Lehmann stellt Nagelsmann infrage und lobt sich selbst: "Chef-Trainer wäre jetzt mal angebracht"

München - Mal wieder: Jens Lehmann is doing Jens Lehmann things! Der 51-jährige Ex-Keeper hat erneut einen rausgehauen. Wobei einer nicht ganz korrekt ist. Zunächst stellte er die Qualitäten von Bayern-Trainer Julian Nagelsmann (34) vorsichtig infrage, dann bewarb er sich direkt selbst als Bundesliga-Coach.

Fehlt Julian Nagelsmann (34) tatsächlich die Qualität als Trainer? Dies stellt Ex-Keeper Jens Lehmann (51) zumindest in den raum.
Fehlt Julian Nagelsmann (34) tatsächlich die Qualität als Trainer? Dies stellt Ex-Keeper Jens Lehmann (51) zumindest in den raum.  © Matthias Balk/dpa

"Was ist eigentlich Qualität?", stellte der 51-Jährige bei Bild Live die Frage, die er für sich persönlich scheinbar gar nicht so leicht beantworten kann.

Der Trainer des FC Bayern München, Julian Nagelsmann, könnte diese möglicherweise gar nicht besitzen.

Dieser habe nämlich selber "nie hoch gespielt", so Lehmann. "Weiß jemand wie Lothar Matthäus oder Julian Nagelsmann mehr vom Fußball? Die Authentizität von Lothar ist schon hoch."

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Für Lehmann selbst scheint die Bewertung von Qualität eng mit Erfahrung auf höchstem fußballerischen Niveau verzahnt zu sein. Eine Einstellung, mit der er im Kern zumindest mit einer Bayern-Legende übereinstimmen könnte.

Mehmet Scholl (51) schob vor knapp vier Jahren eine Diskussion über sogenannte "Laptoptrainer" an, mit denen er nicht allzu viel anfangen könne.

Lehmann selbst blickt unter anderem auf 394 Bundes-, 148 Premier-League- und 67 Champions-League-Spiele zurück. Er wurde deutscher und englischer Meister, war 61 Mal für die DFB-Elf im Einsatz und bestritt die Heim-WM 2006 zwischen den Pfosten.

Lens Lehmann war bereits rechte Hand beim FC Arsenal und dem FC Augsburg - "Chef-Trainer wäre jetzt mal angebracht"

Jens Lehmann (51) bringt sich selbst als Bundesliga-Coach ins Gespräch. Ob er als Chef-Trainer in Zukunft Fuß fassen wird in der deutschen Beletage?
Jens Lehmann (51) bringt sich selbst als Bundesliga-Coach ins Gespräch. Ob er als Chef-Trainer in Zukunft Fuß fassen wird in der deutschen Beletage?  © Sven Hoppe/dpa

Und dennoch ist sein Erfolg als Fußballtrainer bislang eher überschaubar.

Zwischen 2017 und 2018 attestierte er 60 Pflichtspiele als Co unter Arsène Wenger (71) beim FC Arsenal. Seine zweite Co-Trainer-Station beim FC Augsburg unter Manuel Baum (42) dauerte allerdings nur zweieinhalb Monate.

Den Posten im Aufsichtsrat bei Hertha BSC Berlin musste er bekanntermaßen nach seiner WhatsApp-Entgleisung im Mai dieses Jahres räumen. Seither wurde es ruhig um den gebürtigen Essener.

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Er habe im letzten halben Jahr die Zeit genutzt, sich weiterzubilden. "Und ich habe mich persönlich weiterentwickelt", so Lehmann, der zudem eine Fußballlehrerausbildung gemacht hat.

Entsprechend ist das Thema Trainerbank für ihn nun alles andere als abgehakt. Im Gegenteil: "Es kann gut sein, dass ich noch mal in der Bundesliga auftreten will. Wenn jemand gewinnen möchte!", so Lehmann angriffslustig.

"Ich war jetzt zweimal Co-Trainer, Chef-Trainer wäre jetzt mal angebracht", schickte er schließlich eine Bewerbung der etwas anderen Art hinterher.

Titelfoto: Matthias Balk/dpa, Sven Hoppe/dpa

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