Jamal Musiala vom FC Bayern: Erst Pausen-Füller, jetzt EM-Star im Wembley

Von Jens Mende, Klaus Bergmann, Arne Richter

München/London (Großbritannien) - Als elfjähriger Junge hat Jamal Musiala (18) vom FC Bayern München schon auf dem heiligen Wembley-Rasen gekickt, als Pausen-Füller mit der Auswahl seiner damaligen Primary School Corpus Christi.

Als elfjähriger Junge hat Jamal Musiala (18, l.) vom FC Bayern München schon auf dem heiligen Wembley-Rasen gekickt.
Als elfjähriger Junge hat Jamal Musiala (18, l.) vom FC Bayern München schon auf dem heiligen Wembley-Rasen gekickt.  © Federico Gambarini/dpa

"Wir haben beide Spiele gewonnen. Ich hoffe, jetzt folgt der nächste Sieg", sagt der Wanderer zwischen den Welten England und Deutschland. "Wenn du elf Jahre alt bist, kommt dir jedes Stadion riesig vor, aber Wembley ist, glaube ich, auch heute noch für jeden außergewöhnlich", berichtet Musiala im neuen DFB-Magazin vor dem Spiel der Nationalelf gegen die englische Auswahl am Dienstag (18 Uhr).

Der große Unterschied: Jetzt ist Musiala, gerade 18, als ein Hauptdarsteller auf der EM-Bühne dabei.

"Er hat zwei, drei Wochen gebraucht. Das ist völlig normal bei einem jungen Spieler. Die letzten Tage hat er im Training sein Potenzial mehr gezeigt. Er kam rein gegen Ungarn und war gut. Er macht ganz unberechenbare Dinge", berichtete Joachim Löw (61) von jüngsten Fortschritten des Bayern-Spielers.

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Im März hatte der Bundestrainer dem jungen Mann die Perspektiven im DFB-Team aufgezeigt, Musiala hat sich danach für die deutsche Elf entschieden.

"Er weiß schon, dass seine Entscheidung weittragend war, aber er hat sie von Herzen getroffen", betonte Löw zu Musiala.

Achtelfinale der EM zwischen Deutschland und England für Jamal Musiala ein besonderes Spiel

Für Jamal Musiala vom FC Bayern München ist das Achtelfinale am Dienstagabend (18 Uhr) natürlich "kein Spiel wie jedes andere".
Für Jamal Musiala vom FC Bayern München ist das Achtelfinale am Dienstagabend (18 Uhr) natürlich "kein Spiel wie jedes andere".  © Federico Gambarini/dpa

Für Musiala ist das Achtelfinale am Dienstag natürlich "kein Spiel wie jedes andere", wie er einräumt: "England ist mein zweites Zuhause, ich habe da einige Jahre gelebt und mich wohlgefühlt, kenne viele Menschen, habe viel gelernt."

In Stuttgart geboren, in Fulda mit dem Fußball begonnen, im Alter von sieben Jahren mit seiner Familie nach England gezogen, beim FC Chelsea ausgebildet, seit 2019 beim FC Bayern - Musiala hat von beiden Lebensräumen profitiert. Das will "Bambi", wie ihn seine Mitspieler nennen, nun vor den Augen seines Vaters und Freunde beweisen.

"Wenn Musiala reinkommt und er schießt nicht das entscheidende Tor, dann schicken wir ihn nach England zurück", scherzte Löw vor dem Achtelfinale: "Ich habe mit ihm gesprochen und geflachst."

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"Was ich grundsätzlich sagen kann, ist, dass in England bei der Ausbildung von jungen Fußballern sehr viel Wert auf die technische Ausbildung gelegt wird", berichtete der Offensivspieler, der zum Gruppenabschluss gegen Ungarn zum jüngsten deutschen Turnierspieler und zum Vorlagengeber für den wichtigen 2:2-Endstand avancierte.

"Als ich dann nach Deutschland kam, ging es mehr um den Wettbewerb, darum, sich durchzusetzen. Es ging mehr ums Gewinnen." Wie jetzt im Wembley.

Titelfoto: Federico Gambarini/dpa

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