Aue-Coach Schuster tadelt: "Stellen uns dämlich an"

Aue - Beinahe hätte der FC Erzgebirge dem nächsten Klub von da ganz oben die Stirn geboten. Nach dem 3:3 gegen Hamburg und dem 1:0 gegen Bochum schienen die Veilchen den Kieler Störchen die Flügel stutzen zu können. Doch dann schlug eine, wenn nicht gar die Auer Schwäche der letzten Wochen durch - plumpes Zweikampfverhalten im Strafraum.

Ognjen Gnjatic (r.) kommt gegen Kiels Finn Porath einen Schritt zu spät und trifft statt Ball nur Beine - klarer Elfmeter!
Ognjen Gnjatic (r.) kommt gegen Kiels Finn Porath einen Schritt zu spät und trifft statt Ball nur Beine - klarer Elfmeter!  © picture point/Sven Sonntag

Ognjen Gnjatic (29) sah sich Kiels Finn Porath (24) gegenüber. Der 29-jährige Bosnier - in Abwesenheit des verletzten Florian Ballas (28) erneut interimsweise als Innenverteidiger aufgeboten - machte zu spät das lange Bein, traf nur den Mann. Referee Martin Thomsen (35) zeigte sofort auf den Punkt.

"Da stellen wir uns dämlich an und bringen uns selbst um den Lohn der Arbeit", ärgerte sich Coach Dirk Schuster (53) über den vermeidbaren Elfmeter. "Es ist ein Lernprozess, der in meinen Augen langsam abgeschlossen sein muss", tadelt der Fußballlehrer.

Denn seine Schützlinge verursachten nun bereits neun (!) Strafstöße. "Das sind reichlich zu viele", findet Schuster.

Keeper Martin Männel (32) konnte immerhin vier davon parieren. Auch am Sonnabend hatte er gegen Alexander Mühling (28) die richtige Ecke geahnt. Doch der Schuss nach links unten hatte alles, was es braucht, war straff und platziert, sodass der Kieler im Duell Eisvogel gegen Elfmetertöter die Oberhand behielt.

Für ihn war es der siebte, für Kiel der achte, verwandelte Strafstoß, bei jeweils 100-prozentiger Erfolgsquote - jeweils Ligabestwert.

FCE-Coach Dirk Schuster (53,l.) war sichtlich angefressen, klatschte aber dennoch mit seinem Pechvogel Ognjen Gnjatic (29).
FCE-Coach Dirk Schuster (53,l.) war sichtlich angefressen, klatschte aber dennoch mit seinem Pechvogel Ognjen Gnjatic (29).  © picture point/Sven Sonntag

Schuster: "Ich fand, es war eines unserer besten Auswärtsspiele"

Aues Torwart Martin Männel (32) ahnte die Ecke, war auch am Ball dran - den Siegtreffer der Kieler durch Alexander Mühlings (28) Elfmeter konnte er aber nicht verhindern.
Aues Torwart Martin Männel (32) ahnte die Ecke, war auch am Ball dran - den Siegtreffer der Kieler durch Alexander Mühlings (28) Elfmeter konnte er aber nicht verhindern.  © imago images/Holsteinoffice

Dies allein machte am Sonnabend den Unterschied aus, weshalb Schuster neben der Peitsche auch das Zuckerbrot auspackte: "Ich fand, es war eines unserer besten Auswärtsspiele - und dass wir unverdient verloren haben."

Seine Veilchen hatten allen Grund, hoch erhobenen Hauptes die Rückfahrt anzutreten. "Wir haben gut hinten heraus gespielt, zwei Tore geschossen. Wenn es Abseits ist, dürfen sie nicht zählen. Aber wir haben auch gut verteidigt, gegen eine spielstarke Mannschaft, die sich an guten Tagen eine Vielzahl an Großchancen herausspielt. Auf die Leistung sind wir stolz", lobt Schuster das engagierte Auftreten.

Ganze 117,9 Kilometer und damit über vier Kilometer mehr als Kiel (113,5), spulten die Erzgebirger ab. Über gutes Verschieben wurden die Außenbahnen abgeschirmt. Jae-sung Lee (28), der ein Spiel alleine entscheiden kann und diesmal eine "falsche Neun" gab, fand nicht statt.

Generell versandeten nahezu alle Angriffe der Störche. Bis, ja bis zum Elfmeter.

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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