Aue-Boss Leonhardt über Shpilevski: "Bauchgefühl wie bei Tedesco"

Aue - "Barcelona is calling!" FC Erzgebirge Aues Präsident Helge Leonhardt ist bei bester Laune, als er an sein Handy geht. Der 62-Jährige weilt derzeit in Spanien, verbindet Geschäftliches mit freien Tagen. Von hier aus hat er den Deal mit Neu-Trainer Aleksey Shpilevski (33) eingetütet - und sich darüber mit TAG24 unterhalten.

Aleksey Shpilevski (33) kommt von vom kasachischen Meister Kairat Almaty nach Aue. Dank der Beziehungen von FCE-Präsident Helge Leonhardt (62) müssen die Veilchen keine Ablöse zahlen.
Aleksey Shpilevski (33) kommt von vom kasachischen Meister Kairat Almaty nach Aue. Dank der Beziehungen von FCE-Präsident Helge Leonhardt (62) müssen die Veilchen keine Ablöse zahlen.  © dpa/FC Kairat

TAG24: Herr Leonhardt, da haben Sie ja wieder einen Trainer aus dem Hut gezaubert, den keiner kennt und keiner auf der Rechnung hatte. Wie sind Sie denn auf Aleksey Shpilevski gekommen?

Leonhardt: "Ich beziehungsweise wir haben uns bewusst viel Zeit gelassen. Der erste Kontakt entstand vor etwa drei Wochen durch den Berater, dann haben wir mit einigen Leuten aus seiner Vergangenheit beim VfB Stuttgart und mit dem Vorstandschef von RB Leipzig gesprochen. Und dazu habe ich auch noch Freunde in Russland, die mir geholfen haben. Alle waren überzeugt von ihm, haben buchstäblich geschwärmt."

TAG24: Und dann haben Sie bei dem jungen Mann durchgeklingelt?

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Leonhardt: "So in etwa. Mein innerer Task-Force-Zirkel, neben Geschäftsführer Michael Voigt und meiner Assistentin Claudia Pfeifer war auch Marc Hensel dabei, hat bis zur Entscheidung sehr konstruktive Videokonferenzen abgehalten. Aleksey ist ein sehr intelligenter und selbstbewusster Mann, der aber auch sehr konsequent sein kann und weiß, was er will. Er hat uns seine Ideale vermittelt, seine Spielidee und seine Auffassung von Fußball. Die kamen meinen sehr nahe. Ich sage einmal so, ohne dass ich großen Druck aufbauen möchte: Mein Bauchgefühl hat wie damals beim ersten Treffen mit Domenico Tedesco sofort Ja gesagt. Und das ist bei mir wichtig."

Musste für den neuen Aue-Trainer Aleksey Shpilevski Ablöse gezahlt werden?

FCE-Boss Helge Leonhardt (62, r.) lag mit seinem Bauchgefühl bei Domenico Tedesco (35) goldrichtig. Auch diesmal?
FCE-Boss Helge Leonhardt (62, r.) lag mit seinem Bauchgefühl bei Domenico Tedesco (35) goldrichtig. Auch diesmal?  © picture point/Sven Sonntag

TAG24: Sie setzen damit auch Ihre Tradition fort: Tommy Stipic, Domenico Tedesco, Hannes Drews und Daniel Meyer waren alle sehr jung, als sie nach Aue kamen...

Leonhardt: "Das spielt bei mir keine Rolle. Ob 33 oder 79, völlig Wurst. Bei mir zählt die Leistung und nicht das Alter. Die haben alle Leistung gebracht und das wird auch Aleksey schaffen."

TAG24: Herr Shpilevski hatte noch bis zum 31. Dezember 2021 Vertrag in Almaty. Mussten sie Ablöse zahlen?

Plant Leonhardt bei Erzgebirge Aue den nächsten Trainer-Coup?
FC Erzgebirge Aue Plant Leonhardt bei Erzgebirge Aue den nächsten Trainer-Coup?

Leonhardt: "Nein. Da hat die deutsch-sowjetische Freundschaft geholfen. Spaß beiseite. Der Präsident von Almaty ist Aleksey und uns sehr entgegengekommen. Wir konnten alles auf freundschaftlicher Ebene regeln, wofür ich dem Präsidenten dankbar bin.“

TAG24: Jetzt sind die ersten drei Neuzugänge da. Kann der neue Trainer auch noch Vorschläge für weitere Transfers mit einbringen?

Leonhardt: "Er war schon bei dem Trio zumindest teilweise mit involviert, ebenso Marc Hensel. Aber natürlich darf er noch seine eigenen Farbtupfer setzen. Wir werden alles im Team besprechen, was wir dann letztendlich umsetzen."

TAG24: Bleibt Marc Hensel Co-Trainer?

Leonhardt: "Natürlich. Marc ist ein ganz wichtiger Mann für uns und letztendlich auch für den Cheftrainer."

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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