Hoffenheim gelingt gegen den FC Bayern die Sensation! TSG schießt müde Münchner ab

Sinsheim - Was für ein rasantes Spiel! Die TSG 1899 Hoffenheim hat überraschend deutlich mit 4:1 (2:1) gegen einen müde wirkenden FC Bayern München gewonnen.

Ermin Bicakcic (l.) trifft per Kopf nach einer Ecke von Dennis Geiger zum 1:0 für Hoffenheim in die lange Ecke.
Ermin Bicakcic (l.) trifft per Kopf nach einer Ecke von Dennis Geiger zum 1:0 für Hoffenheim in die lange Ecke.  © Uwe Anspach/dpa

Die Kraichgauer Tore vor 6.030 Zuschauern in der PreZero Arena erzielten Ermin Bicakcic zum 1:0 (16. Minute), Munas Dabbur zum 2:0 (24.) und Andrej Kramaric zum 3:1 (77.) sowie 4:1 (90.+2). Für die Münchner hatte zwischendurch Joshua Kimmich auf 1:2 verkürzt (36.).

Die Hausherren präsentierten sich von Beginn an mutig und prüften immer wieder, ob die Bayern nach dem 2:1-Sieg nach Verlängerung im Supercup gegen den FC Sevilla, mental angeschlagen waren.

Mehrfach mussten die Münchner gefährliche Situationen gegen die zielstrebig nach vorne spielenden Hoffenheimer klären. In der 16. Minute ging die TSG dann aber bereits in Führung.

Einen scharf getretenen Eckball von Dennis Geiger von der linken Seite an den Fünf-Meter-Raum verlängerte Abwehrkante Bicakcic gekonnt mit dem Scheitel ins Tor - 1:0 für 1899 (16.)!

Wieder musste der FCB einem Rückstand hinterherrennen. Damit tat sich die Mannschaft von Erfolgscoach Hansi Flick gegen einen bissigen und zweikampfstarken Kontrahenten, der die Räume geschickt eng machte, sichtlich schwer, während das Team von Ex-Bayern-II-Trainer Sebastian Hoeneß Blut geleckt hatte - und nachlegte!

In der 24. Minute klärte Benjamin Pavard einen Ball vor Kramaric äußerst unglücklich direkt in den Lauf von Dabbur, der frei auf FCB-Keeper Manuel Neuer zulief und diesen wunderschön überlupfte - 2:0!

Anfangself des FC Bayern München gegen die TSG 1899 Hoffenheim

Startformation der TSG 1899 Hoffenheim gegen den FC Bayern München

Joshua Kimmich verkürzt für den FC Bayern München mit einem wunderschönen Schlenzer

Joshua Kimmich (r.) erzielte zwar den 1:2-Anschlusstreffer für den FC Bayern, war aber alles andere als begeistert vom Auftritt seiner Mannschaft in der ersten Halbzeit.
Joshua Kimmich (r.) erzielte zwar den 1:2-Anschlusstreffer für den FC Bayern, war aber alles andere als begeistert vom Auftritt seiner Mannschaft in der ersten Halbzeit.  © Uwe Anspach/dpa

Nun standen die müden Münchner mit dem Rücken zur Wand. In der ersten halben Stunde gelang es ihnen nicht, sich auch nur eine klare Chance herauszuspielen. Robert Lewandowskis Präsenz (saß auf der Bank) fehlte den Gästen erkennbar.

Die TSG machte hingegen munter weiter und hatte durch Christoph Baumgartner, der von Jérôme Boateng noch entscheidend abgedrängt wurde, den nächsten Riesen, den der österreichische Nationalspieler aber ausließ (30.). Nur wenige Sekunden später musste Neuer einen Kramaric-Schuss parieren.

Erst in der 35. Minute hatte Leroy Sané dann endlich eine gute Bayern-Gelegenheit, doch der Kopfball des deutschen Nationalspielers ging um einen Meter am Kasten vorbei.

Mit der nächsten Aktion schlug der Deutsche Rekordmeister allerdings eiskalt zu. Nach einer schönen Kombination legte Thomas Müller auf Kimmich ab, der das Leder wunderschön aus 16 Metern ins Tor schlenzte - nur noch 1:2 (36.)!

Die TSG war darüber verärgert, weil Bicakcic nach einem Zweikampf mit Sané im Mittelfeld verletzt am Boden gelegen hatte und nach diesem Treffer ausgewechselt werden musste. Für ihn kam Robert Skov (39.). 1899 zeigte sich aber nicht verunsichert von diesem doppelten Rückschlag, sondern konterte weiter gefährlich und erspähte immer wieder große Lücken in der Münchner Abwehr. Einen Schuss von Kramaric konnte Neuer mit einem erstklassigen Reflex gerade so an die Latte lenken (45.+1).

Andrej Kramaric legt für die TSG 1899 Hoffenheim gegen den FC Bayern München doppelt nach

Ermin Bicakcic (2.v.r.) bejubelt mit seinen Teamkollegen sein Tor zum 1:0. Später musste der bosnische Nationalspieler verletzt ausgewechselt werden.
Ermin Bicakcic (2.v.r.) bejubelt mit seinen Teamkollegen sein Tor zum 1:0. Später musste der bosnische Nationalspieler verletzt ausgewechselt werden.  © Uwe Anspach/dpa

Kurz darauf war in dieser spektakulären Partie voller Torraumszenen und Tempo Pause. Im zweiten Abschnitt ging es nahtlos mit Hoffenheimer Chancen weiter. Dabbur vergab allerdings zwei gute Gelegenheiten (49./50.). Dann jedoch hatten die Münchner durch Joshua Zirkzee einen Riesen, aber der Angreifer jagte die Kugel aus spitzem Winkel nur an die Latte (56.)! 

Die TSG ließ sich, auch dank der offensiven Wechsel von Hoeneß (Ihlas Bebou und Mijat Gacinovic kamen für Baumgartner und Geiger) weiterhin nicht hinten reindrängen, sondern beschäftigte die Bayern defensiv immer wieder. So musste Neuer gegen Skov eine klasse Fußparade zeigen, um die Vorentscheidung zu verhindern (74.). 

Diese fiel wenig später nach einem herrlichen Angriff, an dessen Ende Bebou in der Mitte Kramaric bediente, der das Leder annehmen und in einer fließenden Bewegung in die lange Ecke einschießen konnte - 3:1 (77.)! 

1899 sorgte weiter für Unruhe. Boateng musste sich in eine Direktabnahme von Kramaric werfen (83.), dazu schoss der kroatische Nationalstürmer knapp drüber (88.). Die Münchner kamen in der Schlussphase, in der sie alles nach vorne warfen, nur zu Halbchancen. Auf der Gegenseite wurde Bebou zweimal fast zu Fall gebracht und von Neuer endgültig - berechtigter Elfmeter für Hoffenheim (90.+1). Diesen verwandelte Kramaric souverän in die linke obere Ecke zum 4:1 (90.+2). Dabei blieb es am Ende.

Für Tabellenführer Hoffenheim geht es am kommenden Samstag (15.30 Uhr) mit dem Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt weiter, während die Bayern bereits am Mittwoch (20.30 Uhr) im Supercup-Finale gegen Borussia Dortmund antreten.

Titelfoto: Uwe Anspach/dpa

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