16. Zweitliga-Saison! Shpilevski tritt bei Erzgebirge Aue ein schweres Erbe an

Aue - Der FC Erzgebirge Aue ist nicht mehr der einzige Zweitligist zwischen Zinnowitz und Fichtelberg, aber der etablierteste. Die Lila-Weißen beginnen am Sonntag in Nürnberg ihre 16. Zweitliga-Spielzeit. MOPO macht den Saisoncheck.

Nicolas Kühn (M., hier im Test gegen Wolfsburg) ist einer der jungen Neuzugänge bei den Veilchen.
Nicolas Kühn (M., hier im Test gegen Wolfsburg) ist einer der jungen Neuzugänge bei den Veilchen.  © Imago Images/Christian Schroedter

Transfers

Sieben Zugängen stehen acht Abgänge gegenüber. Florian Krüger (22, Bielefeld) war nicht zu halten. Die eine Million Euro an Ablöse fließt in drei Tranchen und kann nicht sofort voll reinvestiert werden.

Pascal Testroet (30, Sandhausen) ging für kleines Geld, weil er nicht mehr ins Konzept passte - sportlich und finanziell. Steve Breitkreuz (29, Regensburg) und Calogero Rizzuto (29, Rostock) gingen ablösefrei zur Konkurrenz, Fabian Kalig (28, Knie) droht das Karriereende.

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Gekommen sind fast ausnahmslos junge, zweitliga-unerfahrene Spieler. Anthony Barylla (24), Soufiane Messeguem (20), Ramzi Ferjani (20), Nicolas Kühn (21), Omar Sijaric (19) und Tim Kips (20) haben noch keine Minute 2. Liga gespielt.

Dirk Carlson (23) absolvierte 26 Einsätze für Karlsruhe.

Trainer Aleksey Shpilevski tritt ein schweres Erbe an

Aleksey Shpilevski (33) soll den Auer Fußball modernisieren. Doch vor allem muss der neue FCE-Trainer Ergebnisse liefern - wie seine Vorgänger.
Aleksey Shpilevski (33) soll den Auer Fußball modernisieren. Doch vor allem muss der neue FCE-Trainer Ergebnisse liefern - wie seine Vorgänger.  © picture point/Sven Sonntag

Stärken & Schwächen

Aue kommt über Mentalität und Teamspirit. Mit Zuschauern verwandelt sich das Erzgebirgsstadion in eine Bastion, in der selbst der HSV schlagbar war.

Trainer

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Aleksey Shpilevski (33) tritt ein schweres Erbe an. Vorgänger Dirk Schuster hielt in seiner zweijährigen Amtszeit als Siebter und Zwölfter souverän die 2. Liga. Daran wird Shpilevski gemessen - von der Vereinsführung und den Fans.

Vereinsführung & Finanzen

Der rigorose Sparkurs wegen Corona wird mit allen Mitteln durchgezogen, inklusive Gehaltsverzicht für Trainer und Mannschaft bzw. Kurzarbeit auf der Geschäftsstelle. Gesunkene TV-Gelder - ca. 8,25 Mio. Euro statt rund 10 Mio. Euro - und fehlende Ticketeinnahmen sorgen trotzdem für rote Zahlen. Beim Ticketing gibt es leise Hoffnungen. Die mögliche 50-prozentige Auslastung des Stadions würde bis zu 8000 Fans und wichtige Erträge bringen. Als Etat für die Saison 21/22 sind ca. 17 Millionen Euro geplant.

Prognose

Die ersten Spieltage sind entscheidend. Erwischt Aue eine Welle, kann diese den Club wie in den letzten beiden Jahren durch die Saison tragen. Durch das Auftaktprogramm in Nürnberg, gegen St. Pauli, auf Schalke und gegen Sandhausen kann der FCE aber auch in einen Strudel geraten. Zumal die Aufsteiger aus Dresden, Rostock und Ingolstadt stärker einzuschätzen sind als zuletzt Würzburg und Braunschweig.

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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