AfD? "Schande für Deutschland"! Leon Goretzka wird angefeindet und wählt deutliche Worte

München - Er ist Nationalspieler, Vorbild - und für manche offenbar auch Hassobjekt: Leon Goretzka (25) vom FC Bayern München wurde wegen seines politischen Engagements nach eigenen Worten von Anhängern der AfD angefeindet.

Leon Goretzka (25) vom FC Bayern München wurde wegen seines politischen Engagements von AfD-Anhängern angefeindet.
Leon Goretzka (25) vom FC Bayern München wurde wegen seines politischen Engagements von AfD-Anhängern angefeindet.  © Marco Donato/FC Bayern München/FCB/dpa

"Ja, wurde ich. Das habe ich auch zum Teil öffentlich gemacht, um den Menschen zu zeigen: Stopp, hier gibt es Contra", sagte der 25-Jährige vom FC Bayern in einem Interview der Welt am Sonntag.

"Aber es gab vor allem viel mehr Zuspruch. Gegen diese Widerstände muss man ankämpfen, um etwas zu verbessern. Wir müssen den Leuten klar vor Augen führen, dass wir in einer Demokratie leben, die durch nichts und niemanden kaputt gemacht werden kann. Hasskommentare bringen mich eher dazu, mich noch klarer zu positionieren."

Der Triple-Gewinner bekräftigte, dass er die rechtspopulistische Partei für unwählbar halte.

"Speziell durch die Corona-Krise wurde noch offensichtlicher, welche Partei das ist: Für mich ist es keine Alternative, sondern eine Schande für Deutschland", fand Goretzka, der sich in diesem Jahr mit der Holocaust-Überlebenden und Berliner Ehrenbürgerin Margot Friedländer (99) getroffen hatte, mehr als deutliche Worte.

Leon Goretzka vom FC Bayern München spricht über Schrecken der Nazi-Verbrechen

"Trotz all des Leids, das sie erfahren hat, ist sie so ein positiver Mensch geblieben. Sie sagt, dass sie Menschen liebt", berichtete der Nationalspieler. "Das ist nach dem, was Frau Friedländer durchlebt hat, eigentlich unvorstellbar. Sie hatte sogar ihren Judenstern mitgebracht. Das sind Momente, da erstarrst du förmlich", führte Star des Rekordmeisters entsprechend aus.

Sie habe ihm bei dem emotionalen Treffen mit auf den Weg gegeben, "dass wir diejenigen sein müssen, die dafür Sorge tragen, damit so etwas nie wieder vorkommt. Das ist ihre Mission, darum kämpft sie jeden Tag."

Titelfoto: Marco Donato/FC Bayern München/FCB/dpa

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