Aue-Bosse unter Druck: Fans fordern Antworten auf Mitgliederversammlung

Aue - Nächste Woche Freitag legen die Veilchen-Bosse auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung Rechenschaft für die beiden zurückliegenden Geschäftsjahre 2019/20 und 2020/21 ab. Teile der Anhängerschaft des FC Erzgebirge Aue hatten seit Monaten darauf gedrungen.

Die FCE-Mitglieder drängen seit geraumer Zeit auf eine Mitgliederversammlung. Die wird es nun in der kommenden Woche geben.
Die FCE-Mitglieder drängen seit geraumer Zeit auf eine Mitgliederversammlung. Die wird es nun in der kommenden Woche geben.  © picture point/Sven Sonntag

Für die Chefetage gab es kein Vorbeikommen mehr an der eingeforderten Präsenzveranstaltung, zumal diese zuvor zweimal der Corona-Pandemie wegen nicht stattfand und aufgrund der Infektionszahlen nicht auszuschließen ist, dass die nächste ordentliche MV (voraussichtlich Ende 3./Anfang 4. Quartal 2022) möglicherweise neuerlichen Einschränkungen zum Opfer fällt.

Was die Rechenschaftsberichte für die abgelaufenen Geschäftsjahre 2019/20 und 20/21 anbelangt, dürfte den Gremien Aufsichtsrat und Vorstand in der anschließenden Aussprache und Diskussion vonseiten der anwesenden Mitglieder wenig Ungemach drohen.

Die Kapitäne, allen voran Klubchef Helge Leonhardt (63) und seine rechte Hand und Herr über die finanziellen Belange, Geschäftsführer Michael Voigt (49), haben den Kahn FC Erzgebirge in rauer Corona-See wirtschaftlich auf Kurs gehalten.

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Aue schrieb trotz teilweisem Zuschauer-Lockdown keine roten Zahlen. Finanziell ist alles im Lot.

Resultat der vergangenen zwei Jahre: ein katastrophaler Abstieg!

Die beiden "FCE-Kapitäne" Helge Leonhardt (l.) und Michael Voigt haben den Verein wirtschaftlich trotz Corona auf Kurs gehalten. Sportlich lief dagegen einiges schief...
Die beiden "FCE-Kapitäne" Helge Leonhardt (l.) und Michael Voigt haben den Verein wirtschaftlich trotz Corona auf Kurs gehalten. Sportlich lief dagegen einiges schief...  © Picture Point/Roger Petzsche

Eine offene Flanke bilden dagegen mitunter diskussionswürdige Personalentscheidungen wie die Trennung von Erfolgscoach Dirk Schuster (54) oder von Torjäger Pascal Testroet (31). Schuster hatte 2019/20 und 2020/21 mit Aue souverän die 2. Liga gehalten.

Ihm folgte der Fehlgriff bei Ex-Coach Aleksey Shpilevski (34), daraufhin ein Hü und Hott beim sportlichen Leiter bzw. Interims-Cheftrainer Pavel Dotchev (56) sowie Teamchef Marc Hensel (36), begleitet von einer verfehlten Transferpolitik, was allesamt in einem katastrophalen Abstieg mündete.

Allerdings ist fraglich, ob Shpilevski, Hensel, Dotchev oder die Transferflops bei der Diskussion zu den Rechenschaftsberichten überhaupt zur Sprache kommen. Sie spielen ins Geschäftsjahr 2021/22 hinein, das erst auf der MV im Spätherbst aufgearbeitet wird.

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Außerdem: die anwesenden Versammlungsteilnehmer sind nur ein Teil von gegenwärtig 9355 Mitgliedern. Sie bilden aber eine Referenzmenge ab. Und: Sie haben es in der Hand, Aufsichtsrat und Vorstand bei den Rechenschaftsberichten zu entlasten oder einen Schuss vor den Bug zu geben, in dem sie dagegen votieren - obwohl wirtschaftlich gut gehaushaltet wurde.

Personelle Konsequenzen sind dagegen nicht zu erwarten, da der Aufsichtsrat erst 2023 neu gewählt wird und daraufhin erst ein neuer Vorstand bestellt wird.

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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