Carl Zeiss Jena nach Remis gegen Uerdingen endgültig in vierte Liga abgestiegen!

Jena - Abstieg besiegelt! Der FC Carl Zeiss Jena hat gegen den KFC Uerdingen am Samstag zwar ein respektables 0:0 geholt und erstmals überhaupt in dieser Drittliga-Saison kein Gegentor kassiert, ist aber nicht mehr zu retten und muss den bitteren Gang in die Regionalliga Nordost antreten.

Manfred Starke (l.) und Maximilian Wolfram wurden im vergangenen Sommer beide abgegeben, konnten durch die Neuzugänge aber nicht ersetzt werden. (Archivbild)
Manfred Starke (l.) und Maximilian Wolfram wurden im vergangenen Sommer beide abgegeben, konnten durch die Neuzugänge aber nicht ersetzt werden. (Archivbild)  © Picture Point / Gabor Krieg

Zu groß war der Rückstand zum rettenden Ufer, das sechs Spieltage vor Schluss 18 Punkte und 36 Tore entfernt ist.

Dieser ist auch rein theoretisch nicht mehr aufzuholen, weil die anderen Abstiegskandidaten in (teilweise mehreren) Duellen noch gegeneinander spielen und dementsprechend punkten werden.

Deshalb ist Jena nach der 32. Runde sicher abstiegen, kann die Planungen für die kommende Saison nun vorantreiben und muss aus den vielen Fehlern 2019/20 lernen.

Nach der grandiosen Aufholjagd 2018/19 und dem geglückten Klassenerhalt wurden zu viele Leistungsträger wie Felix und Florian Brügmann (beide FC Energie Cottbus), Manfred Starke (1. FC Kaiserslautern), Phillip Tietz (SV Wehen Wiesbaden), Dennis Slamar (SG Sonnenhof Großaspach) und Maximilian Wolfram (FC Ingolstadt 04) abgegeben.

Die Neuzugänge konnten sie nicht ansatzweise ersetzen, was aber keine allzu große Überraschung war.

So ist Daniele Gabriele mit sechs Toren der beste Torschütze - danach folgen drei Akteure, die mit lediglich drei Treffern auf Platz zwei stehen.

Offensive und Defensive des FC Carl Zeiss Jena waren und sind große Baustellen

Interimstrainer Kenny Verhoene (l.) und Teamchef Rene Klingbeil müssen nach dem feststehenden Abstieg nun den Neuaufbau vorantreiben. (Archivbild)
Interimstrainer Kenny Verhoene (l.) und Teamchef Rene Klingbeil müssen nach dem feststehenden Abstieg nun den Neuaufbau vorantreiben. (Archivbild)  © Picture Point / Roger Petzsche

Insgesamt stellt Carl Zeiss mit nur 31 Toren in 32 Partien den zweitschlechtesten Angriff der dritthöchsten Spielklasse.

Diese Statistik spricht Bände und verdeutlicht die großen Offensiv- und Kreativitätsprobleme, die der FCC die gesamte Spielzeit über hatte.

Das war es jedoch bei weitem noch nicht mit den vielen Baustellen, die Jena hatte und hat.

Eine weitere große Schwäche war und ist die Defensive, die Drittliga-Format nur in ganz wenigen Spielen nachweisen konnte und 69 Gegentreffer gefangen hat. Kein anderes Team kassierte so viele!

Die Verantwortlichen versuchten, mit Trainerentlassungen neue Impulse zu setzen.

Am 28. September 2019 musste Lukas Kwasniok gehen, für ein Spiel übernahm Christian Fröhlich als Interimscoach, ehe Rico Schmitt am 8. Oktober übernahm und am 5. Februar bereits wieder gehen musste. 

Seitdem stehen René Klingbeil als Teamchef und Kenny Verhoene als Interimstrainer an der Seitenlinie. All diese Personalrochaden hatten keinen nachhaltig-positiven Effekt.

Neue Regionalliga-Nordost-Saison verspricht ein Hauen und Stechen um den Aufstiegsplatz zu werden

Eigengewächs Max Gottwald (vorne) kann den Abstieg kurz nach Abpfiff noch gar nicht fassen.
Eigengewächs Max Gottwald (vorne) kann den Abstieg kurz nach Abpfiff noch gar nicht fassen.  © imago images / Christoph Worsch

Das Duo sollte die aktuelle Saison zwar noch nicht abhaken, den Blick aber gemeinsam mit den anderen Verantwortlichen aber vor allem nach vorne richten.

Denn eine Klasse weiter unten wird es nicht unbedingt leichter, wenn man das Ziel haben sollte, den direkten Wiederaufstieg anzupeilen.

Dort haben die Vereine schließlich seit dem Saisonabbruch vor einigen Wochen Planungssicherheit.

Der FC Energie Cottbus verlängerte zuletzt mit mehreren Leistungsträgern, der FC Viktoria 1889 Berlin verpflichtete unter anderem den einstigen FCC-Drittliga-Profi Firat Sucsuz für die linke Außenbahn und Kimmo Hovi (früher Chemnitzer FC) für den Mittelsturm.

Die VSG Altglienicke nahm dazu einfach mal den offensiven Spielgestalter des Meisters der Regionalliga West, Linus Meyer, unter Vertrag und hat einen eingespielten Kader, der hohen Regionalliga-Ansprüchen genügt.

Steigt noch eine weitere Mannschaft aus dem Fußball-Osten ab, wird das Hauen und Stechen um den einen festen Aufstiegsplatz der kommenden Spielzeit groß. Denn auch dem Berliner Athletik Klub 07 ist einiges zuzutrauen. Man mag sich gar nicht vorstellen, was passiert, wenn der 1. FC Lokomotive Leipzig sich in den Aufstiegsspielen gegen den SC Verl nicht durchsetzt ...

Titelfoto: imago images / Christoph Worsch

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