DFL der ungeeignete Ansprechpartner: Aue-Boss Leonhardt kontert Kritik an Lockdown-Forderung

Aue - Der Vorstoß von FC Erzgebirge Aue-Präsident Helge Leonhardt, den Fußball in einen vorübergehenden Lockdown zu schicken, sorgte für eines: Gegenwind. Die DFL erteilte sofort eine klare Absage. Widerspruch kam auch von den Profiklubs. Aues Klubpatriarch lenkt danach nicht etwa ein, sondern geht erneut in die Offensive.

Aue-Boss Helge Leonhardt kontert den Kritikern.
Aue-Boss Helge Leonhardt kontert den Kritikern.  © Picture Point / Sven Sonntag

"Zurzeit verhalten sich einige Sportfunktionäre um den Kirchturm Fußball nicht kompetent und vor allem ohne Eigenverantwortung. Die Führungsschwäche dabei ist, dass Verantwortung und Entscheidungen auf die Politik abgewälzt werden. Zuletzt handelte die Politik mehrfach zu spät", holt Leonhardt auf Facebook zum Gegenschlag aus.

"Deshalb habe ich mich mit meinem Appell an die Ministerpräsidenten gewandt, da die DFL dabei der ungeeignete Ansprechpartner und eine Stellungnahme dieser nicht von Nöten ist", zückt Leonhardt rhetorisch ein scharfes Schwert, um sich danach an Markus Krösche, Sportvorstand von Bundesligist Eintracht Frankfurt, zu wenden.

"Herr Krösche, sie sind bestimmt ein fähiger Sportdirektor, aber nochmals zum Verständnis des Sachverhaltes: Wenn bei einem notwendigen Brake die drei oder vier Spiele im Dezember im Januar oder Februar nachgeholt würden (mit oder ohne Zuschauer) fließt dann das Geld. Sky zahlt pro Spiel. Wenn die Liquidität für Gehälter von Spielern und Funktionären bei ihnen im Dezember für eventuelle Weihnachtseinkäufe nicht reichen sollte, kann man das den Spielern und Funktionären beibringen, dass sie das Geld etwas versetzt bekommen oder sie organisieren eine Zwischenfinanzierung", rät Leonhardt.

Werder-Sturm fegt wie Orkan über Aue hinweg: Veilchen mit böser Pleite
FC Erzgebirge Aue Werder-Sturm fegt wie Orkan über Aue hinweg: Veilchen mit böser Pleite

Sein eindringlicher Appell: "Wir müssen vernünftig und demütig sein und es wäre ein schwerwiegender Fehler jetzt Probleme von Gehaltszahlungen in den Vordergrund zu rücken. Dann verspielt der Profifußball endgültig alle Sympathien, die es noch gibt. Wir brauchen jetzt eine kleine Pause vor Weihnachten, da es bereits Fünf nach Zwölf ist."

Den Profifußball sieht Leonhardt als Teil zur Lösung der Notlage: "Das wäre Solidarität aller Bereiche im Land und wir alle würden gewinnen. Glauben Sie mir das. Wir dürfen nicht warten, bis der Tsunami endgültig da ist und seine hässlichste Seite zeigt. Wir müssen und können ihn noch eindämmen und wir im Fußball können dabei einen winzig kleinen Anteil leisten, der öffentlich sehr geschätzt werden würde. Alle würden gewinnen, ich glaube fest daran."

Titelfoto: Picture Point / Sven Sonntag

Mehr zum Thema FC Erzgebirge Aue: