Stefan Effenberg spricht über Bayern-Transfer: Fußball und Uli Hoeneß verlieren Glaubwürdigkeit

München - Der Rekordmeister hat am letzten Tag der Transferperiode richtig auf dem Markt zugeschlagen. Stefan Effenberg (52) hat seinen Ex-Klub, den FC Bayern München, für die Rückholaktion von Douglas Costa (30) aber kritisiert.

Stefan Effenberg (52) hat seinen Ex-Klub, den FC Bayern München, für die Rückholaktion von Douglas Costa (30) überaus deutlich kritisiert.
Stefan Effenberg (52) hat seinen Ex-Klub, den FC Bayern München, für die Rückholaktion von Douglas Costa (30) überaus deutlich kritisiert.  © Guido Kirchner/dpa

"Diesen Wechsel kann ich überhaupt nicht nachvollziehen", schrieb der einstige Kapitän des deutschen Rekordmeisters in einer entsprechenden Kolumne für t-online.de am Dienstag. Die Münchner hatten Costa am letzten Tag der Transferperiode von Juventus Turin ausgeliehen.

Effenberg erinnerte in diesem Kontext an Aussagen des ehemaligen Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß (68), der den heute 30 Jahre alten Brasilianer nach dessen Weggang zu Juve im Sommer 2017 als "ziemlichen Söldner" bezeichnet hatte, der den Münchnern "charakterlich nicht gefallen" habe. 

"Nun holt Bayern ihn zurück. Ist er nun plötzlich kein charakterlich schwieriger Söldner mehr? Oder ist das Bayern egal?", fragte Effenberg deutlich.

"Dieser Transfer wird Folgen haben", meinte der 52-Jährige und schob direkt weiter nach: "Er wirft zum einen Zweifel an der Substanz von Uli Hoeneß' Aussagen auf. Und auch der Fußball insgesamt verliert dadurch ein großes Stück seiner Glaubwürdigkeit. Welcher Fan soll das verstehen?" 

Effenberg sprach Hoeneß in diesem Zusammenhang den nötigen Anstand und Respekt ab. "Aber beide Werte scheinen im Weltfußball verloren gegangen zu sein", meinte er. "Hoeneß verliert damit seine Glaubwürdigkeit und sein Gewicht - und der Fußball insgesamt gleich mit. Das ist wirklich eine fatale Entwicklung." Costa wurde zum Ende der Transferperiode von den Verantwortlichen als Backup für die Flügelspieler Leroy Sané (24), Serge Gnabry (25) sowie auch Kingsley Coman (24) geholt. 

Douglas Costa (30) spielt ab sofort wieder für den FC Bayern München.
Douglas Costa (30) spielt ab sofort wieder für den FC Bayern München.  © Fabio Ferrari/Lapresse/Lapresse via ZUMA Press/dpa

Ebenfalls als Ersatz ist Bouna Sarr (28) vorgesehen, der von Olympique Marseille kam und seinen französischen Landsmann Benjamin Pavard (24) auf der rechten Abwehrseite entlasten soll. Ex-Profi Dietmar Hamann (47) kann diesen Deal nicht verstehen, seiner Meinung nach habe Bayern in Chris Richards (20) bereits einen Backup. "Das ist wahrscheinlich die Notlösung", sagte der Sky-Experte über Sarr. Die Verpflichtung von Costa dagegen ergebe Sinn.

Titelfoto: Guido Kirchner/dpa

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