zeit ist es sicherlich doch schwieriger als es früher war."

Mit Blick auf das letzte Saisonspiel am kommenden Samstag gegen Augsburg fügte Löw hinzu, selbst wenn Lewandowski jetzt 41 Tore mache, werde irgendwann auch dieser Rekord gebrochen werden.

Erst einmal steht jedoch der Pole im Vordergrund.

"Es hat sich seit Wochen angedeutet, dass Robert diesen Rekord würde einstellen können. Er ist der Weltfußballer, er ist seit einiger Zeit der beste Stürmer auf der Welt. Ich freue mich sehr für ihn und über seine Leistung, die so ohne die Qualität seiner Kollegen auch nicht möglich gewesen wäre", sagte Sportvorstand Hasan Salihamidžić (44).

Und weiter: "Robert hat jetzt neben Gerd Müller etwas geschafft, das ihm so schnell keiner mehr nehmen wird. Ich hätte mir sehr gewünscht, Gerd wäre heute im Stadion gewesen. Ich glaube, er hätte sich für Robert gefreut. Gerd war so einer tadelloser Sportsmann, und Robert verehrt ihn, wie wir alle den Gerd verehren." Der Gesundheitszustand Müllers, der an einer Alzheimer-Erkrankung leidet, ließ einen Besuch oder eine Reaktion auf das Tor leider nicht zu.

Titelfoto: Tom Weller/dpa

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