Leroy Sané zum FC Bayern? Wechsel im Management, mögliche Zweifel und Corona-Krise

München - Wechselt Leroy Sané (24) im kommenden Sommer von Manchester City zum FC Bayern München oder nicht? Es handelt sich beim möglichen Transfer des Nationalspielers inzwischen um eine schier unendliche Geschichte. Dabei sollen sich beide Parteien trotz eines neuen Beraters an der Seite des 24-Jährigen weiterhin grundlegend einig sein.

Leroy Sané steht bei Manchester City unter Vertrag.
Leroy Sané steht bei Manchester City unter Vertrag.  © Martin Rickett/PA Wire/dpa

Dies berichtet nun zumindest die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Informationen, die dem Blatt vorliegen sollen. Zuvor hatte das Fachmagazin "kicker" vermeldet, dass es für einen Wechsel von der Insel an die Säbener Straße eher schlecht aussehe. So solle der "aktuelle Trend" beim FC Bayern gegen eine Verpflichtung Sanés sprechen.

Man zweifle beim amtierenden Meister und Pokalsieger aus der bayerischen Landeshauptstadt an Charakter und Mentalität des Flügelspielers der Citizens, hieß es im entsprechenden Bericht, der allerdings hierzu keine genaue Quelle benannte.

Das Arbeitspapier Sanés beim Klub aus der Premier League endet am 30. Juni 2021. Eine Verlängerung des Kontrakts kam bislang nicht zustande, weshalb spätestens in diesem Sommer eine Entscheidung hinsichtlich der Zukunft des gebürtigen Esseners fallen dürfte, sollten die Verantwortlichen ihn nicht im darauffolgenden Jahr ablösefrei verlieren wollen.

Laut "Bild" sollen sich Sané und der Serienmeister der Bundesliga im Dezember 2019 zudem einig gewesen sein, der Youngster sich auch nach einem überraschenden Wechsel seines Beraters hin zu Fali Ramadani, der für die Agentur LIAN Sports tätig ist, im Januar auf Nachhaken der Verantwortlichen vom Transfer an die Isar überzeugt gezeigt haben.

Während Ende letzten Jahres bereits sämtliche Details festgestanden hätten, habe Sané bei den erneuten Gesprächen allerdings darauf verwiesen, dass diese mit seiner neuen Berateragentur entsprechend neu verhandelt werden müssten.

Jener Bitte wollten die Münchner offenbar möglichst zeitnah nachkommen. Trotz aller Probleme und Komplikationen scheint man im Freistaat weiterhin felsenfest davon überzeugt zu sein, diese lösen zu können.

FC Bayern München: Qualitäten und Mentalität von Leroy Sané stehen offenbar nicht zur Debatte

Leroy Sané könnte zum FC Bayern München wechseln.
Leroy Sané könnte zum FC Bayern München wechseln.  © Adam Davy/PA Wire/dpa

Das Problem: Aufgrund des Wechsels Sanés von DB Ventures Limited zu LIAN Sports und den damit verbundenen Fristen, die im Zuge der vorzeitigen Kündigung durch den 24-Jährigen in Kraft traten, durfte mit der neuen Beraterfirma erst ab dem 1. April dieses Jahres offiziell über die Konditionen eines möglichen Transfers verhandelt werden.

Bereits zuvor soll sich Hasan Salihamidzic (43) aber in seiner Rolle als Sportdirektor des FC Bayern mit dem Management Sanés zu Gesprächen getroffen haben, in welchen laut "Bild" seitens des Vereins erneut das Interesse bekräftigt wurde, den äußerst spielstarken und schnellen Offensivakteur, dessen Wechsel im zurückliegenden Sommer an einer schweren Verletzung im vermeintlich letzten Spiel für die Mannschaft von Trainer Pep Guardiola (49) gescheitert war, unter Vertrag nehmen zu wollen.

Angesichts der sich inzwischen wie Kaugummi ziehenden Verhandlungen zwischen beiden Seiten soll es zwar innerhalb des Klubs unterschiedliche Meinungen hinsichtlich eines Wechsels geben. Allerdings stünden die Qualitäten auf dem Rasen und darüber hinaus die Mentalität des Youngsters, die "kicker" noch in den Vordergrund gerückt hatte, laut "Bild"-Informationen in diesem Zusammenhang keinesfalls zur Debatte.

Als Zünglein an der Waage könnte sich allerdings die Corona-Krise herauskristallisieren, welche die gesamte Sportwelt fest im Griff hat. Aufgrund der Pandemie, die für einen weltweiten Ausnahmezustand sorgt, ist der Spielbetrieb ausgesetzt. Ob die Spielzeit zu Ende gespielt werden kann, ist unklar. Gleiches gilt für die zu erwartenden Auswirkungen auf den Transfermarkt. 

Ablösesummen, die zuletzt aufgerufen und gezahlt wurden, scheinen angesichts der finanziellen Einbußen der Klubs im Anschluss an die Coronavirus-Pandemie nur schwer vorstellbar. Für die Dienste Sanés hätte der FC Bayern wohl über 100 Millionen Euro an Manchester City überweisen müssen. Hinzu kämen bei Sané im Zuge eines offenbar angedachten Vertrags über fünf Jahre zweifelsohne entsprechende Gehaltsforderungen - ein schwieriges Unterfangen in der aktuellen Situation. 

"Sowohl die Ablösesummen als auch die Gehälter werden jetzt erstmal von allen Vereinen in ganz Europa neu überprüft werden. Angebot und Nachfrage werden den Markt regulieren und justieren", hatte Karl-Heinz Rummenigge (64) diesbezüglich unlängst gegenüber "tz" erklärt und so indirekt deutlich gemacht, dass sowohl Manchester als auch Sané wohl Abstriche machen müssten. Ob diese jedoch zu solchen bereit sind, wird sich zeigen müssen. Es wäre ein wichtiger Schritt, die vorhandenen Probleme zu beseitigen - und den Wechsel endlich unter Dach und Fach zu bringen.

Titelfoto: Adam Davy/PA Wire/dpa

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